Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 46 (15.11.1871)
- Date
- 1871-11-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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852 memde-Repräfentanz, wie auch was die Erfüllung, ihrer berechftgM rituellen Wünsche betrifft, stets das noeit^c^ henpM.Waß der Liberalität bewiesen zu haben, wrrd im Lügnerischen Lager das gerade Gegenthejl demonfttirt, und erscheint unter solchen Umständen die Möglichkeit einer Annäherung der beiden Parteien geradezu ausge- Girv^warhein. Dem vor zwei Jahren dahier gegründeten Humanitätsverein schenkte Herr I. I. Schwarz ein prachtvolles Haus und ein an dessen Seite eigens dazu erbautes kleines Bethaus mit 500 fl. an baarem Gelde unter der ausdrücklichen Bestimmung, daß in letzterem^ Morgens und Abends gebetet und es niemals zu eineNi änderen Zwecke bestimmt werde, selbst wenn nur 10 Mitglieder noch vorhanden, die da ihr Gebet verrichten. In diesem Falle würden diese 10 Männer Eigentümer des Gebäudes werden. (Hamagid.) Holland. Amsterdam. Ein jüdischer siebenjähriger Knabe, Namens Strelitz aus Haag, erregte durch seine merkwürdigen musikalischen Talente die Aufmerksamkeit der Königin von Holland. Er wurde von Ihr. Majestät nach Leipzig in das Conservatorium geschickt, woselbst er auf Kosten der Königin seine Ausbildung finden soll. Es würde Sorge getragen, daß er Kost und Logis in einem jüdischen Hause erhält. (Jew. Ehr.) England. London. Herr Alfred von Rothschild hat von der französischen Regierung als Anerkennung der von ihm geleisteten eifrigen philantropischen Dienste nach der Aushebung der Belagerung von Paris den Orden der Ehrenlegion erhalten. (Jew. Jsr.) Plymouth. Bei einer jüngst dahier stattgehabten Versammlung der Missionsgesellschaft berichtete der bekannte getaufte Missionär Stern von einigen Erfolgen seiner Thätigkeit, unter Anderem, daß es ihm in einer panischen Stadt gelungen, einen Rabbinen mit seinem Weibe zu taufeu. Solche Unwahrheiten weiß dieses saubere Subject seinem leichtgläubigen, meist aus Frauen bestehenden Publikum mitzutheilen, während es doch allbekannt ist, daß den Juden erst in neuester Zeit die Niederlassung in Spanien gestattet nnd gewiß die Taufe eines Rabbinen in Spanien noch nicht bewerkstelligt werden konnte, da es deren noch keine dort gibt. Es ist darum nicht . Wunder zu nehmen, wenn englische Blätter sich über die Lügen des Missionärs Stern lustig machen. (Jew. Ehr.) Irland. Dublin, Ein Beweis der Achtung, in welcher die Juden in Irland, dem nach den Worten des Ober- Rabbinen 1)r. Adler einzigen Lande, wo Juden noch niemals verfolgt worden waren, stehen, manisestirte sich jüngst in erfreuender Weise. Als die Tochter des Herrn S. Samuel in Dublin gefährlich krank darnieder lag, wurde nicht allein in den Synagogen, sondern auch in den Kirchen für sie gebetet. Nach diesem Beweis liebevoller Sympathie ist es nicht überraschend, zu vernehmen, daß 30 Droschken von Christen nnd Juden ihrer Leiche zum Grabe folgten. (Jew. Ehr.) Rußland. Jelez. Dieser Tage wurde in Jelez das neue Gymnasium eingeweiht. Dasselbe wurde aus Kosten unseres Glaubensgenossen Palliakow errichtet, wozu er 200,000 Rubel spendete. Zur Anschaffung verschiedener Lehrmittel gab er außerdem 3000 Rubel. Das Gymnafiunr wird bereits von 115 Schülern besucht. (Hamagid.) Feuilleton. Agnes. IV. Als Agnes nach Hause zur Frau Homgmann kam, fiel sie dieser um den Hals nnd fing laut an zu weinen. „Was ist Ihnen, liebes Kind?" fragte Frau Honigmann besorgt. Lange vermochte Agnes nicht zu antworten. Erst, nachdem sie sich satt geweint hatte, theilte sie der mütterlichen Freundin bruchstückweise das soeben Erlebte mit. „Und Sie hatten ihn bereits liebgewonnenfragte Frau Honigmann. Agnes erröthete; sie konnte nicht antworten; aber ihr Schweigen war beredt genug. Frau Honigmann schloß sie in ihre Arme und küßte sie. „Sie sind ein gutes, frommes Kind," sagte sie liebevoll; „Gott wird Ihnen ein besseres Glück bescheren. Er läßt das Gute nicht nnbelohnt." Gleichsam um den Zweifel an der Wahrheit der