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Der Israelit · 1871-09-13 · Heft 37 (13.9.1871) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 37 (13.9.1871)
Date
1871-09-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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693 müthig zu dem Zwecke verbinde, Gottes heiligem Willen . Ohne diese positive Bestimmung aber ist ein jeder in Reinheit und Heiligkeit nachzuleben. (Forts, f.)! Anschluß der Gesetzestteuen eine Unmöglichkeit. H-.-.h. Der Eintritt in dm Kerneiudeöund. (Schluß.) In welchem Sinne mag nun wohl der Gemeindebund beabsichtigen, diese Frage zu Lösend Ferner, ist die Vertretung der gesammten deutschen Judenheit bei passenden Anlässen unabhängig von der Gesinnung, in welcher eine solche Verttetung geübt wird, und kommt dabei die Religion gar nicht in Betracht d Ferner die Wirksamkeit für auswärtige Bedrückungen und Calamitäten der Juden — hat die gar Nichts mit der Religion zu schaffend Diese und ähnliche Ziele steckt sich der Gemeindebund und, weit entfernt, mit der Religion nicht im Zusammenhänge zu stehen, muß man vielmehr zugeben, daß es wohl keine einzige Thätigkeit des Gemeindebundes geben wird, die nicht nach dem Religionsgesetze normirt worden ist. Wenn deßhalb der Beitritt gesetzcstteuer Gemeinden zu diesem Bunde empfohlen werden soll, so ist es unumgänglich nothweudig, daß zuvor die gegenwärtigen Leiter deffelben als Grundstatut für den Bund die unabänderliche Bestimmung, treffen, daß derselbe auf dem Boden des jüdischen Religionsgesetzes, wie solches in dem Religionscodex „Cchukchan-Aruch" zusammengesetzt ist. stehe und jede Handlung, jeder Beschluß, jeder Anttag nur zulässig seien, wenll ihre Übereinstimmung mit den Satzungen und dem Geiste dieses Codex vorhanden, - Mit der Erklärung: der Gerneindebund habe mit Religionsangelegenheiten Nichts zu schaffen, eine Erklärung, die nur aus dem Munde von Männern kommen kann, welche das jüdische Religionsgesetz nicht kennen, eine Erklärung, welche auf einer innern Unwahrheit basirt, können und dürfen die Gesetzestteuen sich nicht begnügen. Das von anderer Seite vorgeschlagene Experiment, durch einen niaffenhasten Eintritt gesetzestrener Gemeinden die Majorität für uns zu sichern, ist um so gefährlicher, als bereits — wenn wir nicht irren — circa 70 Gemeinden ihren Beitritt zngesagt und znm größten Theile Depnttrte der neologen Richtung delegin haben. Wenn die wiederholt erwähnte Erklärung von der gänzlichen Unabhängigkeit der Gemeindebunds-Angelcgenheiten von der Religion aufrichtig gemeint ist, so wäre die von uns als Conditio eine qua hob geforderte Aufnahme jener statuarischen Grundbcstimmnng leicht zu gewähren, da )ie ja für die gegenwärtigen Leiter dann etwas Unverfängliches und Ueberfiüssiges wäre. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen- Deutschland. Mannheim, 3. September. Herr vr. Blumenste in, während des Krieges israel. Feldprediger, hat eine Eingabe an das Obercommando der Occupationsarmee in Frankreich um Befreiung der israel. Soldaten vom Dienste während der herannahenden hoben Feiertage gerichtet und die Gewährung in der nachstehenden Antwort erhalten: 3. Q. Compiegne, den 1. September 1871. Ober-Commando der Occupativns-Armee Sect. II. d. Nr. 38. In Folge Euer Wohlgeboren gefälligen Schreibens vonr 25. August hat der Herr Oberbefehlshaber, General der Cavallerie, Freiherr von Manteuffel, befohlen, daß die jüdischen Soldaten der Occupations-Armee, soweit es die dienstlichen Verhältnisse gestatten, an den jüdischen Feiertagen, am 16., 17. und 25. d. M. vom Dienste zu befreien sind. Von Seiten des Ober-Commando's der Quartiermeifter vvn Lewinski, Major. Herrn Vr. B l u m e n st e i n Mannheim. Aus Bad Trinach bei Calw, im August. (Württemb.) An einem der jüngsten Sabbate war es, — wir glauben «sn o '& — als Schreiber dieses auf seiner Durchreise durch Stuttgart die dortige Synagoge besuchte, nicht etwa, um dort seine Andacht zu verrichten (denn dies war ihm nach seinen früheren Erfahrungen in anderen Reform-„Synagogen" zum Voraus als unmöglich erschienen), sondern um sich persönlich davon zu überzeugen, ob auch in Stuttgart der Synagogenbewch ebenso schwach sei, wie in andern Reformgemeinden , oder ob vielleicht Stuttgart besser als sein Ruf; wir fanden, was wir gefürchtet oder erwartet hatten: eine verschwindende Anzahl von talislosen Besuchern und auf der „Loge" einen Kranz von „sonntäglich" — wir wollten sagen — sabbatlich geputzten Damen, die mit der gleichgiltigsten Miene deni Orgeltone lauschten, sich nach dem Commando von Mayer's Gebetbuch erhoben

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