Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 47 (22.11.1871)
- Date
- 1871-11-22
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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869 tapsen traten. Und wie vom Hohenpriester Aaron gerühmt wird, daß ermin^ rr.nin mpo die Menschen für die heilige Sache gewonnen, so hat auch er durch sanfte Belehrung und Zurechtweisung für die heilige Sache gewirkt. Jenes Schrittwort: m n'3in rm Hn’oy galt ihm für Pflicht, wo ihm ein Einfluß gestattet war, da, wie er sagte, die echte Freundesliebe sich nicht in gleichgiltigem Uebersehcn religiöser Abweichungen, sondern in geeigneter Belehrung sich kundgebe, pyn rrwn O'3-n. Dadurch ist es ihm gelungen. Viele von dent Wege der Verirrung zurückzusühren. So sei sein ganzes Fühlen und Denken von dem Thorageiste durchdrungen, seine ganze Thätigkeit davon beherrscht gewesen, und es habe der Verewigte so manche Beweise seines klaren Schriftverftändnisses in scharfsinnigen Schriftdeutungen, wovon viele angeführt werden könnten, gegeben. Die Thorabeflissenen habe er in freigebigster Weise unterstützt und hochgeehrt, in Halberstadt selbst durch großartige Schenkungen dam beigetragen, daß in dem dortigen tcmcn n'3 das Thoralernen ununterbrochen geübt werde. In gleicher Weise habe er auf eigene Kosten an der dortigen Gemeindeschule einen Talmudlehrer angestellt, damit auch dieser Zweig des Unterrichts die gebührende Pflege finde. Bei solcher Begeisterung für den ersten Grundpfeiler lasse sich wohl nicht anders annehmen, als daß auch der zweite die misy mit seltener Gewissenhaftigkeit gepflegt wurde. Die Ausübung der mrrv sei ihm Allem vorgegangen. Kein geschäftliches Interesse, selbst das dringlichste, habe ihn. zu. einer Verzögerung bringen können. Und was den dritten Grundpfeiler, OHDn, betreffe, da sei sein Ruf bis in die entfernten Erdtheile gedrungen. Er habe die npis?, wie die Weisen die npns 'jnu charakterifiren, wie ein Ton geübt, crin« izn'w nsm jrv, er habe nicht allein selbst mit Wohlwollen und mit schonender Milde gegeben, sondern auch Andere zum Geben veranlaßt. Nach dem Worte des Propheten habe er die Armen und Bedrängten in sein Haus gebracht, dieselben mit Nahrung und Kleidung versehen, an Festtagen, wie v'-ns, an großen Tafeln reichlich bewirthet. Noch über den Tod hinaus habe sich seine Fürsorge für die Erhaltung der religiösen Institutionen kundgegeben, indem er testamentarisch bestimmte, daß sein vorhandenes Silbergeschirr später zur Anlage eines Fonds zur Heranbildung von v'bnia verwendet werde. Dabei sei er von seltener Bescheidenheit und Demuth gewesen. Den ihm vom Könige von Preußen verliehenen Titel eines Commerzienrath wollte er nur deshalb annehmen, um wyb tmn für feine Glaubensbrüder eher Gutes wirken zu können. Wenn solch ein edles Leben erlösche, dann könne man mit dem Propheten Elischa ausrusen: 1'BnSl 331 '38 '38 Ein Vater ist dahingegangen, ein Ernährer, ein Mann, der dnrch seinen nor, sein persönliches Verdienst, Schutz zu bieten vermochte. Und wenn ein solches Leben so frühzeitig seine Vollendung fand und das gewöhnliche Lebensziel von 70 Jahren nicht erreicht, so müsse daran erinnert werden, daß das verdienstliche Leben nicht nach Tagen, sondern nach Thaten zu zählen sei, und daß in diesem kurzen Lebensrahmen mehr Gutes und Edles eingeschlossen sei, als in dem langen Lebensgange vieler andern Menschen. Anknüpfend an die Stelle des temo auf den ersten pioö von j/t mw ”n nvin nbiyb Dr6rm _ D’O’Dn ’O' ‘n, wies Herr vr. Lehmann nach, daß in der Organisation des Menschen die Befähigung für die zu erreichende Vollkommenheit, sowie das Maaß für die Zeitgrenze derselben gelegt sei. Wir sahen bei dem Entwerfen dieses herrlichen Lebensbildes aus dem Munde des selbst sehr ergriffenen Herrn Redners, dem die Klage um den Verlust noch anderer dahingeschiedenen Frommen angeschlossen wurde, viele Thränen fließen, und wir dachten an die Worte des Dichters: Es wirkt mit Macht der edle Mann Jahrhunderte auf seines Gleichen; Denn was ein edler Mensch erreichen kann. Ist nicht im engen Raunl des Lebens zu erreichen. Drum lebt er auch nach dem Tode fort, Und ist so wirksam, als er lebte. Die gute That, das schöne Wort, Es strebt unsterblich, wie er sterblich strebte. Die ganze Feier währte länger als zwei Stunden. Der isdh war nicht allein ergreifend, sondern auch im hohen Grade belehrend, da der Redner die Gelegenheit wahrnahm, viele schwierige Talmud- und Midraschstellen, sowie O'pivs zu erörtern und zu erklären. Auch wurde manche sinnreiche Erklärung des Verewigten angeführt, die dessen hohen, leider zu früh der Erde entrückten Geist bewundern ließen. mpn ni33n rnep. M. F. Beerfelden, im Odenwald, im Nav. Gewiß, geehrtester Herr Redatteur, wird es für Sie und Ihr geschätztes Blatt von Interesse sein, wenn ich Ihnen berichte, wie nun die Gemeinden in unserer Provinz, die sich dein hochherzigen Entschlüsse angereiht haben, einen Mann zu engagiren, der irs: b33i i33b b33 für das Judenthum und fiir unsere heilige Religion einzustehen sich bestrebt, durch das Wort und die That zu min und misy angeeifert werden. Einen freudigen und erhebenden raw haben wir gehabt ‘d mv "n, indem unser geliebter Rabbiner Vr. Marx in unserer Mitte verweilte. Kein Auge blieb thränenleer bei feinem Vortrage, ja, sein beredter Mund einigte die schon längst erkalteten Herzen unserer