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Der Israelit · 1871-09-13 · Heft 37 (13.9.1871) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 37 (13.9.1871)
Date
1871-09-13
Page
– (sequence 18)
Language
German
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708 hin, und dies kleine Wörtchen ist eilt mächtiger Ham- «erschlag, der alle die Felsen der Verkennungen und Jrrthümer wider unsere Thora niederschlägt und zerstiebt. Dies kleine Wörtchen heißt: „matt" zu begünstigen. Du staunst, lieber Leser, aber ich erlaube mir eine Frage an dich zu richten. - Wirst du dich wohl, seiest du Kaufmann oder Handwerker, über Last und Druck beschweren, wenn dir Jemand recht viele Kunden zuweist, dir recht viele Gelebenheiten gibt, mit jeder Stunde, mit jedem Augenblicke Geldhaufen und Schätze zu verdienen? Es wird dir nicht einsallen, dem Freunde, der dir alle diese Kunden und Verdienste zuweist, Vorwürfe zu machen, daß er dir keine Ruhe läßt, zu essen, zu trinken, spazieren zu gehen und dich zu vergnügen,- denn Verdienst und Reichthum gehen dir über Schlaf, über Ruhe, über Speise und Vemnügen, da der Mensch gar viel im Leben braucht. Nun, ganz dasselbe Verhältniß findet auch bei der Gotteslehre und bei ihren Geboten statt, msoi min om nmn twup» n« map ra'pn nsn Gott n'a hat uns 613 Kunden und Gelegenheiten zugewiesen zum großen, unermeßlichen Verdienste map; darum dürfen wir die Gebote nicht als Beschränkung und Bürde i"n auffassen; wir müssen sie vielmehr mit Freuden vollziehen, mit Frohsinn ihnen entgegeneilen, wie der Kaufmann und Handwerker ja den Kunden freudig entgegeneilt und die Hand drückt dem, der zu ihm ü)mmt. Hierauf paßt auch der Beleg, den der Gelehrte Tannai für seine Worte aus unserem Text herbeizieht : nn«n min ipnu \yd? psn 'n ‘w Wir haben zu dieser Schriftstelle rnannigfache Bemerkungen zu machen. 1) Der Ausdruck von \yni psn kommt in ganz VJ"n nicht wieder vor; wir finden das verbum psn entweder mit dem Accusativ n«, z. B. oPff n« psn nay, oder mit der Präposition 2 als — apy naa ysn na ntön, oder mit einem Bedienungsbuchstaben von ohaa einem anderen verbum beigegeben. 'nrron rnh« -pun ninzp — nnnp? »wi pan ui d«i ioa hier aber in unserer Schriftstelle steht psn ganz ohne Objett! 2) Sollte nn«'i min hma' vielleicht das Objekt des pen sein, zu welchem Endzwecke stände dann das eingeschobene ip*i» fybb? Es muß doch nothwendiger Weise mit diesem Zwischensätze noch ein Gedanke hinzugerommen sein. 3) Müffen wir auch den Ausdruck nntm erklären. Bereits haben wir gezeigt, wie H'vpp p n'n uns die Thora darftellt unter dem Bilde einer reichen, göttlichen Anstals, von der aus von Hunderten von Seiten Kundschaften und Gelegenheiten dargeboten werden, zu Verdiensten und Schätzen „nia^" zu gelangen. Diese sollen auf die ehwarfte Weife als a^ na*u jnoi npis bet armen Menschheit, der v'vn'vn wpni mSn nör^ zu Theil werden, es ist ein Mt der höchsten Huld, der höchsten Liebe für den an sich armen Menschengeist. Das Wort wob heißt hier nicht: umwillen, wegen oder damit, sondern das i ist hier von den la^aa romi«, verbunden mit dem Hauptwort )yv, welches so viel heißt als: entsprechen; denn jeder entsprechende Gegenstand heißt im Hebräischen pv i”jya nai ba «npjtsr nan d& «in □PDöcy no, ebenso die Schriftstelle: "nhys ha injya>, die besagen will: in jedes Ding, in jedes Wesen, welches Gott geschaffen, habe er auch die Kraft hineingelegt, daß es seinem Schöpfungsplane entspreche, «in pvh iva inayrah, darum heißt auch eine Antwort im Hebräischen ruyo, weil sie entsprechend der aufgeworfenen Frage sein muß. Schreiten wir weiter in unserem Texte, so begegnen wir dem Worte hrnr'. Ohne dem Worte seine gewöhnliche Bedeutung von Größe oder Umfang zu nehmen, von im, groß, können wir doch noch eine andere Bedeutung im Worte vorfinden, von whpz jibP -,h npyn, von weben, denn unsere ganze min ist ei«, feines, göttliches Gewebe. Das Zeitwort nniw wird gebraucht als Ausdruck für Schönheit, Herrlichkeit, Pracht und Macht; es hat aber noch eine andere Bedeutung; das Zeitwort n>n«i ist stets der Gegensatz von dem Zeitworte my, welches „fehlen" bedeutet, ein Nichtvorhandensein ausdrückt. nyj «h 2"« ioa aber mit der « geschrieben deutet es grade aufs Vorhandensein im stärksten Maße hin, als: an« styin 'n naa mtu 'n inrn. Es ist ja naturgemäß: wer mit einem Gegner kämpft und ihn endlich besiegt, daß er auch selbst an Kraft nicht zunchmen konnte wegen der eigenen Anstrengung zum Kampfe, und in der Regel wird der Sieg theuer erkauft — nicht aber so bei Gott n"a, die Gotteskraft schmettert nieder den Feind und ist sich dabei curynv, ist 'sna pnii ihm, menschlich auszudrücken: in potenfiver Steigerung, obschon an« pynn, doch nnwi naa, ebenso ttnipa -n«j, Gott thut Wunder über Wunder als «Hs nttfy, und wird äiapa immer stärker, wirksamer in der n»np, in der Abstraktion Bnpa tum. Ebenso ist auch hier der Ausdruck von nmx'i aufzufassen; es würde also die Uebersetzung des pios so lauten: Gott wünschte einen Gegenstand der Entsprechung zu geben, daher hat er uns etn Glaubensband gegeben, das h«rnv' ha umschlingt min H'i2', in der gegenseitigen Solidarität hastet die ganze Nation dafür; es wird also niemals ein hhaa min nyn zu finden sein, sondern ein “i'"i«>i, eine Stärkung in sich selbst. So weit haben wir über den bckannten pivs gesprochen, jjetzt wollen wir zu dem minderbekannten übergehen. Er lautet: «hi war« nps novn «hi man m«n yvv.

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