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Der Israelit · 1871-09-27 · Heft 39-40 (27.9.1871) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 39-40 (27.9.1871)
Date
1871-09-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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730 ternhaus tritt ihm das von Eßaw vertretene Princip, vvy bv nc? als ein als ein Gottesbote entgegen, denn OW^d, Gottesboten sind die Naturgesetze, wie es ja heißt: ronn i'dn!?d nttny, und Jakob überwindet, er heißt von nun an Jisraöl, Gottesstreiter. Unter noch viel tausendmal ungünstigeren, ja widrigen Umständen trat Moscheh auf den Kampfplatz:!- sein Volk geknechtet, erniedrigt, götzendienerisch, durch den fürchterlichsten Despotismus zu Boden gedrückt. Aus diesem Sclavenvolk soll ein Gottesvolk werden? Unmöglich! Da galt es, die ganze Naturnothwendigkeit umzustoßen, aufzuheben, gegen alle Naturgesetze zu kämpfen, das Unmöglichscheinende möglich zu machen. ,i'nnän “jN^on Dy -po t>v-u »aj« nvob apy 'N'-y ■*:«! *)bv no*ib6Q •pten ay nttus nn# 7U7O 'war ’Jdd jwno am pto *o:nssa jVsk rftyo^ ]nrv jnn’ rotos wrrvOi Jakob besiegt einen Engel auf Erden; Moscheh stieg in den Himmel und überwand sie alle — nicht durch bloßes Ringen wie Jakob, sondern durch den Geist und die Kraft der Gotteslehre. Sieht es nicht heutzutage aus, wie wenn die ganze Naturnothwendigkeit uns und unserm Streben entgegen- - . träte? Ist es nicht fast zum Verzweifeln, den Sieg des Abfalls und des Unglaubens zu schauen? Und I wir sollen den herrschenden Ideen entgegentreten, sollen aufhalten das rollende Rad der Weltgeschichte? Wird es uns nicht zermalmen? Nein, nimmermehr; wir besitzen das ewige Palladium, das uns schützt, das uns erhalt, das der scheinbaren Nothwendigkcit entgegentritt, j sie überwindet, sie nmwandelt. t apy rfrnp nanio rwo irb ms nmn! Die Lehre, die Moscheh uns befohlen, sie ist und bleibt J das Erbtheil der Gemeinde Jakob's für alle Ewigkeiten.! \ ■ j [ Literarischer Bericht. f _ \ Mahlumoth legew Ksilim (die Ruthe aus! den Rücken der Thoren). Leipzig. Druck von C. W. i Dollrath. i Das vorliegendeSchriftchen, eineverdienteGeißej - lung der Augsburger Synode, ist in hebräischer Sprache;• in Äenso geistvoller wie ernster Weise geschrieben und! . ist namentlich für Leser in Rußland und Polen be-! stimmt. Der Verfasser hat sich nicht genannt; daß! er ein jüdischer Gelehrter ersten Ranges ist, geht aus [■ jeder Zeile hervor. Das Büchlein ist dem rühmlichst! bekannten, durch Wissen, Wohlthütigkeit und wahre l Frömmigkeit gleich ausgezeichneten Herrn Sally Lcwisahn in Hamburg gewidmet. Das Motto schon, aus Maimonides, Jad Chasakah, Hilchoth Tumath Zoraath, charakterisirt die Augsburger Synode aufs Tresstichste; dort heißt es nämlrch: „Dw frevelhaften Spötter reden zuerst unnütze Dinge, dann ergehen sie sich in Schmähungen gegen die Frommen, darauf tadeln sie die Propheten, brs sie dazu kommen, gegen Gott selbst ihrer Zunge freien Lauf zu lassen .... das sind die Synoden der Amme Haarez (pari 'Oy bw rwOw)." Den erster^Theil bildet ein von Paris aus datirtcr Brief; der Schreiber desselben findet das über Paris ergangene Strafgericht , begründet in der Gottlosigkeit per Mehrheit der Pariser Bevölkerung, der auch viele Israeliten leider verfallen waren; er bittet seinen in Deutschland wohnenden Freund, ihm über die jüdisch-religiösen Verhältnisse dieses Landes Auskunft zu geben. Der Freund antwortet von Berlin aus; es ist gerade die Zeit, irr welcher die Zeitungen über die Augsburger Synode berichteten; er schildert diese und deren Theilhaber mit lebhaften Fachen und dringt darauf, daß man nicht Nachlasse, bis man sie unschädlich gemacht habe: „Schreibet doch an unsere Brüder in der Landessprache, in den Zeitungen, bittet und flehet so lange, bis sie jene Verführer aus ihrer Mitte entfernen; lasset es nicht bei wenigen vergeblichen Versuchen bewenden, sondern bittet wieder und wieder — vielleicht gibt Gott, daß Ihr Gehör findet. Lernet von unseren Vätern! Welche Mühe hat sich der Gaon Saadja gegeben, wie sehr haben Maimonides, wie sehr Rabbi Salomo ben Adereth mit aller Kraft dahin gestrebt, bis es den beiden Ersten gelungen ist, die Karäer, und dem Letztgenannten die Abtrünnigen in der Provence unschädlich zu machen! Und sollte Euch das nicht gelingen, so sorget wenigstens dafür, daß an jedem Orte, an welchem abtrünnige Rabbinen walten, die gefetzestreue Minorität einen Rabbinen einsetze, der ihre religiösen Interessen wahre." Der Verfasser gibt auch noch einen anderen, höchst beachtenswerthen Rath. Es ist das die Regelung der Ertheilung der Rabbinerdiplome. Welch ein Mißbrauch damit geschehen und noch geschieht, ist allbekannt, und ist schon Manches darüber in dieser Zeitschrift mitgetheilt worden. Der Verfasser räch, einen Verein zu bilden, wie ein solcher bereits in öicfeu Blättern augeratheu. Dieser Verein soll dann eine Anzahl Rabbinen von zweifelloser Gelehrsamkeit und Frömmigkeit bestimmen, deren Diplome allein auf Anerkennung Anspruch machen können. Die Anzahl derselben soll, um Niemanden zu beleidigen, beschränkt sein, und müßten dann andere, nicht minder gelehrte und gottesfürchtiae Rabbinen freiwillig auf das Recht der nyoa Verzicht leisten. So wohlgemeint dieser Vorschlag erscheint, so dürfte er doch wohl practisch nicht ausführbar sein. Orthodore Gemeinden tasten sich nicht hinters Licht führen.

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