Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 39-40 (27.9.1871)
- Date
- 1871-09-27
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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/ 758 hurchdringen, das Wesentliche aus denselben auszuschciden und ihnen die verschiedensten, interessantesten und lehrreichsten Seiten z. B. etwa für den Unterricht abzugewinnen Der Lehrer mag unterrichten worin und worüber er immer will: Eines kann ihm nirgends und nimmer erlassen werden, nämlich die Selbstständigkeit seines Denkens und die Gewandtbeit seines Geistes ... Die philosophische Bildung soll den Lehrer befähigen, seinen Lehrstoff frei 511 beherrschen und denselben in immer neuen Formen, mit immer neuen Mitteln an den Schüler heranzubringen ..... Daneben empfiehlt sich Ihnen von selbst das Studium der Geschichte und Philosophie, welches ja selbst ein philosophisches Studium ist, indem es Sie nöthigt, die verschiedenen Denksvfteme fremder Geister zu durchdringen, ihren springenden Punkt zu entdecken und ihrer geschichtlichen Stellung nachzu spüren." Diese Worte werden gewiß genügen. den Lehrer zum Studium der Philosophie, resp. der Geschichte derselben anzueifern, nnd die Besprechung der uns vorliegenden Geschichte der alten Philosophie, die den ersten Band einer „Gesch. der Phil, von Thales bis Comte" bildet, in unfern Blättern zu erklären. Lewes, der bekannte Vers, von „Goethe's Leben" führt uns in feffelnder Darstellung und zugleich philosophischer Tiefe und Gründlichkeit die Denksysteme der alten Griechen vor. Es wird gezeigt, wie ein System dem andern Platz machen mußte, wie das Denken Stufe um Stufe fortschreitend erklimmt. Den Begriff der Philosophie gibt der Vers, in seinen herrlichen Prolegommenis als sTiimr}ix<äv und als die Doctrin, welche eine Erklärung der Welt und der menschlichen Bestimmung enthält.' Die Übersetzung ist gewandt und fließend, und die Verlagsbuchhandlung hat Alles gethan, um das gehaltvolle Werk dem Publikum in splendider Ausstattung in die Hände zu geben. Wir empfehlen das Buch allen Freunden einer lehrreichen und zugleich anrnuthvollen Lectüre. Dr. G. Eckertz. Hilssbuch ftir den ersten Unterricht in der deutschen Geschichte. (Pensum der Tertia.) 2. Ausl. 1870. 8<>. O. Jäger. Hilfsbuch für den ersten Unterricht in alter Geschichte. (Pensum der Quinta.) 2 Auil. 1869.8°. Beide im Verlag von Kunze's Nacht, in Mainz. Beide Bücher schließen sich den in der vorigen Nummer besprochenen Hüfsbüchern für den Geschichtsunterricht in gleichem Geiste und gleichartiger Gruppirung an, nur ist in diesen Büchern mehr die im Zusammenhang erzählende Form statt der skizzenhaften Darstellung inne gehalten. Das Hilfsbuch für die alte Geschichte behandelt der Grundidee des Vers, gemäß, die er über den Geschichtsunterricht in der Schule hat, nur die griech. und röm. Geschichte. Die deutsche Geschichte führt mit erfreulicher Parteilosigkeit, wie sie sich für den Unter-M richt ziemt, bis zum Jahre 1866. WM- Correspondenzen und Beiträge für die Pädagog. Beilage des „Israelit", wie Bücher pädagogischen Inhalts zur Besprechung in diesen Blättern wolle man gefälligst adreffiren an Dr. A. Sulzbach in Frankfurt a. M. Verantwortliche Redaktion: vr. Lehmann. — Verlag der Le Rauschen Hosbuchhandlung. I. Gottsleben's Buchdruckerei in Mai«).