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Der Israelit · 1871-08-16 · Heft 33 (16.8.1871) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 33 (16.8.1871)
Date
1871-08-16
Page
– (sequence 10)
Language
German
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638 Literarischer Bericht. Aus dem inneren Leben der den tschsn Juden im Mittelalter. Nach gedruckten und uttgedruck«, tett Quellen. Zugleich ein Beitrag für deutsche Cülturgeschichte von vr. A. Berliner. Berlin 1871. Julius Benzian. Es mutz uns gewiß von höchstem Interesse sein, van dem innern; Leben unserer Vorfahren im Mitttelalter Kstude zu erhalten. Wir haben von den Leiden Bedruckungen, Zurücksetzungen und Beschimpfungen der Jstoen in dieser schrecklichen Zeit so viel erfahren, daß sich uns nochwendig die Frage aufdrängt: Wie gestaltete füL'fcei diesen traurigen äußern Verhältnissen dieses Volkes das Leben im Innern desselben in der Femilie, Gesellschaft, Geniel nde ü. s. w? Vergebens werden wir b«. den Geschichtschreibern eine Antwort auf diese Frage suchen. Sie, die es für wichtig genug hielten, das Wunher zu verzeichnen, wie der irregeleitete Mensch Htzrchesgefchöpfe seinesgleichen grausam und mit Wuth v^lgte/hahen däD viel größere Wunder äußer Acht glasten, daß. die , von dieser Grausamkeit Betroffenen ihrem Leben stets Bedrohten sich dennoch nicht der BHweisiung hrÄsgäben, sondern ihr Herz den vielfachen f teuden des Lebens erschloffen halten. Es wird daher Sex es für verdienstlich halten, daß Herr Dr. Berliner, dessen bisherige literarische Letstnngen von anerkenneuswerther Gründlichkeit zeugen, sich der mit vesondern «Schwierigkeiten verbundenen und außerordentlichen Fleiß uzch Ausdauer erheischenden Beschäftigung unterzogen hat. das innere Leben der Juden in dem deutschen Hsnelaster zu erforschen. Irr vorliegender Schrift übergibt der Verfasser einige der bereits gewonnene Resultate der .Oeffeittlichkeit nnd er darf um so gewisser darauf?rechnen,daß dies Merkchen bei allen Freunden der'^rchischen Literatur eine gute Ausnahme finden wird, «'der größte Theil desselben, vor einem zahlreichen zldeten Publikum in Berlin vorgetragen, sich Zeines aMerordentttchen Beifalls zu erfreuen' hatte. Die Schrift auch'in der'4M viel des 'Jntereffanten und Be- LarendeN. Wir erfahren aüs derselben, auf welche vortrMichA Weise in einer tohen und üWttti'chtn.Zeit die der mättlllichen und weiblichen Jugend von unseren - Vorfahren besorgt wurde: die Lebensw Ise unserer ÄMn, Ihre Beschäfttgüugen, ihre Kleidung,' Woh- AusschlüMliig deHelbep, ihre Spiele undFest- MMen. (Haber auch. SchitberuNg erster HpchM 'K fife ttn MrMnte.n .^amurtpert); wie unsere Väter ttotz allerÄcängfatedie Luft am Leben nicht'verloren, wie sie an Gesang, zuweilen auch an Musik sich erfreuten, das Alles und noch, manches -Andere finden wir in diesem Wcrtchen in anziehender Weife dargestellt. Ein besonderer Vorzug dieser Darstellung ist es, daß in derselben die heilige Gotteslehre einerseits als der Mittelpunkt, von dem alle edle Bestrebungen ausgingen, anderseits als der unverfiegbare Lebsusguell-erscheint , aus dem man in grauenvoller Wildniß Labung und Erfrischung holte. So möge dieser Schrift, welche noch außerdem in. den Anmerkungen und Quellennachweisungen dem Gelehrten manchen willkommene Notiz darbietet, allenthalben eine recht günstige Aufnahme zu Theil weiden, damit der Verfasser hierdurch zur Fortsetzung seiner Forschungen auf diesem Gebiete und zur Verösfeutlichung seiner andern in dem Vorworte genannten Arbeiten über jüdische Culurgeschichtc ermuntert werde. Außer dem innern Welche mag auch der Umstand zum Ankäufe dieser Schrittanregen,- daß der Reinertrag zu einem wohlthätigeu Zwecke bestimmt ist. HeLturrgSnachrLchten und Gorrefpou» d<uze«. Deutschland. Mainz, 14. Aug. Das löbliche Cerrtralcomitö für palästinensische Angelegenheiten zu Amsterdam ersucht -uns, Folgendes zu veröffentlichen: Es hat ein gewisser M. Gold stein aus Dirschau einen Aufruf erlassen und sich als „Präses der deutschen (?) holländischen (?) Gemeinde zu Jerusalem" unterzeichnet. Dieser Herr M. Gojdstein aus Dirschau steht mit der deutsch -holländischen Gemeinde zu Jerusalem in gar keinem Zusammenhänge und ist natürlich auch deren Präses nicht. Es ist. also die Anmaßung dieses Titels eine drrrchaus ungerechtfertigte, lediglich" auf Unwahcheit beruhende. - München. Von sämmtlicheu Gefangenen der bayerischen Straf- und Polizeianstalten find. 82,3 Procent Katholiken, 17,5Procent Protestanten und 0,2 Procent Israeliten. (Bei der GesammtbeuölkerungKnd die bezüglichen Zahlen 71,2 — 27, 5 — 1,2 Pwcoyt.) DurchschrütttLch trifft 1 katholischer Gefangener auf. 68öt Katholiken überhaupt, 1 protestantischer Gefangener, auf 1249 Protestanten überhaupt, 1 israelitischer Gefangener Lus 41SL ^Israeliten überhaupt. Unterden Katholiken und Israeliten uüumt inehr das männliche «c-. schttcht- , unter: den - .Protestanten > mehr das weibliche. an: dstkOeMMtzbmölüNANg Theil^ als sich.bei Zusammen-, fttüllnA beider uGosthtechtet: ergibt. (Der i bayerische Äandbote.)

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