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Der Israelit · 1871-11-22 · Heft 47 (22.11.1871) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 47 (22.11.1871)
Date
1871-11-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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872 stets jene Befriedigung, die nichts mit der mir von meinem Gegner vorgeworfene Eitelkeit noch mit literarischer Freibeuterei gemein hat. Ja in die in Rede stehende Arbeit des hohen Liedes habe ich mich — ich darf es sagen — mit besonderer Vorliebe vertieft und hätte mich gerne begnügt mit diesem Bewußtsein allein rntysi in« roff run belohnt zu sein ’pt>n nn 'vvp, dem Beifall der Oeffentlichkeit nachzujagen, war fern von mir und es würde dabei sein Bewenden gefunden haben, wenn nicht Herr Rabbiner Joseph Natonek in Pcsth, aus dem von ihm in beigedrucktem „Offenes Schreiben" aufgefuhrten Motiven mit der terausgabe vorgegangen wäre, ohne vorher meine ustimmung einzuholen. — Von meinem Anonymus scheide ich mit der Mahnung das Gebet jna 'm*? -\m hd-io -ono ’riDtcn mit voller Andacht in der Folge zu verrichten und den Inhalt zu beherzigen, und erkläre hiermit schließlich, daß, wenn es ihm gelüsten sollte, in seiner Polmik gegen mich fortzufahren, ich ihm nur Rede stehen werde, wenn er fein Visir ablegt und mit seinem vollen Namen zeichnet. B. Holländer. Frankreich. Paris. Bekanntlich wird in hiesigen Synagogen bei den Trauungen zwischen Reichen und Armen ein großer Unterschied gemacht. Dem Reichen wird, natürlich für sein Geld, die 'Synagoge schön decorirt, der ganze Chor fingt u, dgl.; bei dem Minderbegüterten und Armen wird die (Zeremonie ganz einfach vollzogen. Diese Einrichtung besteht schon seit längerer Zeit. Neuerdings will das Consistorium auch für „Jahrzeiten und beim ersten Besuch der Synagoge von Seilen der Wöchnerinnen" eine ähnliche Classification einführen. Die „Un. isr.“ tritt diesem nicht zu billigenden Verfahren entschieden entgegen. favis. Herr Albert Cohn hält im portugiesiempel allsabbatlich religiöse Vorträge, die sehr stark besucht sind,- auch die Herren Rabbinen versammeln jeden Samstag eine zahlreiche Gesellschaft, die mit gespannter Aufmerksamkeit ihren Worten folgt. (IIn. isr.) England. London. Nach einem Berichte der „Times'' waren bei der englischen Missionsgesellschaft am Anfänge dieses Jahres 78 Mifsionnäre und 25 Lehrer und Lehrerinnen angestellt, wovon 62 in Europa, 22 in Asien und 19 in Afrika leben. 2668 Bibeln, 29,000 Theile derselben, 3000 Neue Testamente, 500 hebräisch-deutsche Gebetbücher und eine große Anzahl sonstiger Bücher und Tractätlein wurden vertheilt. Was aber mit diesem großen Auswande bewirkt, resp. wie viele Juden von der Gesellschaft getauft wurden, veröffentlicht sie wohlweislich nicht, weil sie sich nur dadurch lächerlich machen würde. London. Unser Glaubensgenosse Herr Jessel wurde zum Solicitorgeneral (General-Staatsanwalt) ernannt. Er ist der erste englische Jude, welcher einen so hohem Rang einnimmt. Der Solicitorgeneral ist Mitglied des Ministeriums. „Daily News" bemerkt hierzu Folgendes: Es ist bekannt, daß Herr Jessel Jude ist, nicht blos der Geburt nach, sondern auch ein frommer Jude aus innerer Ueberzeugung. Rußland. Warschau. Bekanntlich ließen in den Revolutionsjahren 1863 und 1865 eine Anzahl Rabbiner im Königreich Polen sich durch den damals herrschendem polnischen Terrorismus bestimmen, statt der bisherigem deutschen die polnische Predigt beim Gottesdienst einzuführen. Die meisten dieser wider ihren Willen polonisirten Synagogengemeinden haben zwar später die polnische Predigt wieder abgeschafft, einige sie aber noch bis jetzt beibehalten. Vor Kurzem ist nun Letztern aus dem Bureau des Statthalters eine vertrauliche Verfügung zugegangen, worin sie aufgesordert werden, die polnische Predigt beim Gottesdienst abznschaffen und die russische oder deutsche einzusühren. Palästina. Hebron. In einer Entfernung von 6 Stunden von hier ist ein Berg, welcher den Namen „Berg des Propheten Amos" führt und von den Umwohnern im großen Ehren gehalten wird. Preußische Unterthanem wollen ihn von der türkischen Regierung kaufen, um daselbst eine ähnliche Colonie zu gründen, wie sie solches ans dem Berge Kännel ausgeführt. (Habazeleth.) Amerika. 9?ew-Hork. Auch in Amerika findet man in Bezug auf die Ausübung der Wohlthätigkeit dieselbe Erscheinung wie in Deutschland während des deutschfranzösischen Krieges. In den zu Gunsten der Abgebrannten in Chicago erlassenen Ausrufe ist von „christlicher Barmherzigkeit", „christlicher Wohlthätigkeit' die Rede, während auf den Spendenlisten die Namen des Israeliten nnt den verhältnißmäßig größern Summen zu lesen sind. Aufrufe werden in allen Synagogen verlesen,' Sammlungen am „Samstage" (!!!) fariben in nur drei Synagogen statt, der Tempel steuerte fast 3000 Dollar dazu. (Also die Wohlthätigkeit übt man daselbst durch eine Sabbatverletzunz. —) Chicago. Die Israeliten New-Dorks entwickeln für die Abgebrannten von Chicago eine großartige Thätigkeit. Der Wohlthätigkeitssinn unserer Glaubensgenossen bewährt sich auch hier wieder aus das Glan-

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