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Der Israelit · 1871-11-01 · Heft 44 (1.11.1871) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 44 (1.11.1871)
Date
1871-11-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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316 schäften, das Dulden der schwersten Prüfungen, die Hingebung unseres Lebens l wenn Gott es fordert), das Erkennen von io? z'ci> Njsm "P2jn „Alles was Gott Wk, ist wohlgethan," und die Unterwerfung an Gottes Wort. Wenn Israel sich immer nach dem Beispiel Isaaks richtet, dann wird auch ewig mpy not es schützen. Frankfurt a. M. Alexander Dupan. Feuilleton. Ire Juden in SüdaraSren. Daß die Juden „in alle Welt zerstreut" sind — schreibt der bekannte Orientreisende Freiherr v. Maltzahn — ist nicht so unbedingt im Wortsinne auszustrfftn. Am größten Theile von Asien und Afrika gibt es keine ältansassigen Judengemeinden, und in Amerika, Australien und Polynesien leben nur solche Juden, die in neuester Zeit aus Europa eingewandert sind. Was ist also die Welt, in welche die Juden zerstreut sein sollen? Es ist beinahe genau die alte römische „Welt", d. h. die Lander ums Mittelmeer, Asien westlich von der persisch - afghanischen Grenze und unser kleines Europa. In Ostasten kommt nur hie und da noch eine jüdische Oase vor, in Afrika ist der nördlichste vereinzelte Punkt, wo Juden gefunden werden, Tombuktu. In den eigentlichen Regerländern gibt es keine Juden. Dies führr uns auf eine Hauptbedingung der israelitischen Einwanderungen. Tie Judetk ziehen immer civilisirte Länder vor. Wo sie auch immer gefunden werden, mag der heutige Zustand des Landes noch so barbarisch sein, man kann mit Bestimmtheit annehmen, daß dieses Land einst einen gewissen Kulturgrad erreicht hatte und daß die jüdische Einwanderung auf diese Kultur einen mehr oder weniger großen Einfluß ausübte. Nicht zahlreich genug, um iu einem völlig barbarischen Lande eine nicht vorhandene Kultur ins Leben zu rufen, ist diese Einwanderung doch mächtig genug, um eine schon vorhandene in ihrer Enlwickelung zu fördern, wovon wohl der Einfluß der spanischen Juden im Reiche der Omejadeu das glänzendste Beispiel liefert- Die numerische Schwäche bringt es aber wieder mit sich, daß diese Einwanderung nicht im Stande ist, den Verfall eines Landes dauernd aufzuhalten. Ein Beispiel eines solchen Verfalls liefert uns auch Südarabien, aber zugleich auch ein Beispiel der beginnenden Neubelebung und jener Elastizität, mit welcher dieses durch seltene Begabung bevorzugte Volk sich mit sonst fast beispielloser Spannkraft wieder emporzuheben vermag. Es ist eine bei Moslems geläufige Redensart, daß der geheiligte Boden der arabischen Halbinsel keine Andersgläubige trage; diese Redensart gilt am ganzen Lecken des Mittelmeers, so lveit Moslems wohnen, für ein Evangelium. Natürlich, denn alle diese Moslems kennen nichts von Arabien, das südlicher liegt, als Mekka. Jemen ist für die Meisten gar nicht vorhanden, und den tiefsten Süden der Halbinsel kennen selbst die arabischen Schriftsteller, der einzige Hamdani ausgenommen, nur vom Hörensagen. Daß aber im größten Theile Südarabiens auch nach jenem barbarischen Ausspruch, den man zuweilen dem Propheten zuschreibt, Arabien müsse „rein von Ungläubigen" sein, Juden zu allen Zeiten geduldet wurden, ist eine unzweifelhafte Thatsache. Vor Mohamed war sogar das Judenthum eine Zeit lang zur staatlichen Herrschaft gelangt und ganze Äraberstämme waren zu ihm übergetreteu. Mit der Einführung des Islam traten diese Stamme, deren Mosaismus wohl immer nur ein oberflächlicher gewesen sein mag, wieder zurück. Tenn es scheint unzweifelhaft, daß die heutigen Juden Jemens, wenn sie auch vielleicht eineu schwachen Bruchtheil arabischer Stämme, der sich im Alterthum ihnen einoerleibt, beibehalten haben, doch größtentheils rein israelitischen Ursprungs sind. Ihre Physiognomie, ihre Hautfarbe, selbst ihr Gliederbau sind so grundverschieden von dem der übrigen Südaraber, daß an eine innigere Blutsoermischung nicht zu denken ist. Ich habe Juden aus allen Gegenden Südarabiens gesehen und fand 'bei sämmtlichen einen und denselben Typus vertreten. Die Südaraber sind meist klein, die Juden sind selten unter, oft über Mittelgröße. Erstere sind mehr gedrungen, letztere schlank. Die Hautfarbe der Einen ist dunkel, oft fast schwarz, die der Anderen stets weiß, fast ebenso weiß, wie diejenige der Europäer. Die Züge der Südavaber sind klein, zierlich, nähern sich dem Rundlichen, die der Juden gedehnt, regelmäßig, aber weit entfernt von jener fast kindlichen Niedlichkeit, die wir bei vielen Arabern beobachteten. Das Haar der Einen ist sehr kraus, das der Andern beinahe schlicht, so daß die Pais, die bekannten Hängelockcn, welche hier sehr dünn und sein, aber lange getragen werden, nur wenig lockige Windungen zeigen. Ein Südaraber würde gar nicht im Stande sein, solche Pais zu tragen, die das Gesicht einrahmen; sie würden sich bei ihm als krause Büschel um die Schläfe ballen. Im Ganzen sind die südaralüschen Juden ein sehr schöner Menschenschlag, der an Schönheit nur den spanischen Juden nachsteht, aber die polnischen weit übertrisst. Namentlich die Kinder zeigen oft allerliebste Gesichter. Die Erwachsenen sehen in Folge der vielen rauhen Arbeit, die sie verrichten, oft vor der Zeit verwittert aus. Ihre Züge nehmen dann leicht etwas allzu Gedehntes an, was durch die langen, spitzen Bärte noch vermehrt wird. Der Bart reichthum der Juden ist auch wieder ein augenfälliger

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