Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1871-11-29 · Heft 48 (29.11.1871) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 48 (29.11.1871)
Date
1871-11-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2447499-2447546--09914-2465632
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

UMtz batte man vergessen, den Hittenjuuaen zu wecken, f 7 R'. hMe^. dieser den schrecklichen 7 Tod -mH die ^^Ä)WM/^enn nMrin'Ärael. Soldat Nachens Anzber a mit'Lebensgefahr in das Haus gestürzt 'Mre Md' ihn glücklich aus dem Feuer adholt.. Das ^'.'gaMOolk schrie ihm Beifall zu und wollte ihn mit 7 Helb Mohnen, welches er fedoch nicht annahm, sondern den ^Abgebrannten schenkte. (Kol Haeth.) Italien. Florenz. Wir haben schon von der Anklage gesvrochen, die den Vater von Edgard Mortara beschuldigt, es habe dieser seine Magd umbringen wollen. Die Leser erinnern sich wohl noch, daß die italienischen Zeitungen energisch gegen die Arrestation des Mortara protestirt und sich für dessen Unschuld verbürgt haben. Sie sagten sogar, daß, da er krank ist, er gar nicht die . nöchige physische Kraft habe, ein solches Verbrechen zu begehen. Der „Moniteur Universel" in Paris zeigt an, daß man daselbst mehrere Personen die der Mitschuld der That des Mortara angeklagt sind, arretirt habe. Die „Liberto" in Paris mißbraucht diesen Vorfall, um auf den armen Mortara zu schimpfen. Sie beschuldigt ihn, daß er die Wegnahme seines Sohnes ausgebeutet habe. Me Welt weiß jedoch, daß er in der gerechten und heiligen Sache, welche er vor ganz Europa verthewigte, sein Vermögen und seine Gesundheit eingebüßt hat. Das hindert aber die ,/Liberts" nicht zu sagen- „Dieser Mortara handelte mit seinem Sohne. Er umlagerte stets den Grafen Cavour. Letzterer sagte oft, daß der kleine Mortara ihm wenigstens ebensoviel zur Einigung Italiens verholfen, als Garibaldi. Der Jude Mortara ist in's Elend gestürzt, Graf Cavour ist tobt und Italien ist auf gutem Wege. Da er nicht mehr mit seinem außer Mode gekommenen Sohne handeln konnte, war er gezwungen, andere Subsistenzmittel zu suchen." Wir wissen, bemerkt hierzu die „Rev. Jsr.", daß die „Libertö" ein clericales Blatt ist; aber wir hätten niemals geglaubt, daß sie fähig wäre, die besten Gefühle der Menschlichkeit zu insultiren. Wir hätten bei ihr mehr Schamhaftigkeit vorausgesetzt. Frankreich. Paris. Der Kriegsrath -zu Versailles urtheilte jüngst über die Mörder der Generäle Clement Thomas und Lecomte. Unter der Zeugen war auch der Lieutenant Mayer, welcher die größten Anstrengungen gemacht, um die beiden unglücklichen Opfer zu retten. Der Präsident des Kriegsraths hat Herrn Mayer beglückwünscht über sein schönes Benehmen. „Ich habe nur meine Pfkcht' gethan," antwortete Herr Mayet /Rev. Jsr.) Paris. In der Sitzung des Instituts vom 85. Oktober ' wurde dem Werk von der vergleichenden fhonologie unseres ital. Glaubensgenossen Herrn G. . Ascoli einer der beiden Preise Volney zuerkannt. (Rev. Jsr.) Paris. Der Erzbischof von Algier wurde in den Conseil (Rath) der Regierung berufen. Rev. Jsrbeschwert sich hierüber, warum man nicht auch den Oberrabbiner von Algier einen Platz in diesem Rath eingeräumt, zumal es in Algier ebenso viel Israeliten wie Katholiken gibt. England. London. An einem der jüngsten Samstage wurden im London Hospitale Schwurgericht abgehalten und merkwürdigerweise waren alle Geschworenen Jsraliten. Der Präsident des Gerichts sagte, nach einigen einleitenten Bemerkungen zu den Geschworenen: „Meine Herren, da ich sehe, daß Sie alle jüdischer Religion find und Ihr Gesetz Ihnen das Schreiben am Sabbat verbietet, will ich Sie von der Unterzeichnung Ihres Namens dispensiren und soll dies mit Ihrer Erlaubniß der Gerichtsschreiber für Sie thun. (Jew. Chr.) London. Die „Times" schreiben bezüglich der Missionsgesellschaften: Die Bekehrung der Juden macht nicht den geringsten Fortschritt. Sie sind noch ebenso halsstarrig pnd unversöhnlich wie vor 18 Jahrhunderten, Sie find ' ihrem alten Glauben treu, halten fest an ihre alten Traditionen. Seit beinahe sechzig Jahren arbeitet die Missionsgesellschaft unter ihnen mit Ausdauer, wenn nicht mit Intelligenz, sie zu bekehren, ohne an ein ernstes Resultat zu kommen. Sie hat zu ihrer Verfügung eine ganze Armee Propagandisten, beladen mit Bergen von Tractätlein und Uebersetzungen der Bibel, sie hat die Juden mit diesen Projectilen bombardirt, ohne die kleinste Bresche zu machen. Mafien von Gold sind für denselben Zweck, mit demselben Erfolg verausgabt worden. Ebenso ist der allgemeine Ton der Berichte der Gesellschaft nicht ermuthizend. Es ist da immer die Frage von Schwierigkeiten, die zu überwinden sind und niemals hört man da die Laute des Sieges oder des Triumphes, mit welchen man gewöhnlich die Vollendung eines großen Werkes ankündigt. Der jüngste Bericht über die 57. jährliche Sitzung, der der Section zu Manchester vorgelegt wurde, drückt seine Freude darüber aus, daß „obgleich noch viele unter ihnen dieselbe Treue für den Talmud zeigen, eine große Anzahl derselben die Traditionen dieses Werkes verlassen!!"

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.