Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 43 (25.10.1871)
- Date
- 1871-10-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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793 der ist die incarnirte Neologie, nicht erst seit beute und gestern; noch bevor an eine Rabbiner-Versammlung gedacht wurde, war derselbe schon ein mnattf tono und manu Aus seiner Jugend sind ihm einige Reminiscenzen aus dem Talmud geblieben, und so galt er bei jenen, die solche Reminiscenzen nicht haben, nicht haben können, weil sie niemals talmudische Studien gemacht, für einen jüdischen Gelehrten par excellence. In seiner Gemeinde hat er die Reform mit allen ihren Erbärmlichkeiten zum Ausdruck gebracht und wußte als langjähriger Vorsteher nach dem i sie volo, sic jubeo je. Alles durchzusetzen, was er zur Auflösung und Zersetzung des Judenthums erdenken konnte. Da Herr H. seines Zeichens ein Kaufmann und Fabrikant ist, der viele Arbeiter beschäftigt, so ist fein Einfluß in der Stadtgemeinde nicht unbedeutend, und da wir Juden uns noch immer nicht von dem Urtheil emancipirt haben, das man in nichtjüdischen Kreisen über jüdische Angelegenheiten fällt, so hat die Synagoge in Leobschütz die Extravaganzen der Reform, mit denen Herr H. sie ausstattete, sich ruhig gefallen lassen, da sie den Beifall des nichtjüdischen Publikums gefunden hatten. Diese Dinge datiren jedoch schon aus alter Zeit, wir erwähnen ihrer nur, um für das Folgende eine Erklärung zu haben. Herr Holländer gilt also bei den jüdischen Ignoranten als Gelehrter, und so durfte er bei der Synode nicht fehlen. Die Rabbiner derselben hatten in ihm ein talmudisches Orakel und man sagt, das neue Kirchenlicht in Oppeln, Herr vr. Wiener, werde ganz und gar von dem Oele genährt, welches Herr H. ihm Anfließen läßt. Jedoch wollen wir das unsererseits nicht geradezu behaupten. Nach unserer Meinung ist vielmehr Herr W. selbst Mannes genug, um seine Betisen selbstschöpserisch zu erzeugen; das aber wissen wir, daß auf H.'s Empfehlung W. sich nach Eisenach meldete, nm der würdige Nachtreter des berüchtigten Heß (eines nahen Anverwandten Holländers) zu werden. Die Gelehrsamkeit Holländer's sollte aber auf eine viel eclatantere Weise an den Tag kommen. Sein Freund, Herr Rabbiner Natonek, wußte es zu. veranstalten, daß H. den Schleier der Bescheidenheit, der 37 Jahre lang dessen schriftstellerisches Talent zum großen Nachtheile der Welt verhüllt hatte, fallen ließ, und es erschien: das Hohelied, eine Verherrlichung des isr. Fraüencharakters, hebräisch commentirt und deutsch übersetzt von Benjamin Holländer. Wir, die wir Herrn H. zu kennen meinen, fragten uns verwundert, wie reimt sich Bescheidenheit zu Holländers Er, der sich überall in den Vordergrund drängt, wum pap üinn, der, wo und wie er nur kann, mit biblischen oder talmudischen Brocken um sich wirft, um den jüdischen Gelehrten hervoHukehren; er sollte 37 Jahre lang ein Werk fertig im Pulte haben liegen gehabt und seine Eitelkeit hätte nicht vermocht, ihn dasselbe der Oeffentlichkeit übergeben zu lassen? Da müssen wohl andere Gründe Schuld gewesen sein. Und die Leser dieser Zeitung sollen diese Gründe kennen lernen; sie concentriren sich in der Thatsache, das Werk des Herrn Holländer ist ein einfaches Plagiat. Im Jahre 1816 erschien von Salomon Lewisohn das in vielen Beziehungen vortreffliche Buch pan welches über hebr. Poesie handelt. Das Hohelied nrußte in seiner Eigenartigkeit einen Platz in diesem Buche sinden, und in der That wird darüber irr ausführlichster Weise darin gesprochen. Lewisohn bekennt sich nicht zu der in der jüdischen Welt herrschenden allegorischen Autfassungsweise dieses Buches, sondern wie es zu feiner Zeit unter den christlichen Theologen rationalistischen Andenkens Mode war, zu der sinnlich - buchstäblichen, nur Laß er die ethischen Beziehungen für das Leben nicht fehlen läßt. Herr Holländer hat nun den yrw oft wörtlich abgeschriebeu und sich nicht gescheut, sich als den Entdecker der neuen Idee auszugeben. Wir begreifen nun die große Bescheidenheit H., das Werk 37 Jahre ruhig im Pulte liegen zu lassen. Vor 37 Jahren waren erst 18 Jahre seit dem Erscheinen des pt5” nsfpD verstrichen, das Buch mochte da noch Manchem bekannt gewesen sein; auch war die hebr. Sprache noch mehr Gemeingut ass heutzutage, das Plagiat wäre da leicht entdeckt worden. In unserer Zeit dagegen, wie Viele kennen den mar» nL'bv noch? wie Viele beschäftigen sich mit hebr. Literatur noch? Heute konnte das Wagestück vorgenommcn werden. Aber es ist doch mißglückt! Und wir wollen in Folgendem das Plagiat anfdecken. Holländer: : K*n »tprra 'Sb n>ton a»ysn toi r.vet nbiys jntPD Dia nxin -pcn i>ö net r.icm ittan erm too ~)bDn Nun *6 na ino!?ö nm ^oa iam Lewiwhn i vry tu1? nv “iE'n wi^nn rv>tom ban nnx ^>a insj’ aP ~\va rucson nanan ry msnrß 'oi Holl.: nnp'i nyto nt&nfc nrrn n\t. — n'vbna toi N'Q'227! nmr< M'ani "jbvn DVD Lew. i nübvf "pon W22 na npvn ixo — rvofcw auo o mnx mPb nnnsa ab o 6**vi naniO D’ts'jn no Pa n» p:na rroo'i jns nya iyja pan na^> toi Hier hat Herr Holländer nur dem Sinne nach, nicht aber wörtlich abgeschrieben. In Folgendem geschieht dies aber wörtlich: Holl.: noiy p&orp nvnn nn Pxa nnpern ano .toaa Lew.: toap noiy im« nonn Holl.: by “jSnnn^ mn ’J«on o 'wrr .mp' ]2a nasn Lew.: p not? -)tonnt> nin *pEn ’aeran o wa .mp» p« nayn by w mp