Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 39-40 (27.9.1871)
- Date
- 1871-09-27
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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734 Als man sich spät Abends in froher Stimmung trennte, legte sich Menascheh noch nicht zur Ruhe, sondern er schrieb die ganze Nacht hindurch an seinen väterlichen Freund, den Rabbiner von Frankfurt a. $)?.- denn am anderen Tage hatte er Gelegenheit, durch einen reisenden Handelsmann den Brief zu befördern; in den Kriegszeiten war die Beförderung durch die Post eine sehr unzuverlässige. Menascheh schrieb seinem ehemaligen Lehrer Alles, was sich ihm ereignet hatte; er bat ihn um Mittheilungen über das Ende und die Todesart seiner geliebten Eltern. Zum Schlüsse machte er ihm die Anzeige von seiner stattgehabten Verlobung. „Ich weiß nicht," schrieb er, „ich hätte alle Ursache, mich im höchsten Grade glücklich zu fühlen. Meine Schwiegereltern sind edel, brav, ftomm, rechtschaffen^ hochangefehen und reich; meine Braut ist ein Mädchen^ so gut, fromm und schön, wie es wenige gibt — und dennoch: ich spüre gegen diese Heirath eine mir unerklärliche Abneigung. Ich hoffe zu Gott, daß er mir darüber Hinweghelsen wird; wo nicht — was soll ich thun, mein thenrer Lehrer, soll ich dieses Verhältnis brechen und als ein Undankbarer erscheinend" Menascheh verschloß den Brief und gab ihn am. anderen Tage dem Reisenden, der ihn pünktlich zu besorgen versprach. Wochen und Monate vergingen, ohne daß Menaschch eine Antwort erhielt. Der Hochzeitstag rückte immer näher heran. (S. die Forts, in der ersten Beilage.) ANZEIGEN. Wir bitten die in den jüngsten Wochen vorgekontmenen Unregelmäßigkeiten zu entschuldigen. Unser erster Expedient ist G. s. D. wieder genesen, und es wird von nun an wieder Mit der größten Pünktlichkeit undSorgfalt expedirt werden. Die Expedition des „Israelit". hier 5 Jahre im Amte gewesene Herr Cantor Fraenkel ist nach Glogau berufen und wird da-., durch die hiesige Lehrer-, Cantor- und Schächterstelle zum 1. Mai 1872 vacant. Dieselbe bietet außer nicht unwesentlichen Neben-1 Einkünften zunächst ein baares Gehalt von 400 Thlr. bei freier Amts-Wohnung und Feuerung. In hiesiger! Synagoge findet einstimmiger Choralgesang statt. I Geeignete Bewerber von guter, wissenschaftlicher! Bildung belieben sich unter Einreichung ihrer Atteste zu! melden. | Naugard, 22. Sept. 1871. 1 Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde.! CVit Frankfurt wird für mehrere Knaben *v> ein pädagogisch gebildeter Mann als Hauslehrer gesucht. Offerten beliebe man unter Anfügung von Referenzen an Herrn Z. M. I a p h e t zu richten. MhisHts in Berlin. Gestützt auf die wärmsten Empfehlungen der größten cmm unserer Zeit, die ich auf Wunsch orginaliter einschicken will und zur näheren Auskunft auch noch mich auf Herrn Rabb. vr. Hildesheimer in Berlin wie Herrn Dr. M. Popelauer berufend, empfehle ich den Eltern, die ihre Kinder nach den Lehranstalten Berlins schicken wollen, mein Pensionat. Bei einer strengreligiösen, liebevollen Erziehung ercheile ich gründlichen Unterricht in hebräischer Sprache, ~pn 'JH wie Nachhilfe in andern Schulwilsenschaften. M. Elias Hirsch, Bischofsstr. 17. Ofn der hiesigen israel. 3klassigen Religionsschnle, inl vl der nur Hebräisch unterrichtet wird, ist die zweitel Lehrerstelle vacant und spätestens zum 1. Decemoer zu» besetzen. Gehalt bei wöchentiich 22 Stunden Unterrichts» zeit 300 Thlr. 1 Plüschen (Pwv. Posen), den 3. Sept. 1871. I Der Vorstand der jüd. Corporation. I H e r r m a n n I o s e p h.D Brieftasten der Redaction. I Allen werthen bekannten und unbekannten Freun-I den, die uns mit Ihren Glückwünschen zum Jahreswechsel» beehrt haben, den herzlichsten, innigsten Dank, paw r»w.i Hierzu vier Beilagen. > Verantwortliche Redaction: Dr. Lehmann. — Verlag der Le R o ux'schen Hosbuchhandlung. I. Gottsleben^Z Buchdruckerei in Main-.