Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 38 (20.9.1871)
- Date
- 1871-09-20
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Mn Stieben, nnd in allen Theilen Amerika's können <Sie Leutefinden, die da sprechen: ..Mich hat vr. Jllowy Mt Wirtlichen mir gemacht." Ich brauche Sie nicht zu erinnern an die vielen Briefe gegen die Reform, hebräische und deutsche, die von meinem Vater Vsi im „Jeschnrun" nnd „Occident" erschienen, die die Sache der Orthodoxie so kraftvoll unterstützten, an die Mnscovy-Entcn, die znm ersten Rttrle von ihm verboten. aber bis dahin allgemein gegessen wtttden, an die L^rn-Frage, das Beschneiden von Kindern von jüdischen Vätern und christl. Müttern — O’DJ/n CHDOD D’2TD “5H K?n. Dr. Wise und Lilienthat kamen zur m?2p und unaufgefordert, mit Thränen in den Angen, und tief gerührt sprachen sie an der Bahre. Dr’ Wise sagte: ovn t’nj: ~>r o ijnn, ein Fürst in Israel ist dahingegangen. Ich habe Dr. Jllowy gekannt von dem Tage an, an dein er in Amerika angekommen. nnd kann mit Wahrheit sagen, daß er immer seinem Principe treu geblieben ist, und auf dein Standpunkte, den er eingenommen, als er herübergekommen, auf diesem blieb er stehen bis zur letzte»! Minute. Die größten Gemeinden (Reform) des Landes hätten gern die Hände nach ihm ausgestteckt und ihn an ihre Spitze gestellt , denn er war der große Gelehrte und der große Redner, aber sein streng orthodoxes Princip — nnd er gab nichts nach — hielt sie zurück. Auf den darauffolgenden Sabbat v predigte Dr. Wise in seinem Tempel (am Sabbat zuvor hatte Dr. Hübsch blosköpfig in demselben Tempel gepredigt , wie bereits früher berichtet), und sagte unter Anderem: Ihr wollt baden, daß ich noch weiter gebe, daß wir schon biosköpfig dasitzen, kein Hebräisch mehr deren — was liegt Euch daran, was aus mir wird; aber ich sage Euch, ich gebe nicht weiter, wieDr. Jllowy feftgestanden ist. so bleibe ich auch stehen: wenn Ihr aber durchaus nicht anders wollt, dann ziehe ich nrich zurück, wie auch er (Dr. Jllowy) es gethan hat. Ein solches Zengniß ans dem Munde des Gegners beweist, was der Fürst war. der in Israel gefallen ist. min «öd ff’K. Er war der große Kanzelredner; seine Reden erschienen öfters in den täglichen Blättern, besonders in New - Orleans, wo seine englischen Sabbat-Reden gewöhnlich den Tag darauf in einem der englischen Blätter erschienen. Als noch die südliche Regierung (während der Revolution) die Oberhand hatte, wurde von ihr Befehl erlassen, daß in allen Kirchen und Synagogen für ihr Glück gebetet werden solle. Mein gottseliger Vater verfaßte ein englisches Gebet, das in allen Zeitungen in dem ganzen Gebiete der südlichen Regierung avgedrnckt wurde mit der Empfehlung der Redacteure, es möge in allen Kirchen nnd Synagogen gelesen werden. Für die Rede, die er über den ermordeten Präsidenten Abraham Lincoln hielt, schrieb ihm eine der vornehmsten chrrsttichrn Damen in New-Orleanö einen Dankbrief, der dann auch veröffentlicht wurde. Arme Lente waren seine Hausfreunde, und viele Arme, denen er zn einem güten Nahrnngszweig verholfen, wurden durch seinen Einfluß bei der Magistratur mit unentgeltlichen Hanfirpäffcn versehen und von den vielen Abgaben befreit. Der liebe Gott war anch immer mit ihm, ließ es ihm glücken, einen armen Inden, der iw New-Orleans während der militärischen Herrschaft des Generals Butler zn 6 Jahren Festung in Eisen verurtheilt wurde, zu befreien, nachdem es "den angesehensten Männern nnd besten Advocaten nicht gelungen war. Dr. H. Jllowy. Feuilleton. Zur rechlm Zeit. xxviii. Erfolgreiche Anstrengungen. Als Rabbi Samuel und Menascheh im Privatlabinette des Gesandten angelangt waren, lud dieser seine- Besucher zinn Sitzen ein; sie folgten der Einladung, und als auch der Gesandte Platz genommen, sagte er: „Ich habe Ihnen, mein junger Freund, mein: Vermögen und meinen Einfluß zur Disposition gestellt, und ich werde mein Wort halten, denn ich verdanke Ihnen das Leben meines einzigen Kindes. Allein, was Sie von mir verlangen, ist sehr schwer zn erfüllen. Mein persönlicher Einfluß beim hiesigen Hofe ist nur gering, und was die englische Regierung betrifft, so ist es gegen die Grundsätze derselben, bei inneren Angelegenheiten eines fremden Staates zn interveniren." „Gnädigster Herr," sagte Rabbi Samuel, „gestatten Sie mir, die Angelegenheit näher zu beleuchten; vielleicht findet sich doch eine Handhabe zur Intervention der Regierung Seiner Großbritanischen Majestät. England ist der treue Bundesgenoffe Oesterreichs in diesem wie in denk vorigen Kriege. Schwächt sich Oesterreich durch ebenso grausame wie thönchte Maßregeln gegen die eigenen, treuen, fleißigen Unterthanen, so ist das gleichzeitig eine Schwächung seiner Bundesgenossen, also anch Englands, nnd daß sich Oesterreich durch die Verbannung der Juden unendlich schadet, steht außer Frage. Ich will nicht von der großen Steuerkraft reden, die ihm dadurch entzogen wird, nicht von dem Verlust an Geld und beweglichen Gütern, welche die Verbannten mit sich nehmen »erden, nicht von der Entwerthurrg der