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Der Israelit · 1871-08-30 · Heft 35 (30.8.1871) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 35 (30.8.1871)
Date
1871-08-30
Page
– (sequence 9)
Language
German
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r* 'S?' f=* jffl. Jah vgan q. Keilage z Nr. 35 des Israelit. Leitender Artikel. Liturgisches. Kein Zweig echtjüdischen Geistes ist von jeher so lstiefmütterlich behandelt worden, als unsere svnagogale »Liturgie. Die großen jüdischen Compomstcn haben Nichts Ifiir dieselbe gethan, im Gegentheil, ich möchte behaupten, Idaß sie diese zu ihren Zwecken verwendet haben. Doch bin ich weit davon entsernt, ihnen einen Vorwurf zu machen, da es iit der That nichts Leichtes ist, ein Componift auf dem Gebiete der synagogalen Liturgie zu sein. Ein Solcher soll gar viele gute Eigenschafteil in sich vereinen, um sich zu dieser'Höhe emporschwingen zu! können. So soll er, außer den natürlichen Anlagen I eines Künstlers, ein begeisterter Jude sein, Israels Ge- I schichte kennen und ein gutes Verständnis für dieselbe haben, ein tüchtiger Hebräer sein und schließlich auf jede materielle Entschädigung für seine Mühe von vornherein verzichten. Solche hochbegabte Männer gibt cs 1 nur wenige am Horizonte der jüdischen Künstlerwelt und doch gibt es solche. Außer Sulzer und Wcintraub hat der Königliche Musikdirector L. Lewandowski zu Berlin mit rastlosem Streben auf diesem Gebiete mit großem Erfolge gearbeitet, und seine eminenten Leistungen hierin haben sich längst die Anerkennung Aller erworben, haben ihm einen Ruf weit über die Grenzen des Vaterlanden hinaus gegründet. Sein soeben erschienenes Werk rvrsni nr> zeigt uns beit Künstler in seiner wahren Künstlernatur. Er strebt das Hohe und Erhabene stets an, und ruht und rastet nicht eher, bis er sein Ziel erreicht hat. Das Ziel, das er sich gesteckt hat, ist der edelsten Natur, indem er alle möglichen Mittel sucht, um den israelitischen Geist zu heben und zu fördern. Er will in feinem Jache das erstreben, was die Andern auf andern Gebieten für Israel zu schaffen und zu wirken im Stande sind. Er will unsre alten charakteristischen Sangweisen, Israels Nationalgesä'nge, die tief in unserm religiösen Leben wurzeln, von ihren durch die Zeit erlittenen Schäden säubern, sie veredeln und sie uns erhalten helfen. Mit seiner scharfdurchdachtcn, klaren leichtverständlichen Vorrede weist uns der Künstler auf die Motive hin, die ihn veranlaßt haben, das eben erschienene Werk der Oeffentlichkeit zu übergeben. Der Antor nennt es schlechtweg „ein Culturmittel" und als solches sott es allenthalben freudige Aufnahme sinden. Den Cantoren zum Studium ihres Faches, den Gemeinden znm würdevollen Ordnen ihres Gottesdienstes ist genanntes Werk ein vorzügliches Mittel. Selbst der minder künstlerisch begabte Cantor wird sich in demselben zurechtfinden und in den kleinsten Gemeinden kanü es verwendet werden. Ein ähnliches Werk, so prächtig ausgeftattct für einen so soliden Preis ist uns bis jetzt noch nicht geboten worden und hoffe ich, daß es deßhalb schon leicht von allen Gemeinden angeschafft werden kann. Die jüdische Volksschule, die neben dem Volksliede auch die synagogale Liturgie pflegen soll und muß, findet in diesem Werke das reichhaltigste Material, da alle Piecen nur zweistimmig geschrieben sind. Möge durch eine schnelle Verbreitung und Verwendung dieses Werks das edle rastlose Streben des uneigennützigen Künstlers die reichste Belohnung finden. H. H- Ksinsky. AettungSnachrr<Hterr und Eorrespondenzen. D c u t f 6 l a n b. Darmftadt, 23. August. Herr Rabdinatscandidat Chrmann, welcher während des Feldzuges bei der Großh. Hessischen (25.) Division als Feldrabbiner sungirte, hat vom Divisions-Commandeur, Sr. Hoheit dem Prinzen Ludwig von Hessen, ein Handschreiben erhalten, in welchem ihm Hochderselbe Hochdeffen volle Zufriedenheit mit seinen Leistungen und seinem Betragen während des Feldzuges zu erkennen gibt. Wrrr;burg, Ende August. Gestatten Sie mir, als einem für alles wahrhaft jüdische Interesse Begeisterten, langjährigen Leser Ihrer geehrte Zeitschrift, über die in den jüngsten Nummern von Herrn E. R. Rosenbanm neuangeregten Angelegenheit, den Verein zur Confervrrung des Jndenthnms belreffend, meine unmaßgebliche Meinung zu äußern i das Project selbst, den genannten Verein so bald als möglich zur Thatsache werden zu lassen, ist gewiß nur zu empfehlen. Allein, eben die Ausftihrung und die näheren Modalitäten derselben dürften manche Schwierigkeit bieten. Diese aber, glaube ich, werden sich nur in Folge einer mündlichen Besprechung der Herren Rabbiner und sonstiger hervorragender Männer, die sich dafür interessiren, zu ermöglichen sein. Möchte daher der Plan ins Auge gefaßt werden, daß beim Beginn des nächsten Frühjahres n"»K

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