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Der Israelit · 1871-09-27 · Heft 39-40 (27.9.1871) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 39-40 (27.9.1871)
Date
1871-09-27
Page
– (sequence 14)
Language
German
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740 1mb des geehrten Präfecten äv In Leins, dett Einfluß unseres geachteten Glaubensgenossen, Herrn Raynal, Mtglied des Municipalrathes und des Consislornims zu Paris. (Iln. isr.) Paris. Auf einstimmigen Vorschlag der Facultät und akademischen Rathes wurde Herr Emil'Worms zum Titular des Handelsrechtsstuhles an der Facultät zu Rennes ernannt. Herr Felix Emil Aronssohn, Lieutenant im 12. Jägerregiment zu Pferd, wurde zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Die Isr. Wohlthätigkeitsgesettschaft hat sich in einer jüngsten Versammlung mit der deutschen Frage beschäftigt und Geschloffen, daß diejenigen ihrer Mitglieder, welche einem der Länder angehören, welche gegen Frankreich Krieg geführt haben, >sich in einer bestimmten Zeit in Besitz der französischen Naturalisation setzen müffen, wenn sie in der Gesellschaft bleiben wollen. „Wir protestiren," bemerkt der Un. isr., „aufs energischste gegen dieses Verfahren." Donaufürstenthümer. Bukarest, 11. September. Als Beweis, mit welchem Eifer der Polizeipräfect Herr Hiott, bei dem am 5. d. M. versuchten Judenkravalle, über den wir in voriger Nummer berichteten, einschritt, und daß auch die Regierung keinen Augenblick zögerte, die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen, diene nachfolgendes, dem „Monitor" entnommene Eommuniqn'ö, sowie der Rapport des Herrn Polizeipräfecten, den wir hier im Auszuge wiedergeben: Das Ministerium hat beschlossen diejenigen, welche auf der That ertappt wurden, in den Häusern von Privatpersonen Schaden anzurichten dem Gerichte zu überliefern, welch letzreres auch die Aufgabe haben wird, den wahren Sachverhalt ans Licht zu förden. Der Rapport des Herrn Polizeipräfecten besagt: Am 5. d. Mts. hatte sich bei der Polizeipräfectnr ein griechischer Steinhauer Namens Lampaditis eingefunden und . die Anzeige erstattet, daß ein 12 Jahre altes Kind, feit mehrere Stunden abhanden gekommen sei. Es wurden auch sofort die nöthigen Befehle zur Auffindung des Kindes gegeben. An demselben. Tage, um 4 Uhrs Nachmittags, wurde jedoch dem Commissär der rothen Commission mitgetheilt, daß das vermißte Kind wieder aufgefunden fei und hinzufügt, es sei von einem Israeliten aufgeordert worden, ihm gegen eine Gratifikation von 10 Cts. eine Melone nach Hanfe zu tragen. Der Knabe habe dies auch gethan, fei aber im Häufe des Israeliten angelangt, von diesem in den Keller gestoßen nnb mehrere Stunden daselbst unter Verschluß gehalten worden, bis es ihm gelungen fei, unter j dem Vorwand, ein Bedürfniß verrichten zu müssen, zu enttommen. Während dieser Vorfall zu Protokoll genommen wurde hatte sich auf bem Hofe der Synagoge bereits eine zahlreiche Menschenmenge angesammelt, die der rasch herbeigerufene Präfect, mit Hilfe der ihm auf dem Fuße folgenden Polizeunannschaft, baldigst zerstreute, wobei jedoch nicht verhindert werden konnte, daß einige Fensterscheiben zertrünttuert wurden. Die bei dieser That aufgegrifienen Individuen wurden sofort verhaftet. Es wird ferner in denl Rapport erwähnt, daß sich der Vorfall mtt dem verschwundenen Knaben nicht so verhalte wie das Kind selbst und der Steinhauer ausgesagt hatten. Die hiesige israelitische Gemeinde hat dem Ministerium für die rasch ergriffenen'Maßregeln zur Herstellung der Ruhe, eine Dankadresse gewidmet. Wir haben mit großer Genugthuung erfahre!:, daß die Regierung fest entschlossen ist gegen die Rädelsführer des letzten Aufftandes gegen die Juden, mit der ganzen Strenge des Gesetzes zu verfahren. — C§ find starke Judicien vorhanden, daß ein Complott im Zuge gewesen, daß es aber den Häuptlingen an der nöthigen Umsicht und Gewandtheit gefehlt habe, wodurch denn das schlechte Spiel ein elendes Ende nahm. Unser Volk kann nicht verleitet werden sich gegen eine gute Regierung zu empören, selbst wenn es dazu durch jene Rufe aufgehetzt wird, die sich immer als geeignet erwiesen haben, die schlechten Geister auszustacheln. Journale wie „Telegrafist" und „Trompetta." welche durch ihre schmachvollen Vcrläumdungen gegen die Fremden und Jsraütcn böses Blut und Jnsurrcctionen heraufzufchwören suchen, sollte man fühlen lassen, daß sie nicht so ungestraft die öffentliche Ordnung stören und das Land in Odium bringen können. Nicht der kleinste Theil der Schuld an den letzten Ruhestörungen, gebührt diesen Journalen, und es ist mehr als wahrscheinlich, daß der arme irregeleitete Griechenknabe. von Denjenigen inspirirt ward, die tagtäglich ihre Spalten den gröblichsten persönlichen Angriffen gegen alles Edle und Gute, mit Bereitwilligkeit öffnen. Wir hoffen daß an den schuldigen Personen, ein strenges Exempel ftatuirt werden wird. (Rum. Post.) Ru ß l a n d. Petersburg. Bei den, verflossenen Mai abgehaltenen großen öffentlichen Prüfungen haben zehn Israeliten glänzend bestanden. Diese genießen jetzt die vollen bürgerlichen Rechte und werden zu allen Staatsämtern zugelassen.

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