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Der Israelit · 1871-08-23 · Heft 34 (23.8.1871) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 34 (23.8.1871)
Date
1871-08-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XII. Jahrgang. Beilage z« Nr. 34 des Israelit. -J—!"_LLil_.LL!— L_LL™ü!«_JLi» JJJJ-.■!■; | Zeitungsnachrichten «nd Gorrevtzav,» denzen. Deutschland. Bensheim, 17. August. Sie haben ln Jhrenr geschätzten Blatte, „Israelit" Nr. 32. ausgesprochen, daß es in Bezug auf den zu gründenden Gememdebund erwünscht sei, Stimmen zu vernehmen, um zu erfahren, was man von der Sache halte und was man über den Beitritt zu demselben denke. Ich erlaube mir daher, Ihnen meine unmaßgebliche Ansicht über diesen Bund und den Beitritt zu deniselben mitzutheilen, bitte Sie aber zu entschuldigen, daß ich mich nicht besser auszudrücken verstehe, da ich weder Gelehrter, noch irgend welchen Anspruch auf Autorität zu machen berechtigt bin. Da ich aber Mitglied des hiesigen Gemeindevorstandes bin, so will ich ans diesem Grunde wegen des etwa zu bewirkenden Beitrittes meiner Gemeinde nicht unterlassen, Ihnen meine Ansicht über diesen wichtigen Gegenstand zu allstem. Es ist Jedenfalls roünfchenswerth, dast dieser Gemeindebund unter allen Umständen ins Leben trete, um in vorderster Reihe dem lästigen, anderen Confefsionen gegenüber mitunter sehr unanständigen Bettelnnfug zn steuern, welcher selbst cormmpirend auf die meisten der Bettler wirkt, und vielfach das almosenspendcnde Publikum niistbraucht, daß dagegen aber auch ein Eentralorgau geschaffen werde, welches wirklich nothleideude Israeliten allerwärts wirksam und regelmäßig zll unterstützen im Stande ist. Wenn Sie, was sehr richtig und sehr wichtig für das orthodoxe Judenthum, in dem von Ihnen gebrachten Artikel sagen, daß bezüglich der dem Bunde weitergcstcckten Ziele, Erziehung und Weiterbildung der Jugend, nach Ihrer Ansicht der Beitritt zu denk Bunde nur unter gewissen, zur Erhaltung unserer so wichtigen heiligen Glaubenssatzungen uöthigen Bedingungen geschehen soll, so bin ich darin anderer Ansicht, glaube vrelinehr, daß es rathsam sei, den Bund unter allen Umständen jedenfalls zu gründen, resp. gründen zu helfen und demselben in Bezug auf das Almosenspenden jedenfalls beizutreten, in diesem Falle von neologer oderorthodoxer Richtllng abzusehen, d. h. wenn der Bnnd ausschließlich zn diesenr Zwecke gegründet wird. Sollte der Bund weitere Zwecke in sich schließen und weitere Institutionen erfassen, so könnte ja auch das Almosenspcnden von den weiteren Zwecken getrennt gehalten werden, resp. das Budget in zwei T heile, in Einnahmen und Ausgaben, zerfallen, d. h eine Abteilung für den Zweck der Atnw^enpflege und eine besondere Äbtheilung für die weiter beabsichtigten Zwecke. Es könnte denn och | den Gemeinden freigestellt werden, dem Bunde beizu- ’l treten soweit derselbe die Almosenspende betrifft, oder | auch unbedingt beizutreten. Da es doch in vorderster ' | Reihe beabsichtigt ist, dem Bettelunfuge zu steuern, so | glaube ich, daß auf die angegebene Weise die Sache J am ehesten zu Stande kommt, indem sich hierbei jede J religiöse Richtung gleichmäßig interessirt sieht, daher auch | ein allgemeiner Beitritt am ehesten zu erwarten ist. -f Heinrich Bendheim II. H Wallerftein (Bayern), Rosch chodesch Elul. Ihrer Aufforderung in dh. 32 Folge leistend, erkläre | ich mich ganz einverstanden mit den in Nr. 33 ausgei sprochencn Ansichten des Herrn Rabbiners Pr. Sal- 3 vendi, den Beitritt znul Gckneindetag betreffend» »pxsp TDin'/- unseren glaubenstreuen Bale Bathim ) ans Herz zu legen, daß es an denselben ist, im Vereine | mit den orthodoxen Rabbinen einen Genreindebund zir gründen, mit den mirn rvo gegen dessen Zerstörer zrr 1 schützen. * vj Ein solcher, ans unzweideutigen Elementen beste- 1 hender Bund würde auch in pecuniärer Beziehung den E Interessen des waren Judenthunts besonders förderlich | sein, denn vergessen wir nicht, daß Hunderte von Legaten J und Stiftungen — anstatt rmrfr der Absicht j der Gründer entsprechend — in neuerer Zeit zu anti- ) religiösen Institutionen verwendet worden sind. $ Neue religiöse Gemeinden haben sich gebildet, an- Ä dere wären schon längst entstanden, ohne den ungerechten H Zwang, zu einem Cultrss beitragen zn müssen, der in M unseren Augen un jüdisch ist. Solchen Mißständen würden .! abgeholfen, wenn wir uns recht bald zu einem ortyoj boxen Gemeindebund oder allgemeinen konservativen - Vereine konftituirten. ] .O’djt cwb '-DjD -nn j David S. Weiskopf, Diftr.-Rabb. t Würzburg, 18. August. Ihrer Aufforderung. j nachkommend, erlaube ich mir für den zu gründenden Verein zur Conservirung des Jndenthnms die nachstehenj den Propositionen zn machen:;] I. Dahin zu wirken, daß sich die angesehensten 1 orthodoxen Rabbiner der Sache anschließen und sich. ] dabei betheiligen. I II. Sofort dahin zn trachten, daß sich unter Zuj stimmung und Betheiligung dieser Herren Rabbiner ein j provisorisches Somit« bildet, welches die Sache in die j Hand nimmt, Statuten berathet und feststM und zur allgemeinen Betheiligung auffordert, i III. Einen besoldeten tüchtigen Secretär zu enga- '

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