Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1871-12-06 · Heft 49 (6.12.1871) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 49 (6.12.1871)
Date
1871-12-06
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2447499-2447547--09932-2465651
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

91S : Die Anträge, welche Herr Dr.. Frankl stellen wird, sind folgende : 1. Feststellung einer gemeinschaftlichen Druckschrift und ist diese als allgemein giltig angenommen; 2. Gründung einer Bibliothek für Blinde und zwar so: Es werde ein Comitö vom Congresfe zusammengesetzt, welches jene Werke, die für Blinde am wünfcheswerthesten sind, bezeichnet und wenn dieselben vom Congresfe angenommen sind, übernehme jede Blinanstalt eines dieser Bücher auf ihre Kosten selbst drucken, oder drucken zu lassen. Jeoe Blindenanstalt erhält sodann die von den andern besorgten Werke. Wenn dieser Vorgang von 3 zu 3 oder auch nur von 5 zu 5 Jahren wiederholt wird, so ergibt sich in lanstens 20 Jahren schon eine Bibliothek von einigen hundert Bänden für jede einzelne Anstalt. 3. Zusammenstellung einer Bibliografie aller in allen Sprachen erschienenen Bücher, Broschüren, fliegenden Blätter, Journalartikel. 4. Gründung eines Jahrbuchs, welches die Berichte über alle Blindenanstalten konzentrirt, die Bibliografie sortsetzt, Biografien Abhandlungen, Anträge Kritiken Nachrichten u. s. w. bringt. 5. Preisausschreibung für Abfassung einer Psyschologie und Pathologie der Blinden. 6. Beschreibung wie ein Blindeninstitut gebaut und eingerichtet sein soll. Von der Direction des k. k. Blinden-Jnstitutes in Wien ist bereits eine lebhafte Zustimmung für den Congreß zugegangen und vom Instituts - Director Herrn M. Pablasek ein Vortrag angesagt worden: „Die Bedeutung der Musik als Unterrichts-Gegenstand für Blinde und der Mißbrauch derselben." Wien, 28. November. Das Thun'sche „Vaterland" hat ein eigentliches Argument gegen das Ministerium Auersperg gefunden. Zwei Mitglieder desselben, der Justizminister Glaser und der Sprechministcr Unger gehörten ehemals dem Judenthum an, und obgleich sie sich katholisch taufen ließen, bleibt das fromme „Vaterland" bei seinem Anathema, denn, sagt es, „Jude bleibt Jude!" Prag. Der Cuftos des Prager alten israelit. Friedhofes, Herr David Radnitz, hat dem Kronprinzen Rudolf von Oesterreich, kurz nach dessen Anwesenheit in Prag, sechs Ansichten jener Grabsteine, die denselben zumeist interesfirten, irr großem Format photographisch ausgenommen und prachtvoll ausgestattet übersendet. Vorgestern erhielt Herr Radnitz eine schmeichelhafte Zuschrift, worin ihm mitgetheilt wird, daß der Kronprinz das Album dankend entgegengenommen mit dem ausdrücklichen Beifügen, daß er es als eine schätzbare Erinnerung an den Besuch dieses Friedhofes betrachte. Sekaly. Hier starb jüngst ein Jude NämenL - I. Habisch im Alter von 140 Jahren. ErchnÄe^ sechs Frauen geheirathet die ihm 33 Kinder geboren' (Libanon.)- Italien. '' Florenz. Die Unschuld des angeklagten Mvr» tara hat sich vollständig herausgestellt weder der:' Staatsprocurator noch der Vertheidiger hielten es für - nöthig, die gewöhnlichen Reden zu halten und die Geschworenen erklärten ihn einstimmig nach ganz kurzes Berathung für nichtschuldig. Venedig. Ritter S. v. Blumenthal in Venedig hat in seinem Testamente 10,000 Lire zu woUthätigen Zwecken bestimmt und seinen Brüdern bic. Verkeilung überlassen. Diese haben auch der isr. Gemeinde 1800 Lire zuerkannt. (R. I. W.) Padua. Das Collegium Rabbinicum zu Padua, ist aus Mangel an Schülern geschlossen worden. Mkttwoch den 12. September wurde zum letzten MaleUnterricht in demselben ertheilt. , Donaufürstenthümer. Bukarest, 23. Nov. Der durch fein Project für die Ertheilung der Eivilrechte an die Israeliten berüchtigt gewordene Senator Herr Desliu scheint es sich vorgenommen zu haben, um jeden Preis ein berühmter Mann zu werden. Seine neueste That, die sich würdig feinen ftühern anschließt, ist der Versuchs, dem gegenwärtigen Cabinette ein Mißtrauensvotum zu gebend ein Versuch, der damit endete, daß Herr Desliu noch lächerlicher geworden ist, als er es bis jetzt schon war. Nachfolgend bringen wir einen Auszug aus der Verhandlung jener Senatssitzung, welche Herrn Desliu eine neue Blamage und — dem „Romannl" zufolge — sogar den freundschaftlichen Zuruf: „Hinaus!" eingsttagen hat. Senatsfitzung vom 15. November d. I. Die Sitzung wird durch den Vice-Präsidenten Herrn A. Oresku eröffnet. Der Minister des Aeußern zeigt an, daß er bereit, ist, die Interpellation des Herrn Jon Desliu zu beantworten. Herr Desliu ergreift das Wort, um die vergangene und gegenwärtige Situation des Landes zu charaktcrisiren, was Alles wiederzugeben uns hier zu weit führen würde. Er wirft dem gegenwärtigen Ministerium alles Mögliche vor, daß es das Land an den Rand des Abgrundes bringe, daß es die Telegraphen- . beamten uniformire, den Unterricht in der deutschen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.