Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 37 (13.9.1871)
- Date
- 1871-09-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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696 'Präsident (1) der Pariser Commune, unter der er eine hervorragende Rolle spielte. Nachdem die Versailler Regierungstruppen am 4. April die Stadt Paris bom- BcuLirt hatten, war er verschwunden. Einige glaubten, er sei nach England oder Amerika entkommen, Andere meinten, er sei bei der Erstürmung von Paris gesellen. Er wurde aber 4 Tage darauf, trotzdem er in Frauenkleidern verkleidet war, erwischt und gefangen. Die Pariser geistlichen Zeitungen, welche ans ihn als Republikaner und Juden einen doppelten Han haben, heißen rhn faul und feige und behaupten sogar, daß Gaston Ersmieur bei seiner Verhaftung seine Laufe anaettagen hätte, wenn man ihn befreien würde. Diese Beschuldigung that dem armen Gaston sehr wehe. Er schwur mrt gehobenen Händen, daß er feine Religion niemals verleugnen werde. Er ist vom Kriegsgerichte zum Tode durch Pulver und Blei verurtheilt worden. Seine unglückliche 22jährige Gattin hat sich zu Thiers nach Versailles begeben, um Gnade zu erbitten. Möge sie dort erhört werden und mit frohen Aussichten zrrrrickkehren in Bttug auf das Schicksal ihres Mannes, des Vaters ihrer Kinder. (Pesth. jüd. Zeit.) Paikis. Der „Univ. Jsr." veröffentlicht den von Herrn Rabbiner L. Oury, gewesenem Feldpred'ger der Rhein-Armee, an den Ober - Rabbinen des Central- Confistoriums gerichteten Bericht. Wir (es waren drei Feldgeistliche) haben, heißt es darin , 100 und etliche kranke oder verwundete israel. Soldaten besucht. Unsere Mission war ziemlich schwer, da wir unsere Glaubensgenoffen aus 30—40,000 Verwundeten herauszusuchen hatten. Wir hatten auch einige Todte, so zwei Parisern ein Verwundeter ist in einer israel. Ambulance gestorben: sie wurden auf dem israel. Friedhofe begraben. Sobald es der Zustand der Verwundeten erlaubte und Platz da war, veranlaßen wir die Ueberbringung derselben in das israel. Hospital, andere wurden in isr. Privathäusern untergebracht. Unter den Verwundeten befanden sich auch einige Preußen, denen wir ebenso wie den französischen Glaubensgenossen unsere Hilfe und mnsere Tröstung zu Theit werden ließen. Für den Tvv dt war eine Generalordre ausgegeden worden und alle um Metz campirenden Soldaten konnten den Gottesdienst besuchen; viele waren in der Synagoge zu Metz, andere in den benachbarten Dörfern, besonders in Montigny und Canton. Bei dem letzten Ausfälle aus Metz am 7.October wurden 800 Gefangene gemacht. Unter diesen waren 15 Israeliten, meistens Familienväter. Sie sprachen sich sehr belobend über die Juden in den benachbarten Dörfern aus, bei denen sie gaftfteundliche Aufnahme gefunden hatten. Auch Nicht-Israeliten konnte ich nützlich sein und so war es mir möglich, manchen christlichen Eltern von dem Schicksale ihrer Söhne Nachricht zu geben oder Andenken an die betteffenden Verwandten senden. Besonderes Verdienst hat sich Fran Caroline Sahen durch ihre in Metz errichtete Ambulance erworben. Dieselbe hat große Dienste geleistet. Für alle Confessionen ■ waren Geistliche da und Alle sprachen von Frau Cahen mit der größten Achtung und Lobeserhebung. ' Paris. Wir vernehmen, daß die angesehensten , Handelshäuser in Rouen, darunter Pouyer- Quertier, Vater des Finanzministers, dem Präsidenten der Re- ' publik und der Nationalversammlung eine Petitton für ' die Aufrcchthaltung des Decrets vom 24. October, bezüglich der Naturalisation der algerischen Juden, einge-; reicht haben. (Univ. Jsr.) 1 i l 1 e t o n. s $ i Zur rechten Zeit. XXVII. In Wien. Als die Beiden in Wien ankamen, wurden sic auf die Polizei geführt, wo sie sich für schweres Geld die Erlaubnis erkaufen mußten, einen Tag in Wien zu verbleiben; jeden Tag mußte diese Erlaubuiß artt'sNeue erkauft werden und mit jedem Tage wurde sie theurer, bis sie nach Belieben der Beamten gänzlich versagt wurde; diese Einrichtung, der sogenannte „Tagzettel", hat bis in die neueste Zeit gewährt und wurde erst vor wenigen Jahrzehnten aufgehoben. Nur einige jüdische Familien dursten in Wien wohnen, wurden dort „tolerirt", doch durften dieselben keinen Grundbesitz haben; aber jüdische Bediente durften sie halten. Das wurde dann dazu benützt, daß wohlhabende Juden, um in Wien wohnen zu dürfen, sich bei ihren Glaubensgenoffen als Hausknechte, Stiefelputzer, Kammerdiener rc. einjchreiben ließen; andererseits kauften die in Wien „tolerirten" Juden Paläste, Häuser und Gärteu und ließen sie auf die Namen ihrer christlichen Diener in die Grundbücher einttagen. So kam cs, daß oft ein im Civilstandsregister als Stiefelputzer fungirender Jude ein reicher Mann war, der jährlich Hunderttaufende umfetzte, während der angebliche Besitzer eines Palastes die Stiefel wichste und die Kleider ausklopfte. Nachdem Rabbi Samuel und Menascheh ihre Tagzettel gelöst hatten, begaben sie sich zum Rabbiner, Rabbi Berusch Eskeles Dieser ließ sofort den Baron de Agnilar und einen andern Israeliten, Namens Jsak Wesnitz, znr gemeinsamen Berathnng herbeirufen. ,Mer ist Jsak Wesnitz V fragte Rabbi Samuel. r b K n % d u n tt hl bl n n A a> \% al er vl w st hc U K de ge ni K m st