Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 49 (6.12.1871)
- Date
- 1871-12-06
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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908 Douceur, das man ihr zukommen Läßt, zu bestimmen. Worin beide Parteien vollkommen einig find, ist der Punkt, daß die rumänische Presse unausgesetzt bestrebt sei« muffe, der Propaganda der Freimaurer entgegen zu arbeiten, denn „diese opfern die Nationalität einer utopischen Humanität auf, während ihr Grundprinzip eigentlich lautet: Stelle dich so, als ob du die ganze Welt liebtest, damit du in Wahrheit Niemanden und Nichts zu lieben brauchst." Auch die Deutschen sind im Z. 4 des Fundamentalpaktes nicht vergessen, und Jene, welche uns wiederholt den Vorwurf machten, daß wir die Fremden- und Judenfrage stets gemeinsam behandelten und mit einander in Verbindung brachten, mögen daraus den Beweis schöpfen, daß wir die Ansichten jener Journalisten genau kannten. Uebrigens mögen sich die Deutschen und die Juden gemeinsam über die Verschwörung dieser Literaten trösten, denn io grimmig sie auch mit der Feder in der Hand sein mögen, so zahm find sie unter Umständen außerhalb ihrer Redactionslokale. Einen armen, schlecht aeklttdeten Juden nennen sie allerdings hochmüthig und verächtlich „jidan“, den kleinen, schon abonnementsfähigen jüdischen Kaufmann lassen sie sich herbei mit der etwas höflicheren Bezeichnung „ovrei“ zu belegen, während sie vor dem reichen Banquier, trüge er auch sämmtliche Namen der Erzväter, alle unbedingt den Hut ziehen und ihn respectvollst einen „Israeliten' nennen. So wird auch der arme deutsche Handwerker von ihnen spottweise „neamtu“ genannt, während sie dem reichen Deutschen als einem „german“ ganz unbedingte Hochachtung zollen, namentlich wenn ein Vortheil von ihm M erwarten ist. Von dieser Gesellschaft ist, wie gesagt, nichts zu fürchten, denn: was bellt, beißt gewöhnlich nicht. Es freut uns, constatiren zu können, daß wir alles Recht hatten, volles Vertrauen \n die gegenwärtige Regierung zu setzen, daß diese, einig mit seiner Hoheit de« Fürsten und den gesetzgebenden Körpern, die Zügel fest in der Hand hält und — wie sie bereits begonnen — auch fernerhin entschlossen ist, Rumänien von Grund «ns zu regenerireu. Möge solch edles Beginnen von Erfolg getönt werden. (Rum. Post.) England. London. In einer der letzten Sitzungen des JBoiird of Depiities wurden auf Antrag des Herrn M. N. Adler der Beschluß gefaßt, daß, da die Hungers- «oth in Persien immer noch im Zunehmen ist, und insbestmdere «nsere Glaubensgenofien daselbst sehr hart darunter leiden, an alle bedeutende jüdische Gemeinden in den englischen Eolonien, in den großen Städten Europa's und Amerika's einen Aufruf zur Unte'tützung der persischen Juden gerichtet werden. (Jew. hr.) P e r s i e u. Aus Jspahan meldet ein am 3 in Londo eingetroffenes Privat-Telegramm: „Die Hungernothmacht reißende Fortschritte." In Jspahan aller sind 20,OM Perser, 1500 Christen und 1500 Juden hart bedrängt. Australien. Melbourne. Selbst in den entferntesten Kolonien Australiens ist das Streben unserer Glaubasgenossen dahin gerichtet, Gemeinden zu bilden und Gtteshäuser zu erbauen. Freilich sind diese Gemeindei oft sehr klein und ihre Mittel ganz gering, aber durch ihre Opferwilligkeit überwinden sie meistens die scheinbar unüberwindlichen Hindernisse. So lesen wir int ,.Artralian Israelit", daß die Israeliten der Eolonien von St. Kilda, Prakrau und Windsor, in der Umgeend von Melbourne alle Anstrengungen machen, um eine Synagoge zu erbauen. , Afrika. Tripolis. Wir brachten seiner Zeit die Nchricht, daß in Tripolis der oberste Befehlshaber des Artigen arabischen Stammes (Scheik) den jüdischen Agrr-^ < ten Schaut Racka ermordet hatte, ohne daß man dnselben zur Verantwortung gezogen hatte. Die Zettmaen melden jetzt, daß es dem dortigen Gouverneur Hclit Pascha gelungen ist, durch Zeugen zu beweisen, dch dieser Scheik der Mörder war. In Folge deffen wuve der Scheik auf ein türkisches Kriegsschiff als Gefangerer nach Konftantinopel gesendet, wo er seiner Strafe eitgegensieht. Amerika. New-Aork. Die Präsidenten der hiesigen üdischen Gememden haben eine Versammlung abgehalbn und ein Comitä gebildet, welches sich genau über Ue Lage und Bedürfnisse der abgebrannten Juden in Chicago überzeugen und in Verbindung mit einem Locä- Comitv in Chicago, aus 5 Mitgliedern bestehend, die gesammelten Unterstützungsgelder a::stheilen soll. Der Fond, der zu ihrer Verfügung steht, beträgt ungefähr 15,000 Dollar, welcher aber noch, wenn die Nothwerdigkeit es erfordert, bedeutend erhöht werden kann. (Jew. Meff.) Itew-Bork. Das neue Gebäude des „Berg Sinai-Hospitals" wird bis zum nächsten Quattal eröfl-