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Der Israelit · 1871-09-27 · Heft 39-40 (27.9.1871) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 39-40 (27.9.1871)
Date
1871-09-27
Page
– (sequence 15)
Language
German
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741 Palästina. Jerusalem. Dem „Scheweß Achim" wird von hier berichtet, daß aus caip p'po pn« _‘3 ntfö '■» pwtfpNp, welcher Jerusalem und die übrigen Städte des hl. Landes bereiste, zu Gunsten der Armen ein großes und geräumiges Haus um den Betrag von 12000 fl. ö. W., worin 8 Familien wohnen könuen, angekauft hat. Ebenso hat Herr Jesch. Schor aus Mohilew in Rußland zwei große, neben einander stehende Höfe mit mehreren Wohnungen zu Gunsten der -^^-Reisenden für den Preis von 20,000 Silberrubel angekauft und die Kosten für Renovirung mit 5000 fl. bestritten hat. Türkei. Konstanttnoypl. Graf Abraham Camondi von hier , hat einer hiesigen Synagoge 5000 Piaster geschenkt unter der einzigen Bedingung, daß sich die Besucher derselben verpflichten, während des Gottesdienstes keine Privatgespräche zu hatten; sie müssen sich schriftlich verbindlich machen. (Habazeleth.) 1 t .Jt I I I t t D IU Zur rechten Zeit. xxx. Die Vergeltung. Es ist endlich wohl an der Zeit, daß wir uns einmal nach unfern alten Bekannten, dem Fügten Ferdinand, seiner Gemahlin, dem Junker von Schwarzenstein und dem Haushofmeister Hans Gericke umschen. Wir haben diese hohen Herrschaften bereits zu lange aus den Augen verloren und wollen nun in der Kürze nachtragen, was ihnen in den zwanzig Jahren seit ihrer Abreise von Hohenburg begegnet ist. Die Gemüthsstimmung des Fürsten Ferdinand war noch immer trübe und düster. Die verschiedenen Feste zu Versailles am Hofe des jungen Königs, Ludwig XV., konnte ihn nicht erheitern. So beschloß er dann nach Italien zu reisen und sich dem Studium der Kunst, für die er immer viel Interesse gehabt, hinzugcben. Während er die Gemäldegalerien und anderen Kunstschätze' von Mailand, Venedig, Florenz, Rom und Neapel studirte mtb die berühmtesten Gemälde der großen italienischen Meister copirte, lebten die Fürstin mtb der Junker wie Mann und Weib, unbekümmert um den nur für die Kunst Interesse habenden Fürsten, und suchten sich das Leben so angenehm wie möglich zu gestatten. So vergingen viele Jahre, bis endlich dcr.Fürst.sich nach der ycmiath zu sehnen begann.'"" Man trat die Rückreise durch die Schweiz an, in welcher man den Sommer zw verbringen beschloß. Nachdem man sich einige Wochen, in Genf und Jnterlaken aufgehalten, kam man in Luzern an. Hier an den Ufern des Vierwaldstädter Sees gefiel es dem Fürsten gar sehr; er miethete ein Haus auf dem Gütsch, einer mäßigen Höhe oberhalb Luzern und beschloß, den Rest des Sommers hier zuzubringen und die wundervollen Bilder, die sich hier dem Auge bieten, aufzunehmeu. Es ist dieses in der That ein reizendes Fleckchen Erde. Zu den Füßen der Anhöhe dehnt sich die Stadt Luzern aus und der himmlischschöne, in allen Farben des Regensbogens leuchtende Vienvaldstädter See; gerade gegenüber erhebt sich der Rigi; hinter diesem die hohe Gebirgskette der Alpen des Oberlandes: der Tödi, das Kuhorn, der Mönch, die Jungfrau und andere; rechts erhebt sich in nächster Nähe der Pilatus, während man zur Linken das Gebiet der Cantone Zug und Zürich, den Zugersee, den Rothensee und die Älbiskette, sanft ansteigendes, mit Häusern, Dörfern und Schlössern bedecktes fruchtbares Hügelland, erblickt. Fürst Ferdinand inachte häusig Ausflüge in die Umgegend, bei denen sein treuer Haushofmeister ihn begleitete. Als die beiden an einem heißen Sommernachmittage gegen Abend — die Dämmerung brach schon herein — erschöpft und durstig von einem solchen Ausflüge zurückkehrten, begaben sie sich in das Cafe du lac, um sich ein wenig zu erfrischen. Während sie den für sie bereiteten Sorbet nahmen, trat ein vornehmer, ältlicher Herr aus Fürst Ferdinand zu. „Herr Vetter", redete ihn der Fremde an, „Ihr kennt mich wohl nicht mehr?" „„Fürst Leo von Kattenheim?"" ftagteFerdinand. „Derselbe!" antwortete der Fremde, „Ihr seid lange in der Fremde umhergestrcift!" „„Hat cs Eurer Durchlaucht zu lauge gewährt?"" „Warum so bitter, Hohenburg? Ich dächte, wenn sich zwei Landsleute, zwei Vettern nach so langer Abwesenheit in der Fremde wiedcrsinden, so sollten sie sich freuen miteinander!" „„Auch dann, wenn der Eine des Andern Todfeind ist?"" „Wie, Ihr seid mir Todfeind, Hohenburg?" „„Nicht ich der Eure, aber Ihr der meine!"" „Wie soll ich das verstehen, mein Fürst?" „„Habt Ihr mir nicht vor 20 Jahren nach dem Leben getrachtet, Herr Vetter? Seid Ihr nicht damals mit meinem Hofagcnten in Verbindung getreten, damit dieser mich durch Gift oder sonstwie aus dem Wege räume?" " „Herr, seid Ihr krank oder was ficht Euch sonst an? Nie habe ich so schwarze Gedanken gehegt! Euren Hosagenten habe ich niemals gekannt!" „„Auch, nicht mit ihm correspondirt?"" „Aus mein fürstliches Wort, uiemals

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