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Der Israelit · 1871-11-08 · Heft 45 (8.11.1871) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 45 (8.11.1871)
Date
1871-11-08
Page
– (sequence 6)
Language
German
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828 Fünf weitere Israeliten wurden als Mitglieder des Generalrathes erwählt. (Univ. Jsr.) Paris. Herr Epbruffi, Chef des bedeutenden Bankhauses in Odessa , ist jungst gestorben. Man erzählt uns, daß der Tod des Herrn Ephrufsi vielfach Lurch den Schrecken herbeigeführt wurde, welchen er bei -er Nachricht hatte, daß bei den Exceffen gegen die Juden am verflossenen Osterfeste auch sein Haus in Odessa geplündert wurde. <Univ. Jsr.) Palästina. Jerusalem. Dem „Habazeleth" wird über einen werthvollen Fund folgendermaßen berichtet: Mit freudigen und zugleich schmerzlichen Gefühlen übersende ich Ihnen hiermit die Abschrift von den Worten, die auf einem großen (stein in griechischer Sprache stehen, welcher bei Gelegenheit eines Baues von den Arbeitsleuten auf dem heiligen Tempelberge gefunden wurde. Ter Stein ist von großem Werth. Die Worte lauten: „Bis hierher darf ein Fremder kommen; möge kein Fremder sich erkühnen, weiter zu gehen, weder nach der Halle, noch nach deren Umgebung. Wer diesen Befehl nicht respeetirt und doch weiter geht, wird nicht ungestraft bleiben, seine Schuld trägt jener Mann, sein Blut knmmt auf sein Kopf." Nach alten Schriften fanden sich damals viele solcher Steine am Tempelberge angebracht, auf denen diese Borschrist in griechischer, lateinischer und hebräischer Sprache geschrieben war, damit die zu den Festen Kommenden wissen konnten, wie weit sie gehen dürfen. Der oben gefundene Stein ist einer von diesen. Man vergleiche auch hierüber Josephus II. Theil, Kap. 5. Dort heißt es: „Zwischen der Halle und dem Hofe erhob sich eine prachtvolle Mauer "von Steinen (in der Mifchnah wird diese Mauer niD genannt), die 3 Ellen hoch war, auf der schone Säulen gleich wert von einander aufgestellt waren und auf denen in griechischer und lateinischer Sprache die Worte standen: „Kein Fremder möge sich erkühnen in das Heiligthum zu dringen, denn der Raum von dieser Mauer an nach Innen wird zum heiligen Tempel gerechnet, und kein Fremder komme dahin." Ebenso ist rm 6. Buche Kap. 2 von diesen Steinen die Rede. Amerika. Chicago. Die jüdisch - amerikanischen Blätter berichten von Sammlungen in allen jüdischen Gemeinden, Gesellschaften, Corporationen für die so schwer heimgesnchte Stadt Chicago. So hat auf Veranlassung des Hrn. Simon Wolf von Washington gleich am andern Tage der Eartastrophe die District-Loge Nr. 5 über 4ÖOO Dollar, der Schützenverein 500 Dollar und mehrere Israeliten außer bei den allgemeinen Sammlungen 500 Dollar gegeben. In der Gemeinde „Anshi Chesed" wurden 700 Dollars gezeichnet. DaS Executiv-Cornits des B'nai B'rith-Ordens hat an alle Logen einen Aufruf erlassen. Als Curiosum wollen wir hier nach dem „Jew. Mess." mittheilen, daß der Reformprediger Or. Chronik in Chigago, der bekanntlich am Sabbath auf öffentlicher Straße Cigarre geraucht, einen Tag vor dem großen Brande, am msy seiner Gemeinde den Vorschlag gemacht, die Feier des Sabbats auf den Sonntag zu verlegen. Wir hoffen, daß die furchtbaren Ereignisse die Israeliten Chicago's veranlassen werden, nicht nur den Vorschlag ihres Predigers zu verwerfen, sondern auch daß sie für immer jeden Gedanken einer solchen Verletzung des jüdischen Gesetzes von sich weisen. Möge das sie betroffene Unglück sie zum Bessern führen, daß sie einsehen, wie nichtig irdischer Besitz und der Zweck des Menschen nicht im fortwährenden Zusammenraffen von Geld undGut ist; mögen sie ihre nun zu erbauenden Geschäftslocale am Sabbat geschloffen halten und zu der Religion der Väter von ganzem Herzen zurückkehren. Nlainz, 6. Nov. Von den verschiedensten Seiten gehen uns Mittheilungen zu, daß in mehreren großen Gemeinden zu Ehren des verewigten Joseph Hirsch y“: Heßpedim sind abgehalten worden. Auch der yerausge- > der dieser Blätter wird s. G. w. nächsten Montag, 13. j Nov. (*rna -jsm n"iy), Nachmittags 3f/a Uhr, in der Synagoge der Israel. Neligionsgesellschaft hier einen halten, mon ctsn y'ii'l Feuilleton Agnes. in. Am andern Morgen ließ die Frau Geheime Commerzienrath Berncasiel Fräulein Bärwald ersuchen, sic noch heute mit ihrem Besuche zu beehren. Agnes beeilte sich, dem Wunsche nachzukommen und fuhr in einer Droschke in die Linkstraße, wo der Geheiine Commerzienrath ein prachtvolles Palais besaß. Der Portier empfing die einfach gekleidete junge Dame mit großer Höflichkeit, und der Kammerdiener fühtte sie sofort in das Boudoir der „gnädigen Frau." Agnes war ganz geblendet von all der Pracht und all dem Glanz, die ihr hier entgegentraten. Die „gnädige Frau" lag halbhingestreckt

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