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Der Israelit · 1871-09-27 · Heft 39-40 (27.9.1871) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 39-40 (27.9.1871)
Date
1871-09-27
Page
– (sequence 25)
Language
German
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XII Jahrgang. Wissenschaftliche Beilage j» Itr. 39 & 40 des Israelit. Kratz' Kypothese über die Entstehung des Kanon. Von Dr. A. Sulzbach. (Fortsetzung.) Wir sehen also, daß in allen Beziehungen auch die a'znro vom Jeruschalmi in Betracht gezogen, und wir sollten es hier mit Einschiebsel zu thun haben, da sich das Wort D’irro bei jeder Halacha wiederholt? Was hat nun Gr. den beiden Talmuden, die so sorgfältig gesichtet sind, entgegenzusetzen? Ein Citat aus der Tofistoth, an die sich bis jetzt noch keine verbessernde Hand gelegt hat, und die in allen unseren Ausgaben von Fehlern und Con'uptelen wimmeln und eines aus Tr. Sepher Thora und Sopherim, die ebenfalls noch nicht sorgfältig genug verglichen sind, von denen letzterer voll von Fehlern ist, wie wir unten nachzuweisen Gelegenheit haben werden, und die doch gewiß kein höheres Alter beanspruchen können, als die in beiden Talmuden angeführte Boraithoth. Verdient nicht vielmehr umgekehrt eine in beiden Talmuden übereinstimmende Lesart mehr Autorität als die der Massechoth Kethanoth , deren Sammlung frühestens in die späteste Amoraim-Zeit fällt? Ueberdies haben wir auch schon oben begründet, daß eher an eine Auslassung als an ein Einschiebsel in Betreff des Wortes v'a^a zu denken sei. Doch ans Maffechoth Soferim selbst ist nachzuweiien, daß die Hagiogranhen in halachischer Beziehung berücksichtigt sind? Hätte Herr Gr. nur zwei Reihen weiter gesehen, als die Citate stehen, die er anführt, ja hätte Herr Gr. doch bei dem Citate, das er S. 158 aus B. Batra anführt, die Parallelstelle nachgeschlagen, so hätte er auch das gefunden, was wir ihm jetzt entgegenhaltcn wollen — doch der Herr Prof sieht eben nur das, was er sehen will. — Die Stelle lautet: »vw jw p Dirvaa n»j>D 'niy p mjpN 'i 'O by nn*o ppano awaa hjoet ib npyo awi mxy ’jsa anxi -inrr va ib vru6 r<"'i r.n«o d ’ a i n 3» owaai m?n ca'van ’Je6 aranp nruv oaso (M. Soferim III. 5.) Daß die Anführung dieses Vorganges einen halachischen Zweck hat, entweder zu sagen, daß Solches als Frage den Gesetzeslehrern Vorgelegen, oder daß der Usus das Zusammenbinden rechtfertige, liegt auf der Hand, denn nur um etwas zu erzählen, wird uns dieses nicht mitgctheilt; wird Herr Gr. hier wieder Einschiebsel und Zusatz herausfinden? Wir müssen hier nun noch auf einen Ausdruck des Herrn Gr. zurückkommen, der auf die ganze Art und Weise seines kritischen Verfahrens ein gehöriges Licht wirst. „Durch diese Einschiebsel verleitet, verstanden die talmudischen Commentatoren unterd'^sd auchHagiographen." (S. 151.) Die talmudischen Commentatoren, also nicht die Talmudlehrer selbst, denn diese können doch nicht durch ihre eigenen „Einschiebsel" verleitet werden; in späterer Zeit, so meint Gr., schob man an den betr. Stellen «och D'aina ein, und so kamen die späteren Commentatoren zu dem Mißverständniß, daß auch Hagiographen unter D’-sd zu verstehen seien, der Talmud selbst habe dies Wort aber nicht so aufgefaßt, wo sich diese Auffassung finde, so sei es ein Einschiebsel. Wir haben oben bereits gesagt, wie Gr. einmal die Mischnah 'ai Dn?D r3 1'" gefälscht und sie dann auch falsch gedeutet habe, daß es sich nicht um fremde Schreibart, sondern um Uebersetzung handele, und haben den Jdeengang der betr. Mischnah mit einem Sabb. 15 a. erzählten Vorgang in Zusammenhang gebracht. Daß wir uns in unserer Combination nicht getäuscht haben, erfahren wir zu unserer großen Freude nachträglich aus einer Halacha in M. Soferim XV. 2, die uns den schlagendsten Beweis liefert, wie nicht die Commentatoren , sondern die Talmudisten selbst das Wort Dnso aufgefaßt und verstanden wissen wollen: “»dk» n1? nw* -orD’ff mm xb onso a"a"er"a fl. '")] a"a"i?"->a rivyo p 'c«ty p^can ib mn aiw -)£D vjsts warn rnan ma raa »aa by loiy 'vw onnaaa ncy D’oan -paar. r»m naa raa^ aoxi mm 'm prx r'b'UO BHp ’ana da p’arn. Wir haben es hier zwar mit einer Stelle zu thun, die der Emendation bedarf, denn nicht R. Simon b. Gamaliel, sondern R. Gamaliel I. war es der die Hiob- Uebersetzung einmauern ließ, wie es deutlich aus Sabb. 115 a. hervorgeht, wo die Lesart nicht irrthümlich sein kann (TaN a"~a ’jn nai); ferner ist das P ‘dhv keine Begründung zu dem vorhergehenden Hauptgedanken *6 mn; endlich entbehrt die Partikel ",sn im Nachsatze des Zusammenhanges mit dem Vorhergehenden. (Ob die Lesart des Talmud '8aav oder die vorliegende vaad besser sei, läßt sich nicht mit Bestimmtheit entscheiden, doch das "paan rnn empfiehlt mehr die Lesart des Talmud.) Wir würden Vorschlägen, nach dem Worte on:an eintzuschalten: 'iai a'Pa Pate' ‘vyz o-pd maaa aoy wm, cs würden demnach die Worte p 'c«2' fortfallen und das im Nachsatze stehende o-can würde sich dem Vorhergehenden anschließen. Wie corrupt aber auch die

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