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Der Israelit · 1871-10-25 · Heft 43 (25.10.1871) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 43 (25.10.1871)
Date
1871-10-25
Page
– (sequence 12)
Language
German
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S02 ZeLtitttgSttachrLchtert uttd Gveeespvn» denzen. Deutschland. Mainz, 23. Oct. Beim Schluffe -es Blattes erhalten wir die höchst betrübende Nachricht, daß leider der edle, fromme und in den weitesten Kreisen bekannte Eommerzienrath Joseph Hirsch in Halberstadt mit Tod abgegangen. Der Herausgeber dieser Blätter reiste heute zum Leichenbegängnisse nach Halberstadt. Ein ausführlicher Nekrolog folgt in nächster Nummer. Darmsta-t, (Erste Kammer.) Die israelitischen Neligionsgemeinden zu Oppenheim, Friebberg und Gießen resp. mehrere Mitglieder derselben hatten Vorstellungen an die zweite Kammer gerichtet, betreffend die Wahl ihrer Vorstände und die gesetzliche Regulirung der Verhältnisse der israelitischen Gemeinden im Großherzogthume, insbesondere die Ertheilung der Corporationsrechte an dieselben und die Gewährung des direkten Wahlrechts bei den Vorstandswahlen. Graf G ürtz halt es für gefährlich für die Kammer, sich in die inneren Angelegenheiten derselben der israelitischen Religionsgemeinden einzumischen und Domcapitular Dr. Moufang stimmt dieser Ansicht bei. An der Debatte betheiligte sich noch Frhr. v. Starck und Fürst von Büdingen und beschließt die Kammer einstimmig, nach einem Antrag des Grasen von Görtz, die Voraussetzung auszufprechen, daß die Regierung an sie gebrachten gerechten Wünschen unter Wahrung der corporativen Selbstständigkeit und verfassungsmäßigen Gewissensfreiheit möglichst Rechnung tragen möge. Q München, im September. Der vor Kurzem dahier verstorbene Privatier, Adolph Kohn hat außer mehreren kleineren Legaten, auch der hiesiegen Universität eine nahmhafte Summe, 20,000Gulden? so wie der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde 20,000 Gfutben in seinem Testamente ansgesetzt! Aus Htttetftattfen. Vor Kurzem wurde in diesen gesch. Blättern über das günstige Resultat der Prüfung an der Handels- und Erziehungsanstalt des Herrn Direktors A. Hirsch in Mainstockheim Bericht erstattet. Es gereicht uns zur Freude, den geehrten Lesern mittheilen zu können, daß die Leistungen genannter Anstalt auch von Seiten der Kgl. Regierung Anerkennung gefunden haben, indem Herr Direktor Hirsch von derselben als Präparandenlehrer ernannt wurde, eine Begünstigung, die nach dem Regulative von 1866 nicht leicht erlangt wird, da zur Vorbereitung für die Lrhrer-Seminarien besondere schulen errichtet sind. Wir zweifeln nicht daran, daß durch Herrn Direktor Hirsch dem Seminare tüchttge Elemente werden zugeführt werden, da die Gemeinde Mainstockheim, welche sich durch wahre Religiosität und edlen Wohlthätigkeitssinn auszeichnet, dem Ausspruche unserer Weisen »sn onoz» *jj2 nnm nun Rechnung tragend, Zöglinge unbemittelter Eltern unterstützt, so daß dieselben ohne große pecuniare Opfer vorbereitet werden Tonnen. Berlin, 14. Oct. Ueber eine Sch ul vorsteh er in wird der „Trib." mitgetheilt: Zu Frl. Hoffmeyer, der Vorsteherin einer höheren Mädchenschule, kommt die Gattin eines hiesigen hochgeachteten Kaufmanns, um ihre zwölfjährige Tochter zur Aufnahme in die Anstalt anzumclden. Zu diesem Zwecke ist eine Art Examen nöthig und es legte demgemäß Frl. Hoffmeycr der neu Aufznnehmenden verschiedene Fragen vor, welche alle richtig beantwortet wurden. Als man hierbei auch auf das Gebiet der „Religon" kam machte Frau H. die Lehrerin daraus aufmerksam, daß ihre Tochter Jüdin sei und somit an dem christlichen Religionsunterrichte nicht theilnehmen werde. „So?" erwiderte Frl. Hoffmeyer, „eine Jüdin? Dann bedauere ich, das Mädchen überhaupt nicht aufnehmen zu können, ich nehme nur christliche Schülerinnen an." Und als Frau H. einige Einwendungen machen wollte, fuhr Frl. Hoffmeyer fort: „Ich thue dies möglicherweise sowohl in Ihrem, als in dem Interesse des jungen Mädchens, denn ich würde mein ganzes Bestreben doch nur daraus richten, dasselbe in den Grundsätzen der Kirche zu erziehen und sobald als möglich zur Proselytin zu machen. (Wir können diese Offenheit nur billigen.) Rußland. Atik am Dniester. Vor einigen Wochen brach dahier bei einem Israeliten in der Neustadt Feuer aus, das eine solche verheerende Ausdehnung annahm, daß 14 Häuser abbrannten; durch den herrschenden Sturmwind wurde auch die Altstadt davon ergriffen, die bis auf 15 Häuser vom Feuer verzehrt wurde. 130 israet. Häuser, auch die große Synagoge, wurden ein Raub der Flammen. 300 Israel. Familien haben dadurch ihre Habe eingebüßt. (Hamagid.) Amerika. New-Uork. In Elmeere versprach ein Christ den daselbst angesiedetten polnischen Juden 1000 Dollars zu einem Synagogenbau beizutragen. (Jb. An.)

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