Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 45 (8.11.1871)
- Date
- 1871-11-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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826 den Weißgärbern eine gelungene Rede, in der er die fünf voll der mioo zusammengestellten *6 noscn auf recht finnige Weise erklärte und sie als Negationsprincip der auslegte, die in 5 verschiedenen Sorten den Geist der Verneinung repräsentiren, als reuige nman ’Pyn aber noch immer hoffen können , daß ihre aufrichtige Buße von Gott gnädig ausgenommen werde. Nachdem in der Synagoge der großen Schiffgaffe das Schacheritgebet zum zweiten Male verrichtet wurde, bestieg Herr Rabb. Sal. Spitzer vor demAusheben der Thora die Kanzel uud wußte, wie immer, seine große Zuhörerschaft durch einen mehr als einstündigen Vortrag von nn-uw 'is'-M zu fesseln urld bei gespannter Aufmerksamkeit zu erhalten, io daß sie mit regstem Jntereffe dessen gediegenen, anregenden Worten lauschten und ebenso bereichert in ihrem Wissen, als gebessert im Gewissen und in ihren Vorsätzen das Bethaus verließen. Ich müßte den Raum dieses Blattes zu sehr in Anspruch nehmen, wollte ich nur annäherungsweise die Essenz dieser inhaltreichen, gelungenen Rede reproduciren, die sich eines außerordentlichen Beifalls erfreuten. Den Text bildete der dunkele m 'ihm Nor *D03 -idnd 'idi -nj6x 'n, der in scharfsinniger Weise erläutert wurde, und war es im letzten Theile besonders gegen die Synode gerichtet, die in ihren Folgen insofern als wohlthätig sich erweist, wie ja so oft im Leben das scheinbar Böse nachträglich zum Guten verwandelt wird, indem die Gefahren, die uns von Seiten der Reform drohen, so recht ersichtlich wurden, die wahren Absichten der Neuerer klar an den Tag traten und wir, die wahrhaften Jehudim, dadurch zu gemeinsamem, energischem, vereintem Handeln aufgerüttelt und angespornt wurden. In dieser Beziehung dürfen wir durch unsere Feinde lernen und brauchen uns dessen nicht zu schämen, wenn wir nur einmüthig und einstimmig uns um die gemeinschaftliche Fahne der Thora schaaren und mit vereinten Kräften sie zu schützen suchen. Noch an vielen anderen Orten wurden Vorträge gehalten und gern gehört. Und nun will ich über die Feier des Suckothfeftes in bcn verschiedenen Bethäusern einige Worte sagen. Im Allgemeinen ist am Suckothfestc ein viel stärkerer Andrang des Publikums zu den Bethäusern, vielleicht wegen niso, da bei den meisten Synagogen eine Laubhütte ist und nicht Jeder eine solche in seiner Wohnung haben kann. Ein hiesiger, sehr reicher Jude, türkischer Unterthan, hat in seinem schönen und geräumigen Hause ein eigenes Betlokal und in dem prachtvollen Garten eine zierlichenvio, in der auch Fremde, die sich des Tages zuvor daselbst eine Karte holten, freien Eintritt hatten und dort ninDP nrPEn N’sno en-»pt> p' erhalten, welche seit vielen Jahren bestehende schöne Einrichtung dem Hause Ehre macht, Am ">ff "in ist fast jede Synagoge überfüllt, da die improvisirten sogen. Bethäuser fofort nach ihrem profanen Zwecke wieder übergeben werden. Diesen günstigen Umstand des frequenteren Besuches machen sich einzelne Geschäftsleute zu Nutze, die den Leuten ihre Plakate durch Dienstmänner in die Hände stecken; auch beuten dies die geistigen Jnduftrieritter mit erfinderischer Speculationsgabe aus, um ihrer Schule zu gutem Rufe zu verhelfen, wenn selbe auch bezüglich der Leistung verrufen und jede Reclame umsonst verschwendet ist. Tags darauf, am yV, florirt wieder das Geschäft der Fahnenverkäufer. Da bemertt man ab und zu vielevornehme Leute, die nur auf einige Minuten als Gäste erschienen, um aus Pietät oder Gewohnheit das nvr» zu beten und wieder sogleich zu verschwinden. Einzelne dieser frommen Herrchen werfen sofort ihre .-du in die nsip, um nicht nrwn bi zu übertreten!! um so mehr ist das nothwendig als sie ja gut wissen, daß sie nicht so bald wiederkommen dürften, als an einen Jahrzeits- oder ähnlichen Feiertage. Die Polen verrichten schon nuv P’P die nispn 'r. Die einzelne Mitglieder werden zu je einer nspn namentlich hervvrgerufen, um Neid und Streit hintanzuhalten. Die türkischen Juden, oder Franken beginnen am frühesten am n"» Abende zu beten, und ist bei ihnen die Feierlichkeit sehr weihevoll und gemessen, nur versteht der Deutsche die sephardische Aussprache nicht. Die n"D werden mit Kränzen geschmückt und mit kostbaren ehp »to geziert, an mspn nehmen nur die Vornehmsten Theil. Das Haus, wo ihr früheres Betlokal bestand, wurde umgebaut und der neuerrichtete Tempel befindet sich in der Circusgasse, - er ist besonders nett und niedlich, sowohl in der innern, als äußern Ausschmückung und liegt in einem Garten, zu dem der Fremde nicht immer freien Eintritt hat. Im alten Tempel der Stadt (Seitenstättergasse) fand die Feierlichkeit bei voller Beleuchtung unter Prof. Sulzer's Leitung mit Chorbegleitung statt; zu den mspn werden aus demtcnpn rnN nur fünf n"o für die beiden Cantoren und die Vorsteher genommen, diesmal fehlte Hr. Dr. Jellinek, der sich in den Schmollwinkel zurückzog und durch angebliches Unwohlsein sein Ausbleiben entschuldigen lieh, was übrigens, wie man glaubt, der Feierlichkeit keinen wirklichen Eintrag that. Anlaß zu diesem Verstecken - Spielen bot das Vorgehen des Cnltus-Vorstands-Präsidenten Hrn. v. Königswarier am vorhergehenden Tage y"tp, wo Hr. Dr. I. angegangen wurde, von der bisher üblichen Weise bei nioiffj rroin nicht abzugehen, da bis auf das wnp alles nach der Mannheimer'schen - Gcbetordnung beibehalten wurde, die bis auf das deutsche Gebet ganz dem alten Ritus entspricht. Ueberdies war Hr.Dr. I. bereits seit a"i' verstimmt, da er sein Lieblingsproject „statt nmy 's au§ ‘'vmp 's zu Mincha aus der Thora- ' rolle vorlesen zu lasten, abermals nicht durchsetzen konnte — trotz der 2. Synode. Dies erreicht zu haben, ist das beneidenswerthe Verdienst nächst Fastet in Gr. Kanitza des eines gew. Löwy, einer obscuren Persönlichkeit, die > sich vom Religionslehrer auf den Prediger einer nahen : Vorstadt hinaufzuspielen wußte, und da dieses Mann-