Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 34 (23.8.1871)
- Date
- 1871-08-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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C33 Ahnen zu lehren und den jugendlichen Seelen unerschütterlich und für alle Ewigkeit einzuprägen. notpn in« oan« ro»o hjn ibt« -imn n« »"joo y-ün «Vi — -.^y «pn dH — N'^yd I. Wertheim, Lehrer. Aus der Wetterau, im Ellul. Am 23. v. M. starb Herr Nathaniel Heß aus Windecken und wurde am folgenden Tage begraben; Herr Diftr.-Rabb. Adler aus Aschaffenburg hielt die Trauerrede. Das Leben des Heimgegangenen verdient es, in weitem Kreisen bekannt zu werden. Derselbe erreichte ein Alter von 76 Jahren und lebte 48 Jahre in sehr glücklicher Ehe. Das ganze Leben dieses Mannes war msoyi mint» geweihet und dieß Alles, so viel als möglich nyjüD; er war t>rrD und o»irTjn o»D»a auch rpen tya. Sein Haus war stets den Armen geöffnet; auch seine edle und fromme Ehefrau stand ihm bei allem Guten würdig zur Seite. Die Wohlthätigkeit dieses Mannes war unbegrenzt und war derselbe auch allgemein hochgeachtet und geehrt. So kam vor kurzer Zeit ein nichtjüdischer Bauer aus der Umgegend und bat, man möge ihm doch gestatten, seinen kranken Wohlthäter, der vor mehreren Jahren mit vielen Opfern es dahin brachte, daß er von seinem Anwesen nicht vertrieben wurde, besuchen zu dürfen, um demselben die freudige Mittheilung zu machen, daß er, der Bauer, nun schuldenfrei sei. Besonders aber suchte dieser Fromme das Thoraftudium zu fördern. Obwohl seit vielen Jahren sehr leidend, war er dennoch täglich Morgens einer der Ersten in der Synagoge. Die Liebe zur Thora war die Krone feiner Frömmigkeit. Seit 16 Jahren hatte er sich gänzlich vonl Geschäfte zurückgezogen; seitdem ftudirte er fast immer in der heiligen Gotteslehre. Obwohl er in seiner Kindheit nur wenig Gelegenheit gehabt hatte, minn hoP*?, so brachte er es dennoch durch eigenen Fleiß und Liebe zur Sache recht weit darin, so daß er -ei Familienfesten mm na-m Vorträge hielt, welche immer bezweckten 'n naicH inn« mnn«} ma n« Dieses Streben bewährte der Fromme namentlich bei Erziehung seiner Kinder, und hat er häufig seiner Familie *idiö nan aus einem iso so eindringlich vorge- Iragen, daß es aiH i’Djdji 3“?n p v«»i\n anan waren. Einen seiner Söhne ließ er viele Jahre lang von einem nuv erziehen .“koHi mint>, was auch bei den guten Grundlagen vom elterlichen Hause aus und der eigenen n’ö’Js '«"p des Knaben zum besten Erfolge führte, so daß es uns zum Tröste gereicht, bei diesem herben Verluste sagen zu können, mioa p rrarw — der Verstorbene pn» ertrug die langjährigen schmerzlichen, körperlichen Leiden als mn« hw dhid\ — n"a"s"j"n. Heilbronn a. N., den 9. August. Heute waren hier auf mittels Circulars ergangene persönliche Einladung die Lehrer und Vorsänger Württembergs im Saale des jüdischen Gastgebers zum „Württemberger Hof" versammelt, um die alljährliche Conferenz in Schul- und Standesangelegenheiten, deren Zustandekommen im vorigen Jahre durch die Kriegsereignisse verhindert wurde, abzuhalten und über den Vermögensstand des Lehrerunterstützungsvereins den dreijährigen Bericht des Cassiers zu vernehmen, wozu öffentlich eingetaden worden war. Es war etwa die Hälfte aller Lehrer aus allen Gegenden Schwabens erschienen. Doch hat sich dabei die Hoffnung nicht bewährt, daß die Versammlung, die bisher in Stuttgart stattfand, von den Heilbronn benachbarten Coüegen desto ausnahmsloser werde besucht werden: denn Mancher aus dem Jart- und Tauberthale ließ vergeblich auf sich warten. — Der Vereinsvorstand, Waisenhaus- und Hauptlehrer Liebmann in Eßlingen, eröffnete die Verhandlungen mit freundlichem Gruße und warmer Ermahnung zur Einheit im Streben nach dem Ziele, das die Conferenz und der Verein sich gestellt haben. Die große Zeit, die wir kaum hinter uns haben, habe uns die Macht der Einheit vor Augen gestellt, und die Erfolge, welche durch die gemeinsamen Schritte des Vereinsausschusses schon errungen worden seien, um die Lage der Amtsbrüder zu verbessern, ermuntern uns, auf dem betretenen Wege der Vereinigung weiterzuschreiteu, um den Stand der Schule selbst zu helfen und gerechten Wünschen. Gehör zu verschaffen. Der Redner sprach seine Freude darüber aus, daß wir bei der stärkenden politischen Einheit doch die schwäbische Freiheit noch erhalten hätten, da die württembergischen israel. Lehrers und Vorsänger insbesondere weit besser situirt seien, als die Standesgenossen unter preußischem Regiment. Der Hauptgegenstand von allgemeinem Interesse war die Berathung über die Ertheilung des hebräischen Schulunterrichts. Es wurden dabei , ohne Rücksicht auf das neueste Regulativ der Ober - Schul- und Ober - Kirchen - Behörde, die Fragen beantwortet, warum dieser Unterricht nothwendig sei und welches Ziel er sich zu stecken habe, unter welchen Bedingungen und aus welchem Wege dieses am besten zu erreichen sein dürfte. Weiteren Bericht hierüber will ich für die pädagogische Beilage des „Israelit" mir Vorbehalten. In Betreff der Verbesserung der finanziellen Verhältnisse will man sich an die Eingabe der evangelischen und katholischen Volksschullehrer anschließen, welche Tags zuvor in Ludwigsburg beschlossen worden war, und dabei die besondere Lage der israel. Lehrer und Vorsänger in Erwähnung bringen. Herr Weil, pensionirter Lehrer in Stuttgart, gab ein interessantes Referat über die biblische Geschichte, die er für die unteren und für die Mittelklassen herausgeben will. Dieselbe circulirte im vorigen Jahre als Manuscript unter den Ausschußmitgliedern und wurde von denselben heute warm empfohlen.