Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 38 (20.9.1871)
- Date
- 1871-09-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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/ 713 Leser treten. einige der erhabenen Tage — hoffentlich nicht ungenützt — dahingegangen; noch steht der heiligste Tag, der Versöhnungstag, uns bevor. O. möge er ein Heilmittel werden für alle Krankheiten unserer Seele rrtsn '-i ^s*?, mögen wir rein erscheinen vor dem Ewigen, un ferm Gotte! An die edlen Zionssreunde. Es gereicht mls zur unendlichen Freude, Ihnen die Mittheilnng machen zu können, daß unser heiliges Werk: Bau der Arme«- und Pilgcrwohnungcn in Jerusalem, nach wie vor, ja noch viel rüstiger als bisher, fortschreitet, und. nachdem im vorigen Jahre drei neue Wohnungen besetzt werden konnten, erstand in diesem Jahre ein prachtvolles großes Gebäude durch die Hochherzigkeit eines ungenannt bleiben wollenden Spenders, und sind ferner sieben kleinere Wohnungen der Vollendung nahe, welche ihr Dasein den Spenden unserer Brüder verdanken. Außerdem ist die Reparatur von drei neuaufgesnndenen Cisternen, zwei großen und einer kleinen, bereits im Werke, welche bekanntlich von ganz allgemeinem Segen für die auf Regenwasser angewiesene Bevölkerung ist. Tl)eure Brüder und Schwestern! Ihr seht, was schon jetzt durch gemeinschaftliche Kruft möglich geworden, wendet auch ferner dieser großen Sache Eure thätigeu Sympathien zu. und imnker ausgedehnter und strahlender wird das Denkmal sein , zu dem Ihr für ewige Zeiten verholfen. Altona, Halberstadt und Berlin. Das Centralcomitö für den Bau der Armen- und Pilgerwohnungen: I. Ettlinger. Joseph Hirsch, vr Hildesheimer. Zeitungsnachrichten und C-rrespondenze« Deutschland. Mainz, 6. Sept. Dem „Mainzer Anzeiger" wird von hier geschrieben: „In einem Hause in der Löwenhofstraße stand gestern Abend ein kleines Kind, welches von seinen Ettern allein zu Hanse gelassen wurde, aus seinem Bettchen auf, ging an's offenstehende Fenster, kletterte auf das Gesims und st!eg zum Feilster des ersten Stockwerks hinaus. Als das Kind mit oew Füßen keinen Halt mehr hatte, hielt es sich mit seinen Händchen an dem Fenstergesims fest und schwebte sozwischen Himmel und Erde in der schrecklichsten Lebensgefahr , nnv wäre nicht Rettung sofort gekommen , sohätte das Kind alsbald zerschmettert am Boden gelegen. Den Leuten, die das Kind in dieser fürchterlichen Lüge erblickten, stockte das Blut in den Adern, aber der Sohn des Herrn Gröninger, der 17jährige Johann Baptist Gröninger, halle Geistesgegenwart genug, mit eigener Lebensgefahr die Retttmg des Kindes zu übernehmen. Die Herbeischafsung einer Leiter hätte viel zu viel Zeit erfordert, der junge Gröninger kletterte daher am Dachkändel des Hauses empor, schwang sich, selbst den Tod vor Augen, an's Fenster, packte das Kind und Beide waren gerettet. Wir sind fest überzeugt, daß. diese wahrhaft ansopsernde Thal dem jungem Manne ein bleibendes Denkmal in dem Herzen seiner Mtbürger sichert." Wir fügen dem hinzu, daß das Kind ein jüdisches» der edle Retter aber ein Christ ist. Möge Gott ihm die edle Thal lohnen! Mainz, 8. Sept. Bon den bisherigen Richtern in Elsaß und Lothringen haben sich nur acht bereit gefunden, in die deutsche Verwaltung einzutrcten. Durch diesen Umstand sind zahlreiche neue Ernennungen nochwendig geworden. Zwei Juristen israel. Glaubens von hier sollen als Richter in den neuen. Provinzen Anstellung finden. — Herr vr. Wilhelm C a h n von hier. königl. bayr. Rath bei der deutschen. Gesandtschaft in Paris, ist neuerdings auch vom Könige von Württemberg durch Verleihung eines Ordens ausgezeichnet worden. Mainz, 13. Sept. Wir haben heute wie--- derum 650 st. für die Armen, Nothleidenden rc. m Palästina nach Amsterdam au das dortige Centralwmitö geschickt. Die Summe der von uns m diesem Jahre j für obige Zwecke gesammelten und übermittelten Gelder beträgt nunmehr 19338 st. 51 kr. I München, 7. Sept. Das Sigl'sche „Vaterland" j brachte dieser Tage einen längern Artikel: „Die Jude»! und der Verfall Frankreichs". Dieses heitere Machwerk \ schließt mit den Worten: „Darum ist Frankreich so tief j unglücklich geworden, weil es geduldet hat, daß der Jude! sein König, fein Herr, sein Tyrann geworden ist." s Seit 1848 namentlich seien, sagt das „Vaterland", die Juden recht eigentlich Obenauf gekommen, als der Jude j Cremieux Minister wurde. Das habe sich unter dem Kaiserreich fortgesetzt , das einen Juden — Fould — mehrmals zum Fmanzminister machte. Die Repudlck