Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1871-09-13 · Heft 37 (13.9.1871) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 37 (13.9.1871)
Date
1871-09-13
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2447499-2447536--09716-2465424
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

XII. Jahrgang. Zweite Beilage zu Rr. 37 des Zsmettt. Leitender Artikel. Die rechte Auffassungdie richtige Betrachtung der Kottestehre. Von Hirsch Berend Cohn in Hamburg. psn "n yo»’ sein d\jtn nps note»n «tn didi nun un«n nun ipirr jyoV Vieles gesehen und dennoch nichts wahrgenommen, niit offenen Ohren nichts gehört; Der Herr wollte der Gerechtigkeit halber die Lehre nn großen Umfange und in herrlicher und mächtiger Gestaltung. Der Schlußvers ist eilt uns sehr bekannter, der erste Vers jedoch ist uns minder bekannt; so wollen wir vom Bekannten zum Unbekannten übergehen, wir wollen zuerst den zweiten, hernach den ersten pios erklären. Gewöhnlich betrachtet der oy pcn, der unwissende Volkstheil, die 613 Gebote unserer Thora als eine drückende Bürde, als eine Begrenzung und Beschränkung der menschlichen Freiheit; das ist aber eine gänzliche Verkennung des Wesens unserer heiligen Thora. Denn sie ist ein grader, spiegelglatter Boden, ein schönes, durch und durch ebenes Paradies voll \n und Anmuth, und dennoch will man dieselbe als einen wüst steilen und unbesteigbaren Berg bezeichnen! Gegen solche verkehrte Vorstellungen ttitt schon der Prophet Jesaias an einer anderen Stelle aus, indem er ausruft: uw u«t> inn trcff yn aiotn aio ynt» onoi«n »in net» p'nol pmot» no d^ob? “jt^nb Wehe! die das Böse ft'ir aut, das Gute für böse erklären, die Finsterniß statt Licht und Licht als Finsterniß verbreiten, die das Bittere in Süßes und Süßes in Bitteres nmwandeln wollen. Drei Kräfte sind es, mit welchen die Wett auf unsinnige Weise mrcpy ipra verfährt: a. mit der hohen geistigen Kraft des Verstandes, yn 3'o nnoiiw "b. mit der den! sinnlichen Auge vergönnten Sehkraft, 'sL'Nb UM U&6 D'LlP c. mit denl Geschmackssinne, der auch dem Thiere vergönnt ist, UDt> pinoi pinot» no dw Betrachten wir diesen Ausspruch des Jesaias etwas näher, so muß uns ausfällig erscheinen, daß iw allen dreien Aussprüchen zuerst der Verwechselung der Schattenseite mit der Lichtseite Erwähnung geschieht zuerst aio^ ynn und nachher yna aiö i^'n. Wir unsererseits hätten in umgekehrter Weise gesprochen, da es sich doch darum vorzüglich in einer Strafpredigt handelt, das gute Element nicht fahren zu lassen, damit das Böse nicht an dessen Stelle trete; und überhaupt wäre nicht eine Verwarnung dieser Art genügend gewesen Jndeß es steht fest, es ist ohne jeglichen Zweifel, daß die Natnranlage des Menschen sich stets der guten Seite znneigt, O'U.-Il2 l'nuvo -21 0'UU3 1'-'21 UHU MH Der Mensch ist mit seinen organischen Fähigkeiten und seinen Gliedmaßen rein aus der Hand Gottes hervorgegangcn, daher sein Bestreben, das Gute immer auszusuchen, nw nn« uon tnnce'nt», ebenso verhält es sich beim Menschen hinsichtlich des Lichtblickes. Süß ist das Licht, erwünscht für die Augen, DO’yt» uv, unh P>nor sagt König Salomo; ebenso ist der Geschmack des Menschen dem Süßen zugeweudet, Dyv» *01« un Va '2. Also in allen drei Fällen wundert sich der Prophet, daß man die natürlichen Anlagen so verleugnen konnte, um Alles verkehrt zu gestalten! Aber er findet die Erklärung dieser Fragen dadurch beantwortet, daß zuerst das Unedle von; Menschen in den Bereich des Edlen hineingezogen wird, und da einmal das Losungswort für den Menschen 210 lautet, so muß auch dieses Unedle als 210 dargestellt werden, D,no,«n nn 2D ynt». Ist einmal dieser Weg eingeschlagen, so verträgt es sich nicht mehr im Menschen mit dem 2,1» 'no«n, mit dem wirklichen Guten, mit den Gesetzen dev nun, so erklärt der sich selbst betrügende Mensch, das 'pok aus sei nicht gut. yn — yn 2iöt> onoi«,. Ebenso verhält es sich mit dem Lichte; nach Licht strebt ein jeder pM u«t> ip\ da kommen aber die Nachtgebitde, die D’nnoi «wnwo, die werden lichtvoll bezeichnet, können aber die Sonnenstrahlen unserer meonpn nun in sich nicht ausnehmen, und werden diese dann als den Geist verfinsternd bezeichnet, u« Diäter livrö. Auch auf dern Gebiete des Geschmacksinnes ergeht es nicht besser; yaü nt&yj t»nn sagen unsere Weisen. Gewohnheit wird zur zweiten Natur, und so wird mit der Zeit der Geschmack des Menschen ein ganz anderer. noi> p,noi pmot» no nnDtp. Gegen diese Begriffe und Sinnesverwechselungen sind nun die Worte des Mffpy p n"n gerichtet; er wirft uns nur ein kostbares, lichtstrahlendes Wörtchen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.