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Der Israelit · 1871-09-27 · Heft 39-40 (27.9.1871) · page 31

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 39-40 (27.9.1871)
Date
1871-09-27
Page
– (sequence 31)
Language
German
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mit historischen Daten. Die mannigfachen Druckfehler entschuldigt der Vers, damit, daß in der Druckerei „weder deutsche, noch israel. Kräfte" beschäftigt seien. Wenn wir auch nicht anstehen, die Arbeit für eine gute und gediegene zu erklären, und dieselbe für den Unterricht in den Schulen, denen die Zeit für das Hebräische nur karg zugemessen ist, zu empfehlen, namentlich aber die ungarischen Lehrer auf das Werk aufmerksam zu machen: so können wir doch nicht umhin, unser Bedenken über die 15. Frage S. 9 auszusprechen, und dieselbe als mehr als ungenau zu erklären. Die Frage lautet: „Welches ist der wichtigste Theil der Thora T‘ Antwort:... „die 10 Gebote". Wir glauben, daß wir durchaus nicht berechtigt sind, irgend einen Theil der Thora als den wichtigsten zu erklären: warum wichtiger als yvw oder als die roiv Ganz gewiß nicht wichtiger als der einfache Vers: nnfö 'i -o-pi, in welchem der ganze Begriff des göttlichen Ursprungs der Thora liegt. Solche Hervorhebungen können Erwachsene irre machen, um wieviel mehr Kinder. Doch soll diese Aussetzung den Werth des Buches im Ganzen und Großen nicht beeinträchtigen. vr. M. Ra hm er. tnp. Hebräische Schreib- Lese - Fibel. 2. vermehrte Auflage. Berlin 1871. (poppelauer) 24 S. Diese Fibel ist methodisch geordnet und darauf eingerichtet, in möglichst kurzer Zeit das Kind zum Lesen des Hebräischen und zum Schreiben der hebräischen Currentschrift zu führen. Die kleineren Lesestncke aus dem Gebetbuch, welche das Büchlein enthält, sind mitAccentftrichen versehen, das richtige Lesen zu erzielen, einige sogar mit Accentzeichen, damit das Kind, wenn es nach dem Lesen der Fibel an die Bibel kommt, durch die Accente nicht beirrt werde. Was aber der Vers, als einen Vorzug feiner Fibel vor der Horwrtz'schen erklärt, daß er auch Uebungen über den Gottesnamen ausgenommen habe, betrachten wir als einen Nachtheil. Das Kind kann das Leselt desselben hinlänglich aus dem Gebetbuch und der Bibel erlernen. in Fibeln, mit denen die Kinder nicht geradezu glimpflich umgehen, gehört zum allerwenigsten der vollständige Gottesnanten hinein. Die jüdisch-deutschen Vorschriften, die den Schluß der Fibel bilden, sind auch in einer Separalausgabe in demselben Vertage zu haben. Dem Vers, gebührt aller Dank für die Liebe, mit welcher er sich dem jüdischen Schulwesen und den Kleinen widmet. vr. H. Keferstein. Pädagogische Streifzüge. (Vierte Sammlung pädagogischer Skizzen.) Cassel und Leipzig 1870. (Lukhardt.) 299 S. 8°. Der Titel vorliegenden Buches ist viel anspruchsloser, als er es dem Inhalte nach zu lauten verdiente. Es werden uns eingehende Abhandlungen über wichtige pädagogische Fragen geboten, wie es sich auch von eurem so gewiegten Pädagogen wie Keferstein nicht anders erwarten läßt. Dankbar wird die Lehrerwelt dem Verf. sein für die Mühe, der derselbe sich unterzogen, die pädagogischen Aussprüche Herders aus seinen sammttichen Werken zusammenzustellen. Ueber den deutschen Aufsatz gibt der Verf. treffliche Winke, wie man von unten herauf zu beginnen und das Kind anzuhalten habe, seinen Gedanken die richtige Ausdrucksweise zu geben, indem man immer an das Reale, das dem Gesichtskreise des Kindes Naheliegende anknüpfe., immer fortschreitend den Kreis seiner Vorstellungen bereichere und erweitere. Das deutsche Lesebuch möchte der Vers, in der Form, wie es jetzt besteht, wenigstens für die oberen Klaffen, abgeschafft wissen, und wünscht, daß man, statt dem Schüler vielerlei Proben der mannigfachsten Schriftsteller zu reichen, lieber zu den Classikern unserer vaterländischen Literatur greife, um sie mit diesen ganz vertraut zu machen; das würde der rastloseu Lesewuth, die überall -naschen will, steuern, und zur Ausdauer und zum tieferen Eingehen auf ein Ganzes anleiten. Ein Vorschlag, der volle Beherzigung verdient. Für die Geschichte der Pädagogik werden neue Gesichtspunkte ausgestellt. Wie die Humaniora in der Handelsschule zu lehren feien, wird ausführlich besprochen. Als den Glanzpunkt des ganzen Buches betrachten wir jedoch die „Bnefe an einen angehenden Lehrer", und es wäre zu wünschen, daß die gestimmte Lehrerwe-lt, nicht allein die angehende, diese läse. Es würde dem schönen Inhalte des Ganzen schaden, wollte man ein kurzes Referat oder eine dürre Skizze derselben geben, und behalten wir uns daher vor, dem Leser nächstens größere Auszüge aus demselben zu bringen. George Henry Lewes. Geschichte der alten Philosophie. Deutsche Ausgabe. Berlin 1871. (Robert Oppenheim.) 533 S. 8°. Daß die Besprechung vorliegenden Buches der Tendenz unseres Blattes nicht fern liegt, möge eine Stelle aus den oben erwähnten Briefen an einen angehenden Lehrer von Keferstein dartbun. „Das pädagoische Studium," so lauten seine Worte, „ist selbst schon der Hauptsache nach philosophisches Menschheitsftudium Aber auch hiervon abgesehen, empfehle ich Ihnen als Lehrer, von den Wissenschaften in Sonderheit und in erster Linie die Philosophie. Die Vertiefung und Schulung des Geistes im scharfen, abftracten Denken hat zuerst eine mächtige sittliche Wirkung, aber sie ist es zugleich auch, welche den Geist gewandt, erfinderisch, elastisch, biegsam und geschickt macht, größere Wissensgebiete denkend zu

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