Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 31 (2.8.1871)
- Date
- 1871-08-02
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Berlin, 28. Juli. Mit Bezugnahme auf die Correspoudenz in der Beilage zu Nr. 30 Ihres gesch. Blattes, betreffend die von uns angestrebte Specialsammlung , welche dort von „zuverlässiger Sette" als unbegründet und unnöthig bezeichnet, und die imferer Aufforderung zu Grunde liegenden Thatsachen geleugnet werden, ersuche ich Sie, folgenden Auszug eines Briefes zu Veröffentlichen, welchen ich an diese „zuverlässige Seite" auf eine gleiche Privatcorrespondenz gerichtet habe: „Ich glaube schon oft den Beweis geliefert zu haben, daß ich einseittgen Darstellungen nicht nachgebe... Die unseren: Entschlüsse zu Grunde liegenden Nachrichten sind uns außer dem Chawazeleth brieflich von ganz verschiedenen Seiten, sowie durch Berichterstattung eines hierorttgen Augenzeugen geworden, an deffen Nachrichten wir zu zweifeln keinen Grund haben, und der den im Aufrufe erwähnten Thatsachen beigewohnt hat, in. Folge einer dadurch entstandenen ungeheueren Aufregung mit dem Rabbiner Auerbach und emigen Mitgliedern der deutsch - holländischen Gemeinde beim deutschen Bundes- Consul war, der auch sofort diese Entweihung einftellen ließ. Mein selbst nach Ihrer Darstellung ist die Wünschenswürdigkeit, ja Nochwendigkeit unserer Anstrengungen nicht weniger begründet. Selbst zugegeben, daß diese jedenfalls stattgehabte Schändung nicht aus Vandalismus, nicht von Dieben und Räubern unternommen, daß die heilgen Orte bis jetzt nicht zu Heerdeplätzen benützt sind; liegt nicht die Befürchtung nahe, daß der „wissenschaftliche Präcedenzfall" bei der mehr oder weniger rohen Bevölkerung zu dergleichen führen kann, und ist nicht ddu seinen nächst non in und onj/ö ^no heiligsten Stätten diese Vorsorge schuldig, selbst wenn die dortige jüdische Bevölkerung diese mit relattver Entbehrung, der wir gewiß wie irgend Einer abhelfen, und die wir am wenigsten verkürzen wollen^ einlöst? Läßt man in r>"n die D^nn tu ohne Umzäunung, wenn man diese irgend erzwingen kann, und Bnpn ncn« by sollten die nnnp D’p-isn der Loyalität einer solchen Bevölkerung wie die dortige, überantwortet bleiben? Sie sagen ferner, diese Ausgrabungen seien bona fide Seitens des Pascha geschehen, der sich später entschuldigt, und gegen Wiederkehr Versicherungen gegeben habe. Nun werden Sie mir doch aber zugeftehen, d«ch diese schnöde Entweihung unserer heiligen Stätten, die, wenn auch nur elnmal geschehen, betrübend genug ist, sicherlich unterlassen worden wäre, wenn diese Statt» ein sichtbares Zeichen unseres Eigenthums an sich getragen hätten. Sie werden mir ferner zugeftehen, daß das Versprechen des Pascha's in Jerusalem eben nur tnm individueller Tragweite dieser Persönlichkeit, ohne Garantie für die Zukunft ist und ebenfalls die Confequertz ziehen, daß es aller Anstrengungen werth, diese unsere heiligen Stätten ganz ebenso vor Entweihung, geschehen diese aus welchen Motiven immer, zu schützen, wie e§ das eigene Haus gegen alle Eventualitäten ist; und ich möchte doch einmal sehen, ob es ein Pascha wagen wird, Ausgrabungen in Privathäusern vornehmen zu lassen; unser Bestreben ist daher durchaus kein zweckloses. Uebrigens werden Sie ebenso gut wie ich wissen, daß wir einen großen Kreis von Glaubensgenoffen haben, welche sich für die Bewohner Palästinas gar nicht, für die Conservirung der dorügen Alterthümer hingegen in sehr hohem Grade interessiren. ..." Unverändert halten wir die Dringlichkeit des Unternehmens vollkommen auftecht und erfnchen unsere theuren Glaubensgenossen, ohne Beeinträchtigung der regelmäßigen Sammlungen, diesem heiligen Zwecke Rechnung zu ttagen, wodurch wir uns ein Denkmal der pietätsvollen Verehrung unserer heiligen Stätten setzen. vr. Israel Hildesheimer, Vorsitzender des Vereins für palästinensische Angelegenheiten. A N Z E ■MjVto» Es gehen uns in jüngster Zeit mehrfache Klagen über unregelmäßiges und verspätetes Eintreffen des „Israelit" zu. Die Verantwortlichkeit dafür trifft einzig und Mein die Poftverwaltungen. Wir expediren den „Israelit" regelmäßig Mittwoch Nachmittags und zwar alle Nummern gleuhzeitig. Dieselben werden per Wagen nach dem hiesigen Postamt gefahren und an dasselbe abgeliefert. Die geehrten Abonnenten wollen daher güttgst nicht uns die Schuld geben für Vorkommnisse, die zu ändern nicht in unserer Macht steht. Auch das hiesige Postamt thut in der pünktlichen Beförderung stets seine Pflicht. Daß aber I GEN. bei den oft tagelangen Reisen der betreffenden Nummern manchmal Unregelmäßigkeiten Vorkommen, liegt zu sehr in der Natur der Sache, als daß uns Grurtt) zur Beschwerde bei der obersten Postbehörde gegeben wüÄe. — Sollte jedoch eine oder die andere Nummer nicht eiutreffen, so ist jedes Postamt verplfichtet, die fehlende Nummer unentgeltlich zu reclamiren. Sollte das jedych nicht helfen, so sind wtt stets gern bereit, auf frcumrte, bei uns gemachte Anzeige hin die nicht angekommenen Nummern gratts und ftanco nachzuliefern. Die ExpedAo» des „Israelit."