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Der Israelit · 1871-11-22 · Heft 47 (22.11.1871) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 47 (22.11.1871)
Date
1871-11-22
Page
– (sequence 10)
Language
German
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'BWWWWWMMWWWMWM!' Erft als der Verein Afile Jchüde im Interesse des Jugendunterrichts im Hebräischen sich zu einem jährlichen Kostenbeitrag von 500 fl. erbot, wurde die Angelegenheit in Fluß gebracht. An der hiesigen Lehrerbildungsanstalt wurde Herr Dr. Raudnitz als Lehrer der Religion für die Lehramtskandidaten angestellt. Möge nun in der Bibliocheksangelegenheit ebenfalls eine baldige Entscheidung getroffen werden, damit diese große Büchersammlung nicht noch längere Zeit der öffentlichen Benutzung entzogen bleibe. Donaufürstenthümer. Bukarest. Der täglich erscheinende „Telegraphul" bringt in seiner Ausgabe von Dienstag den unten folgenden Artikel. Es ist kaum nothwendig, daß wir den inländischen Lesern den Charakter des „Telegraphul" schildern; für die Leser im Auslande wird es nicht überflüssig sein zu bemerken, daß jenes Blatt eine jener Verzerrungen der Natur ist, wovon Satan im Paradiese eine so schlagende Illustration gibt. Seit dem letzten Marz haben wir in Rumänien keine jener gewaltthätigen, barbarischen Scenen erlebt, welche früher dem Lande ein so hohes Odium verschafften, daß nicht nur der Günstling der „Trompetta" und des „Telegraphul": Napoleon HI., sondern alle anderen Großmächte interveniren mußten. Die Reformen , welche in allen Zweigen des Staatshaushaltes und namentlich in der Justizpflege inaugurirt wor; den sind, haben überaus viel zu der Ordnung und Stabilität beigetragen, die seit Kurzem im Lande herrscht, und wir wollen nur hoffen, daß kein unvorgesehener Rückfall in alte Sünden den einmal eingeschlagenen Weg des Heiles wieder unmöglich machen werde Doch hier ist der erbauliche Artikel: l Das in Bakau erscheinende Journal „Coschnitza" schreibt Folgendes: „Wir denunciren der ^rumänischen Presse und jedem Rumänen von Herz und Gemüch, daß der Minister Costafor in einem dem Bakauer Tribunale zugeschickten Befehle verordnet^ „daß auch die Juden als Schiedsrichter zugelassen werden sollen; denn sollen wir durch ihre Nichtzulassung den Fremden wieder Gelegenheit geben, und als Nichtcivilisirte zu taxiren?!!" „Die Schiedsrichter haben bas Recht in erster > Instanz zu richten und sind mit der ganzen Autori- I tat der gesetzlichen Richter bekleidet. Durch die Zu- I laffung der Juden, im Namen des Gesetzes zu ent- I scheiden und Urtheile im Namen Carls I. zu fällen, l öffnet der Minister Castasor, der Minister des Fremdst lings (?), der Fremde von Blut und Gesinnung auf verstohlene, diebische Weise den geliebten Juden, die langgewünschte Bahn. Wir bitten die rumänische Presse, wir bitten die Bertheidiger des Romanismus und jeden wahren Rumänen, gegen die Ruchlosigkeit des Ministers Costafor ernergisch zu protestiren." Diese noch unverhörte Niederträchtigkeit unsere- Justizministers, des berüchtigten Herrn Costafor, stch zum Bertheidiger der Auswürfe Palästina's zu machen und die Bakauer Richter zu beschimpfen, wird bewiesen durch den Ministeral-Erlaß Nr. 11780. Der „Telegraphul" hat schon früher diese offene Protection der gegenwärtigen Regierung für die jüdischen Mißgeburten beobachtet und den Entschluß, den sie gefaßt hat, zur Realistrung des Wunsches Sr. Hoheit, ausgesprochen in den berüchtigten Worten: „Ich bin überzeugt, daß Rumänien nicht ohne Juden leben kann, welche in meinem Adoptiv-Vaterlande die Mittelklassen bilden werden." Wir sagten, Benjamin Peixotto, der jüdische tzonsul, wagte es, Sr. Hoheit zu sagen: „Wenn die Principien der Gerechtigkeit und Gleichheit, von welchen, wie ich überzeugt bin, Ew. Hoheit für alle jene Bewohner, denen dieses Land zur Heimath geworden, beseelt sind, hier praktisch realistrt werden, dann müssen die besten Hoffnungen für dessen Zukunft in Erfüllung gehen." Der Jude wollte absichtlich nicht von seinen Glaubensgenossen sprechen; doch wußte Jeder, selbst der Dümmste, welches die Mission des Herrn Peixottt» an den Gefilden der Donau ist. Se. Hoheit fand es für geeignet dem jüdischen Agenten folgendermaßen zu antworten: „Ich habe stets die größte Bewunderung für Ihr Land gehegt und bin überzeugt, daß es nur durch den liberalen und gastfreundlichen Geist, der es beseelt, zu solche einer mächtigen Entwicklung gelangt ist. Ich hoffe, daß wir das Vergnügen haben werden, Sie lange Jahre in unserer Mitte zu sehen und wird meine Regierung (Laster Catargin) nicht verfehlen, Ihnen die Erfüllung Ihrer Misiion so leicht und so angenehm als möglich zu machen." Eine kategorischere Erklärung konnte nicht gemacht werden und sie ist trotzdem gemacht worden. Die Nation hat sie gehört und das Haupt gebeugt und bald daran vergessen! Doch die Regierung, den Versprechungen Sr. Hoheit gehorchend, arbeitet fortwährend für die Erfüllung der Mission des Herrn Peixotto. Unsere Ahnungen werden Wirklichkeit. Auf der einen Seite der Knüttel des Germanismus, auf der anderen der des Judaismus, in der Mitte des armen Rumänien; und das Regime von 1866 und unsere heutigen Lenker hämmern fortwährend darauf los, in

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