Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1871-11-29 · Heft 48 (29.11.1871) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 48 (29.11.1871)
Date
1871-11-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2447499-2447546--09913-2465631
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

$91 in Collision aerathen, und was das Wichtigste ist, sie chatten mehr Zeit für das hebr. Fach. Der Redacteur der zu Jerusalem erscheinenden yebr. Wochenschrift „Chabazeleth" besuchte während seines tunen Aufenthaltes in Wien diese Anstatt, über deren Leistungen er sich besonders fteute, und zollte er den Lehrern verdientes Lob. Dennoch ist in diesem Jahre eine Abnahme der Schülerzahl zu bemerken, was auch eine Folae der Religionsschule ist. Da jetzt in den Wiener Volksschulen kein Schulgeld enttichtet zu werden braucht, so denken viele Eltern, daß sie dadurch den Unterricht billiger habtn können, und für den Religionsunterricht lassen sie schon getrost den Namensbruder des Herrn Dr. Jellinek sorgen, der als Religionslehrer der Volksschulen wenig religiösen ^inn bekundet, oder Herr Dr. Wolf, der sich so gern das Prädikat eines Profesiors beilegen läßt, verdirbt nach seiner Weise die religiöse Grundlage: und anit Recht fragt man birrr' aan, da dieser in Phrasen schillernde Scribent — nmn erkennt diesen Vonel gewöhnlich an seiner Feder — nicht einmal das ^Zeug hat, als byw den w’3J beigezählt zu werden, obwohl er sich die literarischen Lorbeeren so billig zu verschaffen wußte, indem er alle Acten der Archive durchftöbert, um für seine Schreibseligkeit Material zu sammeln. Es gibt kein Gebiet, worüber er nicht Perfect schreiben zu können sich einbildet: abgesehen davon, daß er bereits einen Leidfaden zur ReligionslLe x.e verbrochen, geht er zuweilen unter die Journalisten, um sich auf diese Weise Reclame machen zu können. So recensirte er neulich das neueste Opus des Lectors Weiß, natürlich sehr günstig, in der Erwartung gegenseitiger Dienstleistung, da eine Hand die andere weiß wäscht; doch ist sein Lieblingsthema — ein Stecken- Pferd, das er besonders gern reitet — die theol. Fakultät. als deren Professor der jüd. Geschichte er sich schon träumt, denn zu einem andern Fache wird er wohl selbst kaum wagen, sich für befähigt zu hatten, obschon er auch auf diesem Gebiete noch nicht seine Größe bekundete. Im Uebrigen ist dieser feine Mann viel freundlicher im Benehmen. als sein mürrischer Amtscollege. doch blickt zuweilen hinter der sanften Schafsdecke der grimmige Wolf hervor: wir wollen uns daher nicht weiter mit dessen Persönlichkeit abgeben. Die hiesige Gemeinde, die den Religionsunterricht als ihr unveräußerliches Monopol betrachtet, vertraut einen so wichtigen Gegenstand so würdigen Männern an, die es nicht einmal der Mühe werth finden, die Kinder vor piSn zu wahren, obwohl sie ganz gut wissen, daß viele Samstags schreiben, die keineswegs als cujus” zu betrachten sind, ja imGegentheile. wo die Direction an Feiertagen den Israeliten freigeben will, daß sie dem Gottesdienste beiwohnen, sucht man es zu verhindern, man unterrichtet ganz ungenirt »ni was gewiß nur aus oV?p geschieht, da Lehrer und Schüler doch wissen, daß es uns nicht gestattet ist, mit entblößtem Haupte den Namen des Allerhöchsten auszusprechen und wir deshalb beim Beten und Esten den Kopf bedecken, abgesehen, daß bei Letzterem auch »un np-n owo anwendbar ist. Kann da von einer festen religiösen Grundlage nur die Rede sein'? Oder muß nicht vielmehr das Kind, welches im Hause der Eltern ein gutes Beispiel vor Augen hat, durch die verderbliche Theorie in Collision mit sich selbst gerathen? Wir wollen noch bemerken, daß man, falls die theol. Fakultät wirklich zu Stande kommt, noch mit Laternen nach den Schülern der Talmud Thora suchen wird, ähnlich wie man jetzt in der Auffindung von Blinden bemüht ist, nachdem das Asyl für sie bereits fertig dastcht und nur seiner Inwohner harret; da spendete man viel reichlicher, weil die Gaben in den Zeitungen veröffentlicht wurden, während es Mühe kostete, in die Reihe der vielen Wohlthätigkeitsanstalten, für die im Tempel gespendet wird, auch den Talmud Thora- Verein aufzunehmen, dem bis nun eine ns>ip nicht daselbst bewilligt wurde; man will eben der Religiosschule, die sicherlich zur Fakultät ein beträchtliches Contingent, nach den Jndicien zu urtheilen, liefern dürfte, keine allzustarke Concurrenz bereiten; deshalb erhalten auch die armen Schüler der n"n nicht so leicht die Mittagskoft in der Speise-Anstalt, über die ich nächstens ausführlich berichten will, wenn dieselben auch fleißig und brav find, um so auf die Angehörigen eine gewiffe Pression auszuüben, daß sie ihre Kinder nicht daselbst belassen möchten. Doch diese eitlen Pläne wurden bis nun immer vereitelt rav p ^rwi. Die n"n Schule erhält vom Bezirtsschülrathe einen Beitrag vcn 80 fl. Im neuen Staatsgymnasium der Roßau besteht die große Majorität der Schüler aus Juden; dennoch wird von der Commune oder Direction nicht für den Religionsunterricht der israel. Studenten durch Anstellung eines Lehrers gesorgt. Deutfch-Wagraw (bei Wien). Hier wohnen jetzt circa 20 israel. Familien, die ihr eignes Bethaus und die dazu gehörigen Functionäre haben. Vor Kurzem spendete Herr Jacob Grünwalo ein Stück Feld im Werthe von einigen hundert Gulden zu einem Gottesacker. auf dem im vorigen Monate die Frau eines ]ro, Fr. Levi Tauber. zuerst beerdigt wurde. Herr Matthias Ehrenfest, früher Vorbeter zu Ottakring, hielt die Traueruud Einweihungsrede in Gegenwart vieler Beamten und der hohen Behörde, die dem Herrn Grünwald ihre Anerkennung zollten und dem leidtragenden armen Gatten sammt Familie ihre Theilnahme bewiesen. Sambar. In der Nacht brach bei einem Bauer plötzlich ein großer Brand aus, so daß sich der Manu und die Frau kaum noch zu retten vermochten. In der Ueberftnr-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.