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Der Israelit · 1871-09-27 · Heft 39-40 (27.9.1871) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 39-40 (27.9.1871)
Date
1871-09-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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no 60 van n»D, unser Lehrer Moscheh ist nicht festorben; noch gibt es Männer in Israel, die mit techt seine Schüler heißen und in seinem Geiste wirken, die mit allen ihren Kräften streben, die heilige Religion Israels unversehrt vor den andrängenden Flnthen der Gottlosigkeit und des Unglaubens zu erhalten und mit sich auch ihr Volk zu erretten. Wie aber müsien diejenigen, welche sich Moscheh zum Vorbilde nehmen, bei diesem Rettnngswcrke vorangehen? Auch dardus gibt unser Midrasch uns Antwort : L'ia'ZO ft zvv bna 'JN 7IVM “>DN DmaN ,DOmD ft ysn r"z-"z? n«n nnN nvn v"r< imoD mi an*»a nn« Abraham sprach zu Moscheh: Ich bin größer als du, denn ich habe die Wanderer gespeist. Und Moscheh entgegnete: du hast Götzendiener gespeist, ich aber Israeliten-, du warst im bewohnten Lande und ich in der Wüste. „In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister," sagt ein großer deutscher Dichter, Seinem Hange nach Wohlthätigkeft folgend, hat Abraham die Wanderer gespeist und belehrt; der Erfolg war nur ein vorübergchender. Wohl pries der durch Abrahams Wohlthäkeit gesättigte und durch seine milde Rede belehrte Wanderer den Gott seines gütigen Wirthes, um bald darauf in das Heidenthum zurückzufallen. Moscheh aber wandte seine Liebe, seine Sorgfalt lediglich seinem Volke zu; er trug es aus seinen Annen wie der Wärter den Säugling trägt; er kämpfte und litt siir es und ward nicht müde trotz allen Undankes, trotz oft unbeugsamer Halsstarrigkeit; er mühte sich um seine Heerde von ftüh dis spät, sorgte für Alles, belehrte Alle, ermahnte Alle, schlichtete alle Streittgkeiten und pflanzte Gottes Lehre, und/was weit mehr, Gottes Gesetz tief in alle Herzen, gab den Geistern die höchsten Wahrheiten, den Händen die rechte Ausführung, stellte denk Streben das rechte Ziel. So sollen auch wir uns beschränken in unserem Kreise, für unfern Kreis, für die Familie, für die Genwinde, für unser Volk, und selbst in der Wüste wird uns und den Unseren da) v ottgesandte Manna nicht fehlen. Innerhalb dieser Wirksamkeit aber sollen wir rücksichtslos Vorgehen, nur die eine Rücksicht anerkennen, die das Wohl für das Allgemeine uns auflegt. 'li'bst nws ’pbe'ük' noo nerob ma pm' nrawn ’js rvfro nn« rwo ,rudern ms tpn-» nana ’i’V tna *0i d’jd ba D’j£? ia vrm mn . "pj'y mal Jizchak sagte zu Moscheh; Ich bin größer als du, denn ich habe hingestteckt meinen Hals auf den Altar und habe Gottes Antlitz geschaut. „Du hast," cntgegnete Moscheh, „Gottes Antlitz geschaut, und deine Augen wurden geblendet; ich aber habe Gott von Angesicht zu Angesicht geschaut, und meine Augen wurden nicht geblendet." Unsere Weisen erzählen uns, daß sich die Dunkelheit von Jizchaks Auge darin manifestirte, daß er zu nachsichtig, zu rücksichtsvoll gegen Eßaw war, seinen ungerathenen Sohn. Nachdem unserem Vater Jizchak das Glück geworden, die Gottheit zu schauen, lebte er nur in der Erinnerung dieser Anschauung und hatte in Folge der himmlischen Verklärung den practtschen Blick i für das Irdische verloren. So konnte es kommen, daß Eßaw's Frauen im Hause Jizchaks Götzen anbeteten. Moscheh aber hatte in der himmlischen Verklärung sein 1 Auge auch für das Irdische geläutert und geschärft; er - kannte keine Rücksicht, wo es galt für Gott einzutteten. 1 Er, der demüthigste Mensch, zürnte über Ahron und J dessen Söhne, da es Gottes Gebot betraf; als Gott; ihm sein Ende verkündete, empfahl er nicht seine Söhne zu seinen Nachfolgern, sondern betete: „Möge der Ewige, _ der Gott der Geister in allem Fleisch, einen Mann bestellen für die Gemeinde, in dem Geist ist." Moscheh's < geistiges Auge hatte nach allen Richtungen hin die ' höchste Klarheit; er kannte nur eine Rücksicht; das Wohl, das Heil Israels.; Dieser höchsten Uneigennützigkeit, dieses Aufgebens seiner selbst und der ihm zunächst Stehenden zum Heile : des Ganzen, bedürfen auch wir in unserer Zeit. Nicht | der ist der wahrhaft große Mann, der stets den Ideen i seines Zeitalters huldigt und sich dadurch den Beifall '! der Menge erringt, fondern der, welcher den Much hat,! das ewig Wahre gegen das Veränderliche und Vergängliche der jeweiligen Zeittichtung in Schutz zu nehmen, -j dessen Auge durch nichts geblendet wird, dessen .klarer \ Blick das Unvergängliche von dem Baldverschwindenden! zu fondern vermag, der dem Verkehrten, Unrechten, 1 Bösen, Schlimmen allüberall, wo er chm begegnet, mit Kraft entgegentritt. Ein solcher Mann ist der wahrhafte Schüler unseres großen Lehrers Moscheh, und chm wird es gelingen, Großes zu leisten für Gegenwart und \ Zukunft. j Nicht immer aber sind die Zeitumstände solchem j Wirken günstig. Namentlich ist es von jeher die Auf- -j gäbe der hinten nwa, der Guten und Edlen in Israel 1 gewesen, gegen den herrschenden Zeitgeist zu kämpfen, ] die anscheinend zwingende Naturnothwendigkeit zu überj winden. Abraham war Einer inmitten einer feindlich 1 gesinnten Welt cmuN ~,na; Jizchak konnte nur ] mit Mühe die Erkenntnißquellen erhalten, die fein Va- ,j ter gegraben itno die die Philister stets zu verstopfen! bemüht waren; unter noch ungünstigeren Umständen j trat Jakob auf den Kampfplatz; ihm stand in der eij gelten Familie der gleichberechtigte, ja durch den Vorzug j der Erstgeburt noch hervorragende Bnider gegenüber; \ er muß vor ihm entfliehen und in der Fremde sich; stählen für den Kampf; bei seiner Rückkehr in das El- }

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