Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 42 (18.10.1871)
- Date
- 1871-10-18
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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XU. f?a:%x 04xtq. Beilage zu Nr. 42 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Kericht. Der gelehrte Herr R. N. Rabbinowitz in München hat bereits den 4. Theil seines großen Werkes „O’^o ’pnp-" edirt. Dasselbe umfaßt die zwei Tractate Rosch ha-Schanah und Joma. Der Verfasser hat diesmal auch wichtige Manuscripte benutzt, die sich im Britisch Museum zu London und in der berühmten Bodleanischen Bibliothek zu Oxford vorfanden. Möge es dem rüstigen Arbeiter gelingen, sein Werk bis zu Ende auszuführen. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Darwiladt, 12. Oct. Wie überall, so scheint auch hier es sich zu erfüllen, daß mit dem Wiedererwachen des religiösen Lebens auch die --Humanitätsbeftrebungen Hand in Hand gehen. Wie uns aus sicherer Quelle mitgetheilt wird, soll sich Sonntag, am n"-i pcrr-D, ein Verein constituiren, der sich die herrliche Ausgabe stellt, den Soldaten hiesiger Garnison 1^-Koft zu verabreichen. Da hier stets sehr viele jüd. Soldaten — jetzt ca. 50 — Liegen nnd sehr viele die Mittel nicht besitzen, “lan Essen sich zu verschaffen, so wird dieser Verern ein wahrer na?“ ni’p sein. Am na» raw legte Herr Rabb. I r. Marx in eindringllcher Rede die Notwendigkeit und Wichtigkeit desselben seiner Gemeinde dar und freuen wir uns, wahrgenommen zu haben, daß wir erfüllt sahen den alten Satz: onai ba z'tn;o 'wyrn! Der Local-Verein wird, da ja nur die Landgemeinden interessirt sind, eilt Rundschreiben an dieselben erlassen und sie zum Beitritt anffordern. Wir leben der festen Ueberzeugung, daß man rasch und zahlreich beitretcn werde; denn es muß diesem Nothstande abgeholfen werden. Der Verein ist so notwendig und zeitgemäß, daß man kein Wort darüber zu verlieren braucht. In der Gemeinde herrscht seit einigen Wochen wieder neues Leben; Alles fühlt, daß es anders werden muß, und wir fügen gerne hinzu — es wird bester werden. Die Vorträge unseres Rabbiners erfreuen sich n"a stets des ungeteilten Beifalls und ist es demselben vorzüglich darum zu tijun, zu belehren und zur That anzuseuern. Es gefällt allgemein die ruhige Besonnenheit, mit welcher Herr Dr. M. zu Werke geht; ihngenirt es gar nicht, daß vr. Landsberger gegen die „Gesetzesrreuen" loszieht; mag er sich nur ärgern, mag schreien und toben; unsere Wege haben sich 71 getrennt; jeder nach seiner Weise; wir werden ja sehen, wem der Sieg zufällt. Sonntag wird die Leitung der Religionsschule von Herrn vr. M. übernommen, nnd wird er selbst den höheren Unterricht ertheilen. Das Streben geht jedoch dahin, eine Realschule zu gründen. Freilich muß die Gemeinde sobald als möglich daran denken, zuerst eine größere Synagoge und passende Schullocalitäten zu errichten; da Männer an der Spitze stehen, die das Herz an der rechten Stelle haben, so können wir getrost ihnen vertrauen; sie selbst müssen wissen, was notwendig ist — und sie wissen es — und darum sind wir eines jeden Mahnwortes überhoben. Erlangen, 4 Okt. In Ergänzung des bereits mitgetheilten Berichtes über die Leichenfeier des Professors Dr. Herz ist noch nach dem „Erlanger Tagblatt" zu erwähnen, daß zahlreiche Deputationen von Auswärts erschienen waren. Bamberg allein hatte drei Deputationen gesandt, außerdem waren solche gekommen aus Nürnberg, Fürth und Bayreuth. Man sah u. A. Freunde des Verstorbene/r aus München und Augsburg, aus Ansbach und Rothenburg, aus Schweinsurt und Thüringen. Der allen Erlangern wohlbekannte Prof. Brinz, der gefeierte Rechtslehrer, war herbeigeeilt, um seinem alten Freunde die letzte Ehre zu erweisen. Ein angesehener Kaufmann aus Nürnberg hatte seinen Kuraufenthalt unterbrochen und war aus der Ferne herbeigekommen, um dem Begräbnisse anwohnen zu können. Endlich möge auch noch erwähnt werden, daß Landleute in ungemein großer Zahl aus der Umgebung von Erlangen sich zu der Leichenfeier eingefunden hatten. Kopf an Kopf gedrängt stand die Menschenmasse vor der Halle des Leichenhauses auf dem Neuftadter Gottesacker. Trotz Wind und Regen, der während der ganzen Feier in Strömen sich ergoß, harrte man unverdrossen aus, und wer es bei der großen Ungunst der äußeren Verhältnisse irgend vermochte, folgte mit gespannter Aufmerksamkeit den Rednern, die in der Halle das Bild des Verewigten vor den trauernden Gemüthern ausführten. Der Sarg, in dem der Todte ruhte, war mit Blumen,