Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 47 (22.11.1871)
- Date
- 1871-11-22
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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3eittnt$3iutdmd)ten «nd Gorrefpondenzett. ' D e u t s ch l u u d. ^alberftadt, im Nov. Die Brüder und Söhne '"n unseres unvergeßlichen Ioseph H irsch haben beschlossen, zum Andenken an ihren leider zu früh dahin- .geschiedenen Prüder und Vater, in Jerusalem 3u2“'“n ein. großes Haus mit Synagoge und Peth Hamidrasch erbauen zu lassen, und haben vorläufig ein Kapital von 6000 Thalern dazu ausgesetzt Das- Gebäude wird den Namen „Beth Joseph" führen. — In Jerusalem wurde zunl Andenken an den Heimgegangenen in dem von ihm zum Andenken an seinen verewigten Bruder gestifteten Hause „Newsh.Scholaum" ein großer Heßped am 15. Marchefchwon abgehalten. men otcn pb-'! Aus der Provinz Posen. Das Rabbinat zu Osttowo, das über ein Decennium vakant war, wurde vor den jüngst verflossenen o’*nnn O'O' durch den Rabbiner Dr. I. M. Fr er mann zu FiLehne wieder besetzt. Trotz der vielen anderseitigen Bewerbungen um diese ansehnliche Stelle und der heutzutage im jeden Orte vorhandenen verschiedenen Richtungen in jeder Beziehung, wurde Herr Freimann, der wie bekannt streng orthodox und der Schwiegersohn des berühmten Oberrabbiner Ettlinger '"3 zu Altona ist, bei einer allgemeinen Betheiligung an der Wahl einstimmig gewählt. Dieses Factum gereicht dem Gewählten und der Gemeinde zur Ehre und gibt ein lautes Zeugniß über den Bestall und die Würdigung, welche der Probepredigt, Richtung und denr edeln Charakter des Herrn Freimann zu Theil wurden. Der Empfang war ein ehrenvoller und die häusliche Einrichtung von Seiten der Gemeinde für den Rabbiner eine der Erwartungen entsprechende. Hat Herr Rabbiner Freimann in seiner ftühern Stelle einen Aeirraum von 10 Jahren segensreich gewirkt, so findet er hier einen weitern Wirkungskreis, wo er seine Thatkraft mit Energie entfaltet. Außer seiner Wirkung durch seine Kanzelreden, die für eben so ausgezeichnet als?n"'.n rn piirrt;a o\Nsnvi D'nsn anerkannt werden und zur Abstellung cingeschlichener Mißstände beitragen, übt derselbe eine individuelle Aufsicht über die nernE?, constitimrte eine mehrt lässige Schule für den Religionsunterricht, der bis jetzt im Angen lag; an dieser find mehrere Lehrer unter seiner Aufsicht und Mitwirkung chätig; auch hält er allabendlich in Ernannt;! Vortrag o’amsm vor. nwi. «ras n"n ns'vrr j -D>yow. I Die seit der Jnftallirung des Herrn Rabbiner Dr. I Freimann hier herrschende. Eintracht ist eine musterhafte Ä und höchst, erfreuliche und. hoffen wir, daß dieselbe. eineZ dauernde sein, und das nngestörre Wirken des .Rabbi-Z ners zur segensreicher Entwickelung der religiösen Intej| reffen gedeihen wird. ,J Herr Goldring in Jarocin, der das Bürgermeifter-I Amt Interim, verwaltet hat, ist nunmehr definitiv alsI Bügermeister gewählt, und erhielt die Wadl die Beftäti-i tigung der Königlichen Regierung. Die Wahl. deW Herrn G. hatte manchen Judenfeinden Oual und Schmerz bereitet und veranlaßte das Zusammengehen des i kath. Pfarrers und evang. Pastors zu einem gemeinsa--! men Protest gegen die qu. Wahl. Doch ließen sich die?' hohen Königlichen Behörden von der intoleranten Antipathie dieser Herren gegen die Amtirung eines Israeliten nicht beirren und waren denselben vielmehr die/' Fähigkeit, Würdigkeit und exacte Amtsführung des Hermß G. der neben dem Bürgermeister-Amt auch das Distrikts- Commiffariat interim, verwaltet, maßgebend. Die Koali--, tion der gen. geistlichen Herreil erinnert an die Alliance ' von Midjan und Moab. VVr'a. Oesterreichisch-Ungarische Moirarchie. Prag, 16. Nov. In der hiesigen Crrltusge-/ meinde-Repräsentanz ist seit dem Eintritt jüngerer thar-? kräftiger, dem jüdischen Leben nahestehender Element ein Streben zürn Bessern bemerkbar. % Der jüdische Unterricht, welcher bisher so arg ver-. nachlässigt war, beschäftigte schon seit längerer Zeit M öffentliche Meinung. Außer dem Verein Afike Jehude,^ welcher die Verbreitung des hebräischen Unterrichts unter: seine Zwecke zählt, hat sich hier seit Kurzem ein jüdisch«: Fortschrittsverein gebildet, der eine hebräische. Freischütz eröffnete, und in der kurzen Zeit seines Bestehens sich allgemeine Sympathien erwarb. Unter diesen Umständen wiirde endlich in einer jüngst abgehaltenen Sitzung der Repräsentanz, auf Andringen jüngerer Mitglieder derselben, der Beschluß gefaßt, eine mehrklassige Talmudthoraschule zu errichten, resp. die bestehende total zu reorganisiren und nach einem zweckmäßigen Lehrplane zu erweitern. Dieser Beschluß kann mit Recht als ein Verdienst der jüngern Mitglieder bezeichnet werden, da die Talmudthoraangelegenheit seit Jahren wohl hie und da auf die Tagesordnung kam, aber stets verschleppt wurde, und an' einen endgiltigen Beschluß nicht zu denken war.