Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 47 (22.11.1871)
- Date
- 1871-11-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Gemeinde, die sich seit einer Reihe von Jahren kalt und schroff einander gegenüber standen. Mit einer Begeisterung, die aus der Tiefe seines Herzens emporstieg, wußte er die harte Rinde, die sich um die Herzen lagerte, zu lösen. Wahrlich, unsere Provinz, und namentlich die Männer, die dieses Vorhaben zur Reife brachten, haben eine glänzende Requisition gemacht. Gewiß werden alle Gemeinden, die unser geliebter Rabbiner besuchen wird, dasselbe Uriheil fällen, wenn sie erst in nähere Bekanntschaft mit ihm getreten sind. Sonntags nahm er die Schulprüfung vor, eiferte Lehrer und Kinder an durch sein begeisterndes Wort. Es ist erfreulich für eine jede Gemeinde, wenn sie thatsächlich überzeugt wird, daß ihre Kinder in keiner Beziehung vernachlässigt werden, aneifernd für den Lehrer, wenn sein mühevolles Streben Anerkennung findet. So voll Liebe und Anerkennung er sich auch hier gezeigt hat, so wird er aber auch anderseits, dessen sind wir fest überzeugt, mahnend und tadelnd gegen Gemeinde und Lehrer auftreten, wenn sie ihren heiligen und hohen Beruf vernachlässigen. Auch von der guten und gewissenhaften Ausführung der nö’iw hat er sich überzeugt. So gerne wir ihm eine Vergütung für seine gehabte Mühe hätten zu Theil werden lassen, wies er doch dieselbe entschieden zurück: er hat alles nur mso Dito gethan und war froh, den religiösen Standpunkt hier so zu finden, wie er es gewünscht. Hoffen wir zu Gott, daß Herr vr. M. bald wieder zu uns komme, und daß auch andere Gemeinden Veranlassung finden, ihn recht bald in ihre Mitte zu berufen. Wahrlich, wir können mit frohem Herzen ausrufen: ub '2 beott”. M. H. ö. Aus Bayern. Eine Frage von großer Tragweite ist in der jüdischen Gemeinde unserer Residenzstadt aufgetaucht, geeignet, die Gemüther derjenigen, welchen die Institutionen unserer göttlichen Lehre nicht gleichgiltig sind, aufs Ernsteste zu beunruhigen. Man geht dort mit dem Plane um, und wird — wenn nicht rechtzeitig die großen Bedenken dagegen noch anerkannt werden — zur Ausführung gelangen, das P o r s ch c n der Hinter viertel hier einzuftihren. So unschuldig und von mancher Seile aus gerechtfertigt dieses Vorhaben oberflächlich betrachtet erscheinen dürfte, so bedenklich, ja verwerflich muß diese Neuerung für unsere Zustände — die ja nur in Betracht zu ziehen sind — bei einiger ernsten Erwägung sich uns zeigen, so daß wir uns der Hoffnung nicht entschlagen können, daß die Bessergesinnten noch rechtzeitig das Gefährliche ihres Jrrthums einsehen und ihre Augen den D^ütOD, den Verantwortungen nicht entziehen werden, die sie durch die Förderung dieses Schrittes auf sich laden! Nicht genug der Besorgnisse, die die bisherige Handhabung eines so wesentlichen Zweiges unserer öffentlichen religiösen Angelegenheiten, wie die der r.wn&. uns in unserer Zeit oft verursacht — in unserer Zeit» in welcher an den meisten Plätzen von der erforderlichem hingebungsvollen, gewissenhaften Ueberwachung der religiösen Institutionen kaum die Rede sein kann, und viele ü'vrvv uns meistens sowohl hinsichtlich ihrer Kenntnisse, wie der Zuverlässigkeit uns durchaus nicht dazu anzuspornen geeignet sind, den Kreis unseres Zutrauens zu erweitern — in dieser unserer Zeit sollte es uns einsallen, die Verantwortlichkeit für Herstellung und Erhaltung von -ibq Fleisch noch um so ein Bedeutendes zu erweitern! Die Frage, ob unsere Küche den Ansprüchen der heiligen Thora entspricht, noch vom einer neuen Autorität und einer Fachkenntniß abhängig zu machen, deren Praxis keine so leichte und in unfern Gegenden eine völlig unbekannte ist! Mögen alle Diejenigen, Rabbiner: wie Laien, denen hier der Einfluß in irgend einer Weise zu Gebote steht, von diesem kühnen Schritt abrathen und zurückhalten! Mögen alle Diejenigen, welchen das 'pniro nincn pi ndöh jo nvchBedeutung hat, sich wohl vor Uebereilung hüten! Es ist dieses ein Schritt, von dem man sich noch so ziemlich, auch in solchen Gemeinden, deren, religiöser Standpunkt noch unter dem der Münchener Gemeinde ist, davon zurückgehalten. Es ist dieses die Sache nicht nur der .-ijidx ’ttoN in München, sondern in ganz Bayern, solchem bedenklichen Eingriff in unsere religiösen Anstalten nach Kräften entgegen zu treten. Denn einmal in einer größern Gemeinde eingeführt, wird das Streben danach auch in andern Gemeinden geltend werden. Es steht übrigens das Bedenkliche des Unternehmens durchaus in keinem Verhältniß zu dem ökonomischen Werthe desselben, da das Fleisch durch das Porschen zerstückelt, an Werth sehr verliert. (Wir schließen uns der Ansicht unseres geehrten Correspondenten in jeder Weise an. Die hier geäußerten Bedenken sind so gewichtig, so überzeugend, daß eL weiter keiner Auseinandersetzung bedarf. UebrigenS wurde der hier angeregte Passus in frühern Jahrgängen dieser Zeitschrift bereits in ausführlichster Weife besprochen und erörtert. — Red.) Ans Bayern. Die dh. 32 dieser geschätzten Blätter brachte eine Correspondcnz aus Dresden, welche die Verhältnisse der dortigen Gemeinde bespricht, hierbei, auch des Koscherfleisch-Verkaufs erwähnt, und die Thatsache konstatirt, daß daselbst von nichtjüdischen Metzgern auf demselben Hackeklotz, ans welchem Schweinefleisch verkauft, auch das koschere gehackt und mitunter zugleich auch trefenes verkauft wird. Daß diese Anschuldigung aber nicht blos auf Dresden, wo nach besagter Correspondenz die religiösen Zustände im Argen zu liegen scheinen, zu beschränken ist, sondern noch viele und auch so manche isr. Gemeinden trifft, die im Allgemeinen noch zu den religiösen gerechnet werden, ist: durchaus nicht schwer durch häufige Belege nachzirweiser^