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Der Israelit · 1871-11-22 · Heft 47 (22.11.1871) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 47 (22.11.1871)
Date
1871-11-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
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868 I I größte Gewicht auf bcu religiösen Unterricht der Jugend .. legt; man darr sich nicht erschrecken lassen durch die grotzen Ansprüche, welche allerdings in unfern Tagen an die profane Ausbildung gestellt werden. Es wird den lernbegierigen Knaben nicht schaden, wem: sie nebst den profanen Kenntnissen auch alle Theile unserer Thora kennen lernen; sie werden sich dadurch Liebe für unsere Religion, Interesse für unsere Nationalität und Geschichte erwerben. p-ux -pn oy min “no^n ns\ Dann aber ist cs vor Allem Pflicht der Eltern, durch gutes Beispiel echter Religiosität ans ihre Kinder Zu wirken. Ja, die Eltern dürfen überzeugt sein, daß wenn sie ihre Kinder in Gottes Gesetz erziehen und ihnen einprägen: „Gedenke des Sabat-Tages, ihn Zu heiligen," dieselben auch niemals verfehlen werden, das darauffolgende Gebot: „Ehre deinen Vater und deine Mutter," zu halten. Wir müssen in den Schulen und in den Familien- 1 kreisen unsere Kinder stets darauf Hinweisen, daß sie -- xu einer großen Sendung anserwählt sind — und;• Israel kann nie verloren gehen. \ * Nicht bloß für die Schule, sondern auch für die ganze Lebenszeit müssen der Knabe und das Mädchen ü von dieser hohen Bestimmung durchdrungen werden. Dann wird die Gleichgiltigkeit schwinden, und Israel - ' wird seiner Sendung sich bewußt bleiben.; Immer und immer wird es sortbanen auf beut | uns zur Bearbeitung gegebenem Felde, und die Früchte l werden nicht ansbleiben. s iyou \n px "i2i, „Rede zu den Kindern f Israels und sie werden sortschreiten," war das Wort Gottes zu Moses in denr Augenblicke, als Israel mit l Schrecken das entsetzliche Heer der Egvpter nahekommen f sah. Zunächst geht unser Mahnruf an die Rabbinen, - die sefthalten an Gottes Wort. O, lasset keine Gelegenheit unbenutzt, die segensreiche Fülle eurer Kenntnisse? aus eure Gemeinden auszugießen. Präget in Aller Her- > Zen Liebe für die Religion, Liebe für nilsere Geschichte,; Liebe für unsere Brüder und Mitmenschen, und Israel t wird inmitten der Civilisation die glänzendsten Fortschritte machen, und eingedenk der Worte: fcon '2 D’oyn DDnj’2i D2ns:?n, wird es seine Sendung erfüllen können. j. | Zettttttgsnachrichten und Correspon- -enzerr.! _ I Deutschland. Mainz, 14. Nov. Es ist eine erhebende Sitte . in Israel, auch in fernen Kreisen des Hinscheidens derjenigen Männer in Trauer und Wchmuth zu gedenken^ deren Leben und Wirken nicht dem engen Kreise der eigenen Gemeinde, sondern denr Dienste des gesammten Israels, ja dem der ganzen Menschheit gehörte. Und erscheinen solche Männer noch als die kräftigen Träger derjenigen religiösen Grundsätze, die deu wesentlichen Kern des jüdisch religiösen Lebens bilden; treten sie als Kämpfer für die Bewahrung der reinen, unverfälschten Gotteslehre auf; ist ihr Leben ein treuer Spiegel der edelsten menschlichen Tugenden; dann muß auch die Kenntniß eines solchen Lebens ans dem beschränkten Kreise der Gemeinde heraustreten; dann wird es verdienstlich, den Bück der Menschheit auf diesen Spiegel allgemein menschlicher und besonders religiöser Tugenden zn lenken und bei ihm betrachtend zu verweilen. Ein solcher Spiegel, ein solch edles Menschenbild wurde tlns in erhebender und rührender Weise am vbO2 n"Y'y nach dem Minchagottesdienste von msv on pap in der Synagoge der isr. Religionsgefettschaft von dem Rabbiner der Gemeinde, Herrn vr. Lehmann, vorgesnhrt, ein Menschenbild, ans das wir wohl die Worte eines deutschen Dichters anwenden können: „Die Menschheit ist ein Sternenbild, in welchem ein Stern oft die Hälfte des Bildes malt." Die Trauerfeier galt den: Hinscheiden des vor Kurzem verstorbenen Commerzienraths Herrn Joseph Hirsch in Halberstadt. Außer den Gcmeindegüedern hatten sich noch manche Verehrer des Verstorbenen ans Frankfurt, Wiesbaden, Bieberich :c. eingefunden. Mit sichtlicher Rührung entwickelte der Redner, dem der Verewigte im Leben als warmer Freund so nahe gestanden, aus den prophetischen Worten Jeremi,; bw nrxnni mmpap uopi imnn niias 'n idx njxnm indw niD2nn besonders ans dem Ausdruck izv2nn, wie hierin eine Aufforderung liege, die Größe des Verlustes nach allen Seiten hin zn betrachten und zu erwägen, weil nur dadurch dieser nach feinem vollen Werthe empfunden, gewürdigt und beherzigt werden könne. Dann wies nach, wie jene drei Grundpfeiler, auf welchen das Wohl des Einzelnen, wie das der geordneten Staaten beruht, muy min, in dem Verewigten die lebendigste Darstellung fanden. Die erste Pflicht des Thorastndiums, snhr der Redner fort, hat der Verewigte mit einer Liebe, mit einer Hingebung, mit einer Begeisterung geübt, daß Jeder, der ihm näher zu treten Gelegenheit hatte, davon ergriffen nnd zur Nacheiferung getrieben wurde. Noch vor den Beschäftigungen des Tages trat er an das ihm über Alles liebe Tborastndium, da sein ausgedehntes Geschäft ihm sonst die dazu nöthige Muße nicht gestattete. Und nicht nur er selbst hat dieser heiligen Pflicht mit dem liebevollsten Herzen obgelegen, er hat auch, nach dem Vorbilde des Stammvaters Abraham, dafür gesorgt, daß seine Kinder in seine Fuß-

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