Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 39-40 (27.9.1871)
- Date
- 1871-09-27
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
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753 (Stelle fei, so viel geht, doch daraus hervor, daß man unter v'-iSO auch die Hagiographen verstand, und daß es sich nicht um eine fremde Schriftart, sondern um Uebersetzuug in der Misch nah pa px handelt. Einen »eit schlagenderen Beweis aber, wie nicht die talmudischen Commentatoren, sondern die Talmudisten das Wort onso auffaßten, liefert uns der Anfang der oben angeführten Jernschalmi-Stclle. Die Mischnah, die erklärt werden soll, enthält die beiden Sätze: inp» xb 'nao . . . "'-»SO pkipiv rnrrsllQ .... mn-rüo. In der Gemara lesen wir nun: 'nso pnpo mnsüo — das sind aber nicht die eigenen Worte der Gemara, sondern die der Mischnah, "zu denen die Erklärung gegeben wird: '^sx 3'V'J 1PQ npi*? ptPDim rron mna-oo; dann folgen wieder die zu erklärenden Mischnahwortc: inp' xv 'nso niriaBD, zu denen die Erklärung: 2'anai v'X'a^ '^x ppoim nun pa npp *.m Es wird jetzt zur Genüge erwiesen sein, daß Gr.'s Annahme, bedeute in der alttalmudischen Literatur die Propheten, falsch sei und auf weiter nichts als auf Willkür und Täuschung beruhe, womit also schon von selbst der Schluß, daß das onsD in Daniel auf die damals bereits gesammelten Propheten, die „in ein Volumen oder eme Rolle vereinigt waren", Hinweise, wegfiele, wenn nicht ohnedies eine solche Folgerung schon der großen Zeitentfernnng wegen ein Absurdum wäre. (Forts, f.) Literarischer Bericht. Ursprung der Sagen von Abraham, Isaak und Jacob, kritische Untersuchung von A. Bernstein, besprochen von vr. H— n. (Fortsetzung.) Wir könnten uns jetzt die Mühe ersparen, die weitern Behauptungen in dieser Abhandlung zu widerlegen, da ihnen durch das von uns bereits Gesagte "der Boden gänzlich entzogen ist; da aber der Verf. glaubt, in allen Erzählungen von Jacob unb seinen Söhnen theils eine Jerobcamische, theils eine antijerobeamische Tendenz nachgewiesen zu haben und, obgleich durch unsere Widerlegung genöthigt, im Ganzen und Großen seine Ansicht aufzugeben, dennoch dieselbe in Bezug auf einzelne Partien irgendwie rechtfertigen könnte; so wollen wir im Folgenden untersuchen, ob es auch wahr ist, daß eine oder die andere Erzählung vorn Patriarchen oder dessen Söhnen den Stempel der ihr vom Verf. imputirten Tendenz an sich trage. Wir müssen uns aber im Voraus davor verwahren, als wären wir be^ reit, in Bezug aus Zweifel an die Authentität einer Stelle des Pentateuchs irgendwelche Concessionen zu machen, falls eine Untersuchung die Möglichkeit einer spätem Abfassung ergeben sollte. Wir erklären vielmehr ein solches Verfahren nicht nur vom Standpunkte des Glaubens, sondern auch vom wiffenschäfttlchen Standpunkte entschieden für unzulässig. Aus diese Weise könnte man B. eben so gut behaupten: die ganze Erzählung von Joseph sei erst zur Zeit der Ptolomäer von den Juden itt Egypten erdichtet worden, um den egyptischen Königen den Patriotismus der Juden darzulegen; die Laban- und Esau-Geschichten seien eine tendentiöse Erdichtung der in Mesopotamien oder im römischen Reiche lebenden Juden u. m. dergl. Absurditäten. die man mit einem Aufwand von so viel Spitzfindigkeit, wie sie in unserm Büchlein sich findet, ebenfalls mundgerecht machen kann. Was jedoch die vorliegenden Hypothesen betrifft, machen wir uns anheischig darzulegen, daß deren Annahme unmöglich ist. Zuerst wollen wir auf eine neue Beweis-Methode aufmerksam machen, die der Vers, erfunden und von der die Logik bis jetzt gewiß keine Ahnung hatte. Die meisten Annahmen werden nämlich auf folgende Art bewiesen: In diesem oder jenem Abschuitt findet sich diese oder jene Erzählung; nun ist hier zwar die betreffende Annahme nicht begründet, sondern diese Erzählung scheint vielmehr gegen dieselbe zu sprechen; allein, da die Annahme doch wahr sein muß, so hat gewiß eine Person, „Harmouist" genannt, das ganze Material „verarbeitet, umgestaltet und verstümmelt"; hätte aber der böse Harmvnift nicht das ganze Sviel verdorben, so wäre besagte Ansicht au jener stelle Vollkonrmen bestätigt tvorden, quod erat demonstrandum. Auf diese Weise nun ist es gelungen, Alles zu beweisen und Alles, was gegen die Annahme spricht, zu beseitigen und auf das-Haupt des Sündenbocks, des Harmonisten, zu legen. Da behauptet der Vers., mehrere Erzählungen in der Genesis feien von Jerobeam erfunden in der Tendenz, die älteren Brüder Josephs zu schmähen, damit diese nicht dem Stamme Joseph die Herrschaft streitig machen. So mußten Renben, Schimeon, Levi und Juda durch Pasquille beschimpft werden. Der Verf. ist zwar hier wieder aus der Rolle gefallen. Einige Seiten vorher gibt er vor. der Ansicht zu sein, es habe nie eiu Jacbb mit zwölf Söhnen exiftirt, dies Alles sei eine Jewbeamsche Erfindung, und es wäre der Sage ein Leichtes gewesen, Ephraim gleich zum Sohne Jacobs zu machen, wenn man nicht in Rücksicht auf Egypten „einen viel seiner» Plan" hätte schmieden" müssen. Nun muß doch Jeder fragen; wozu hatte cs aller der Schmähschriften bedurft, um bic ältern Brüder zu beseitigen: wäre es nicht viel einfacher gewesen, Joseph gleicb m der erdichteten Sage zum Erstgeborenen zu machend Was für ein feiner Plan liegt wohl diesenl zu Grunde? Wir meinen, es wäre nicht politisch von Jerobeam gehandelt, den Stamm Renben, der doch auf seiner Seite stand, so arg zn schmähen. Wir wollen jedoch hierbei ein Auge zudrücken, da dies eine Schwäche des Ven. zu sein scheint, sich