Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 49 (6.12.1871)
- Date
- 1871-12-06
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2447499-2447547--09931-2465650- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
912 und Eorrespom Deutschland. Mainz, 3. Dec. Von Halberstadt gcht uns die Mittheilung zu, daß unser über den Bau eines Pilgerhauses von Seiten der nächsten Verwandten des unvergeßlichen Joseph Hirsch y"j der Genauigkeit entbehrt. Sobald diese Angelegenheit zum Abschlüsse gediehen, werden wir das Nähere mittheilen. : Aus dem Pofen'schen. Am künftigen 1. Januar tt"-2sind es 25 Jahre, daß der Herr Rabbiner S. Feldblum als solcher in Schmiege! wirkt. Ein Schüler des nun in Gott ruhenden Ober- Landesrabbiners R ab bi Akiba Eg er?"!tt und tüchtiger Talmudist, hat er es verstanden, Lust ^nd Liebe zum Judenthum und dessen heiligen Satzungm in seiner Gemeinde wach zu halten und zu fördern. Beherzigend den Spruch unserer Weisen: 0>iyn ptt pn rv2 dv mpwn >2V2 hat er sich Mi, die dortige Religionsschule sehr verdient gemacht. ^Dieselbe hat unter seiner Leitung einen beachtens- WiÄhen Aufschwung genommen. Ist ihr erhalten 20—40 Kinder in wöchentlich 27 Stunden Unterricht im Hebräischen. Zu den Lehrgegenständen gehören u. A. n"«, '"un, systematische Religionslehre und ganz besonders hebräische Grammatik. Hervorragende Männer kann er mit Stolz zu seinen Schülern zählen; unter den vielen wollen wir MM Herr Herrn Rabbiner vr. L. Lazarus in Prenzlau nennen. Wir glauben, den vielen Freunden, Schülern und Bekannten des Herr Rabbiners F. wird es angenehm sein, wenn wir hierdurch deren Aufmerksamkeit auf die bevorstehende Jubelfeier gelenkt'haben. Colmar. Die preußischen Beamten gewöhnen sich daran, die Juden zu beachten. Der Grand-Rabbin hat von dem General-Procmator, dem Chef-Präsidenten des Appellationsgerichts, dem Gerichtsdirector, dem Director und den Professoren des Gymnasiums Besuche empfangen, und ist zu einer bei Eröffnung des Obergerichts vom Präfecten gegebenen Abendunterhaliung geladen worden. . (Reo. Jsr.) Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Wien, 21. Nov. Im israelitischen Tempel der innern Stadt Wien fand heute, wie uns geschrieben wird, die Trauung des Frl. Jeaunette v. Popper, Tochter des durch seine Wohlthätigkeit bekannten Herrschaftsbefitzers Herrn Leopold Popper de Podhragy, mit dem Bankier Herrn Ad. v. Schenk statt. Nebst den hervorragendsten Celebritäten der Kunst und Wissenschaft waren anwesend: die Exceüenzen Graf AckVßsy, Graf Barst, Baron Wenckheim, Dr. Anton v. Schmerling, dessen Bruder, der FeldzeuMeister, Baron Hye, Sektionschef v. Hoffmann, der Obersthofmeifter des Erzherzog Albrecht, Fürst Karl zu Fürstenberg sammt Prinzessin und Erbprinzen, Baron Edelsheim, Dr. Giskra, die Dichterin Paoly, Fräulein Wolter, die durch Geist und Wrssen gefeierte Frau v. Löwenstein, Schwester der Braut, und selbstverständlich die bestklingenden Namen der staute finance. Es wäre überflüssig, zu erwähnen, daß anläßlich dieser Feier alle Wohlthätigketts-Anstalten Wiens und die der Popper'schen Herrschaften reichlich bedacht wurden. (Trad. Judth.) Wien, 27. November. Der verdienstvolle Gründer des Wiener Instituts für die israelit. Blinde, Herr Or.Ludwig August Frankl, erläßt eine „Einladung ru einem Congresse der Leiter und Lehrer von Blindenmstituten in Wien, während der Weltausstellung im Jahre 1873." Bereits hat das k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht in dem nachstehenden Schreiben seine Zustimmung gegeben: Mit lebhaftem Interesse habe ich die Mittheilung entgegengenommen, welche mir Euer Hochwohlgeboren über die Erfolge Ihrer Bereisung der Blinden-Jnstitute Deutschland gemacht haben. Mit nicht minderem Vergnügen begrüße ich den Ihrer Initiative entstammenden Vorschlag, daß ein Congreß von Direktoren und Lehrern europäischer und außereuropäischer Blinden-Jnstitute zur Zeit der Weltausstellung im Jahre 18-3 in Wien veranstaltet werde, und ich stehe nicht an, Ihnen für dieses ebenso pädagogisch wichtige, als vom Geiste echter Menschenfreundlichkeit ernaegebene Unternehmen die kräftigste Unterstützung seitens des Unterrichts-Ministeriums zuznsichern. Wien, den 5. Oktober 1871. Der Minister für Cultus und Unterricht. AnSe. Hochwohlgeborcn Herrn Ludwig August Frankel, Dr. der Medizin- Schulrath, Ritter boher Orden." In gleichem Sinne wurde vom Gemeinderath der Haupt- und Residenzstadt Wien zu dem Projecte in dem nachstehenden Schreiben die Zustimmung ertheilt: „Euer Hochwohlgeboren! Der Gemeinderath der Stadt Wien hat in seiner Plenar- Versammlung vom 31. October l. I. die von Euer Hochwohlgeboren angeregte Idee der Abhaltung eines Blinden-Lehrer- Kongresses mit Sympathie begrüßt und erklärt, daß er diesen Congreß in den Mauern Wien's willkommen heißen und nach Möglichkeit fördern wolle. Es gereicht mir zum besonderen Vergnügen, hiermit dem im sehr geschätzten Schreiben vom 15. Oktober l. I. geäußerten Wunsche von Euer Hochwohlgeboren entsprechen zu können. Mit dem Ausdrucke meiner besonderen Hochachtung zeichne ich Euer Hochwohlgeboren ergebener Wien, am 2. November 1871. Felder, Bürgermeister der Reichs-, Haupt- und Residenzstadt Wien. An Se. Hochwohlgeboren Herrn Dr. Ludwig August Ucankl, Präsident des Curatoriums des isr. Blinden-JnstituteS, kais. öfterr. Franz Josephs- und anderer hoher Orden Ritter."