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Der Israelit · 1871-08-23 · Heft 34 (23.8.1871) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 34 (23.8.1871)
Date
1871-08-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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639 Ein'großes Resultat hat bereits der Lehrerunterstützungsverein zu Tage gefördert. Das Vermögen ist, obschon fast jedes Unterstützungsgesuch genehmigt und jährlich etliche Hundert Gulden an Wittwen und Waisen von Lehrern und mittellose Standesgenossen verabreicht wurden, dennoch von fl. 1253.42 kr. des Jahres 1868 heute auf fl. 3482' 25 kr. angewachsen, wovon der größere Theil sicher und verzinslich angelegt ist. An der Spitze der Förderer auch dieses wohlthättgen Instituts steht das erhabene Königspaar und die Staatskasse. Aber auch die Gemeinden unterstützen den Verein immer kräftiger. Darunter sind zu nennen: Baisingen,Buttenhausen, Cannstatt, Eßlingen, Freudenthal, Göppingen, Heilbronn, Jebenhausen, Krailsheim, Lanchheim, Laupbeim, Mergentheim, Mühringen, Ludwigsburg, Rexingen, Stuttgart, Wankheim, Weikersheim uns Ulm. — Wenn jeder Rabbiner und Lehrer sich dieser edlen Sache, der auch der Gemeindetag sein Augenmerk zuwenden will, annimmt, so würden allerwärts für diese D'nsbv nuolc man beim Aufrufen der Spenden gelobt und aus den Gemeindepflegen regelmäßige Jahresbeiträge verwilligt werden. Bedauerlich ist es, daß manche ordentliche Mitglieder mit ihren obligaten Beiträgen im Rückstand bleiben, obgleich ihre Mittel ihnen die Zahlung erlauben und deßhalb ihr Ausschluß erfolgen muß^ Herr Oberkirchcnvorsteher Adolf Lev i in Stuttgart hat die Zwecke des Vereins, , obschon er als Vorstand des israel. Waisenhauses „Wilf helmspflege" ohnehin eine außerordentliche philanthropische Lhättgkeit entwickelt, so wirksam gefördert, daß er heute einstimmig als Ehrennritglied in den Verein ausgenommen wurde. Das erfreulichste Resultat der heurigen Lehrerversammlung ist unverkennbar das hohe und warme Interesse , welches dieselbe für den hebräischen Unterricht gezeigt hat und wie jeder Einzelne es sich angelegen sein läßt, hierin möglichst viel zu erreichen. Es wurde deßhalb auch beschlossen, für die nächste Versammlung, die in Stuttgart abgehalten werden soll, einen Referenten und Correferenten zu bestellen über die neuesten Verordnungen betreffs des Religionsunterrichts überhaupt, um vorher die Erfahrungen zu sammeln, welche bei deren Ausführung gemacht werden. — rrnt »di nwü nnualfl DrA lyo? cron to - □ nr 022b piQd'. Aus dem Ries (Bayern). In Nr. 32 Ihres geschätzten Blattes befinden sich zwei aufeinanderfolgende Aufsätze, wobei Sie am Schlüsse des erftern Männer orthodoxer Richtung auffordern, ihre Ansichten kund zu geben , während Sie am Schlüsse des zweiten dem geehrten Herrn Einsender ein „Kpjine 5nb KJ»np" zurufem Erlauben Sie mir nun, über Beides mich auszusprechen. Nach den Lehren unserer Weisen r»wn?>• will ich bezüglich des Gemeindebundes beginnen.- Weit entfernt, dem Streben desselben entgegentteten zu wollen, gestehe ich doch offen, daß ich sehr wenig Vertrauen zu dem habe, was durch den Gemeindebund erstrebt werden kann, und möchte vorläufig alle Orthodoxen, sowohl Einzelne als Corporationen, vor übereilten! Anschluffe warnen. Da ich seit Jahren Cassier der Armenunterstützungscasse bin, so will ich mich über das eine Ziel, das der löbl. Gemeindebund sich zur Aufgabe stellt, dem Unwesen von Seiten jüdischer Bettler Schranken zu setzen, hier näher aussprechen. Es ist leider nur zu wahr, daß dieses Herumtreiben schrecklich überhand genommen; — doch, nehmen wir das uns «»rrona nsmpn unter den rwso :mn zählende Göttliche Gebot -p’ nrsn mro und den Zusatz p'3N 2-irr «6 »a p«n aipo zu Herzen, so haben wir diese Frage schnell erledigt. Allein, abgesehen hiervon, wer kennt nicht noch die schreckliche Noth und das traurige Loos unserer russischen Brüder während der Hungers noth? Wie viele Hunderte, ja Tausende, sind um ihr ganzes Vermögen gekommen! Man hat Viele nach Amerika erpedirt; nun, man wird allerdings Manchem in pecuniärer Beziehung geholfen haben — allein wie Vielen wird man in religiöser Beziehung zu au nar Veranlassung gegeben haben? Greifen wir ferner auf das Epoche machende Jahr 1870 zurück-, wie viele Hunderte oder gar Tausende sind während der Kriegszeit um Hab und Gut gekommen, und wie viele unserer Brüder sind zu Krüppeln geworden? Wenn diese nun an unsere Thüre anklopfen, sollen wir diese dem Gemeindebunde zuweisen? Denken wir ferner an unsere Brüder in den Donaufürstenthümern. Wenn dieselben verfolgt oder ausgewiesen werden, wenn Tausende ihres Vermögens beraubt werden und dann uns um Unterstützung angehen, sollen wir diese abweisen? Wer bürgt uns für eine angenehmere Zukunft? Wir stehen am Schluffe des Jahres und bald tönt des iew ermahnende Stimme, und die tiefergreifenden Worte, nrx na*» n nunon bpi yiwb nvtti ajn^, fließen andachtsvoll von unfern Lippen. Diese von dem löbl. Gemeindebunde zu lösende Aufgabe wird sich als bloße Phrase Herausstellen. Wollen wir uns zu Bettelvögten stempeln lassen? Wir können und dürfen der Gottheit und dessen heiligen Willen nicht entgegentteten, denn immer und immer mahnt uns das 'ui xb an die von uns Israeliten so schön geübte Mildthätigkeit. Würden unsere jüdischen Zustände in gegenwärtiger Zeit nur diese und solche Angelegenheiten zu ordnen haben, wir würden dann irr einem go ldn en Zeitalter leben, und dürften dann über unsere bettelnden Brüder nicht so erregt und besorgt sein; aber ganz andere wichtigere, heiligere Aufgaben hat das orthodoxe Judenthunr zu löten; ich komme nun zum Zweiten Aufsatze in Nr. 32 des „Israelit". Es ist dort zur Genüge erörtert, welchem Verfalle.

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