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Der Israelit · 1871-10-25 · Heft 43 (25.10.1871) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 43 (25.10.1871)
Date
1871-10-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
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795 auch von dem dortigen zweiten Lehrer, der sich öffentlich rühmt, an gebotenen Fasttagen nicht zu fasten und auch, wie uns von zuverlässiger Seite mitgetheilt worden, nisna genießen soll, sagen. Was das Ende von solchen Leuten ist, ersieht man deutlich an dem Vorgänger des Verstorbenen, dem Lehrer Löwenstein, der in der letzten Zeit in Bonn ein jüd. Töchter-Pensionat inne hatte und der uns vor einigen Jahren, als wir von ihm berichteten, er sei ein D-np’Sx, bei der Staatsanwaltschaft anzeigte. Dieser hat nämlich das — Weite gesucht und seine junge Frau im Stiche gelassen jjom Tsn -m. Was werden die neologen Lehrer Westfalens, die damals Gift und Galle spien und uns mit Schmähungen überhäuften, hiezu sagen? — Zu den vielen im lausenden Jahre in Westfalen fertig gewordenen und noch im Bau begriffenen neuen Synagogen, über die wir bereits in diesen gesch. Blättern berichtet, kömmt noch eine hinzu. Die kleine Gemeinde Drennsteinfurt, Regierungsbezirk Münster, die bis jetzt in einem gemietheten Locale den Gottesdienst abgehalten, schreitet zum Bau einer neuen Synagoge. Alle Ehre einer so kleinen und größtentheits aus unbemittelten Mitgliedern bestehenden Gemeinde, die keine Opfer scheut, dem Ewigen zur Ehre ein Haus zu bauen! Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. Aus Westphalen. Vor etwa 4 Wochen sind die vom Institute zur Förderung der jüdischen (?) Lite- Tatut herausgegebenen Schriften pro 1870—71, welche in diesem Jahre wegen der Kriegsereignisse um 4 Monate später als in den vorangegangeuen Jahren erschienen sind, an die Abonnenten versendet worden und zwar: 1) Geschichte des Volkes Israel, Heft I!. als Schluß, von Rabbiner Hcrzfeld in Braunschweig; 2) Beiträge über jüdische Alterthumskunde, Heft II. von Rabb. Löw in Szegedin; 3) Palästina, geographische, historische und archäologische Beschreibung desselben u. s. w. nach dem Französischen des sel. S. Munk, bearbeitet von Pros, vr. M. A. Levi und 4) Juda Touro, biographischer Roman von M. Wassermann. Wegen Mangel an Zeit haben wir genannte Schriften bis jetzt noch keiner eingehenden Prüfung unterziehen können; doch soviel läßt sich schon nach einem oberflächlichen Ueberblicke davon sagen, daß unser Urtheil, welches wir in diesen gefch. Blättern über die im vorigen Jahre erschienenen Schrifteu abgegeben haben, daß nämlich, ganz abgesehen von dem Werthe und dem Inhalte derselben, von dem sogenannten Literaturvereinc auch in quantitativer Beziehung von Jahr zu Jahr immer weniger geleistet werde, auch auf die diesjährigen anwendbar sei. Denn, bedenkt man, daß die Abonnenten für den Abonnements- Preis von 2 Thlr. jährlich in den letzteren Jahren nur 4 Werke von nur mäßigem Umfang erhalten, also pro Heft 15 Sgr. zahlen mußten, so wird ment sicher unser Urtheil nicht zu hart finden. Und was geschieht in qualitativer Beziehung? Was Herzfelds jüd. Geschichte betrifft, so muß erwogen werden, daß in diesem Zweige der Literatur den Abonnenten schon genug geboten ist, vielleicht mehr, als die meisten derselben wünschen; man denke nur an Joft's Geschichte der jüd. Secten, Grätz's Geschichte u. s. w. Zudem ist genanntes Werk, das auch früher schon durch den Buchhandel Berbreituug gefunden, nicht überall vorurtheilsfrei und objectiv gehalten. Für Löw's Atterthumsforschung, in welcher nicht selten Mischnah-, Talmud- und Poskimftellen tendenziös verdreht werden, werden die wenigsten Leser Jntereffe hegen. Das einzige Werk, welches für alle Leftr einiges Interesse hätte, wäre also Muuk's Palästina. Im Ganzen genommen könnte man von den in diesem Jahre erschienenen Schriften behaupten: no\xn oyoi riioan djjö Und wenn auch die Herausgeber behaupten, daß die früheren Abonnenten dem Institute treu geblieben, so zeigt doch ein Blick in das diesjährige Abonnentenverzeichniß eine wirkliche Abnahme derselben. Frankfurt a. M Nach dem Programm für die vom 19. bis 21. Sept. abgehaltenen öffentlichen. Prüfungen in den Unterrichtsanftalten der israel. Religionsgesellschaften zählten dieselben bei Beginn des Wintersemesters 206 Knaben und 126 Mädchen; das Sommersemester begann mit 212 Knaben und 131 Mädchen. Der jüngst verstorbene Herr' Samuel Schames hat durch letztwillige Verfügung die Anstalt mit 2000 fl. zu zwei Freiplätzen bedacht. Herr Saly Raunheim hat auch in diesem Jahre eine Schenkung von 150 ft. zur Anschaffung von Zeichneumodeüen und zur Vermehrung der naturwissenschaftlichen Sammlungen und Apparate gemacht. An die Schulkaff'e sind an fteiwilligen Beiträgen der Mitglieder fl. 5693 eingegangen. Die projectirte Lehrer -, Wittwen - und Waisen - Kaffe, der Pensions- und Reserve-Fonds, die Zuschuß - Kaffe u. s. w. wurden vielfach mit Geschenken bedacht. Lyck (Ostpreußen), im Oct. Der Gerichtsaffeffor vr. Leopold Silber mann, einziger Sohn des ehrenwerthen Redacteurs des „Hamagid", wurde dieser Tage zuln Kreisrichter in dem" Kreisgerichte Marggrabowa, wo er einige Zeit commissarisch beschäftigt war, ernannt. Er ist der erste jüdische Kreisrichter in Ostpreußen. Seine schnelle Beförderung verdankt er zumeist seiner juridischen Tüchtigkeit und mustergiltigen. Berufstreuc. Seine Ernennung hat bei Allen, die seine guten Eigenschaften (cuttert, die freudigste Sensation erregt. Die Emancipation der Juden Preußens hat als«» wieder einen Schritt vorwärts gethan. H. Schwarz.

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