Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 31 (2.8.1871)
- Date
- 1871-08-02
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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594 | i f 1 Nekrolog. | Wien 26. Juli. Wenn ein Frommer stirbt, sagen die Weisen, soll man so trauern, wie um den Verlust des heiligen Tempels, wie erst, wenn dieser Tod, gerade um die Zeit der Trauer um den Verlust des Tempels fällt. Einer der edelsten, besten, frömmsten Männer, an dem Gott und die Welt sich erfreuten, hauchte seine reine Seele am 2. Ab aus. Es ist Herr Jacob Löwy, Lederhändler hier. Seine Frömmigkeit war so wahr, so innig und hingebend, daß es eine Freude war, ihn im Bethause zu sehen oder zu hören. Man kann nicht sagen, er hätte dem Judenthume ein Opfer gebracht, denn, sobald es dem Judenthume galt, war ihm nichts mehr ein Opfer, das Schwerste war ihm eme Freude zu thun. Kam etwas seiner Frömmigkeit gleich, so war es seine seltene Herzensgute, seine außerordentliche Wohlthätigkeit. Schon die liebenswürdige Freundlichkeit, mit der er den Armen empfing, ermuthigte denselben, und war es irgend möglich, so konnte er sicher sein, Hilfe zu finden, mehr als er verlangte. Nicht nur in kleinen Summen, in großem Maßstabe, in einer Art, wie sich die Reichsten entschließen, gab er mit der größten Bereitwilligkeit, mit wahrer Seelenlust. Wahrhaft rührend war die zärtliche Fürsorge, die liebevolle, unermüdliche Aufmerksamkeit, mit der er seine unglückliche Frau behandelte, die, seit vielen Jahren am ganzen Körper gelahmt, mit wahrer Seelengröße ihr Schicksal erträgt. Unglücklicherweise mit unwürdigen Leuten in Verbin-* düng gekommen, die ihm das Leben auf alle Weise verbitterten, durch seine Übergröße Herzensgute verhindert, das Band zu zerreißen, welches rhn fesselte, bemächtigte sich düstere Schwermuth dieses sonst so heiteren, in allen Schicksalsschlägen Gott ergebenen Gemüthes. . Schwindel, Blutandrang zum Kopfe traten hinzu, und in einem Anfalle von Irrsinn endigte er im schönsten, kräftigsten Alter sein Leben. Weit über die Grunzen dieser Stadt hinaus, bemächtigte sich Trauer und Bestürzung aller, die ihn gekannt haben. Eine große Menschenmege versammelte sich bei seinem Begräbnisse, darunter die achtbarsten, ehrenhaftesten Männer der hiesigen Gemeinde. Kein Chorgesang, keine pomphafte Predigt hätte man an seinem Sarge; aber die vielen Thränen tiefen Schmerzes, die vergossen wurden, als man ihn zur letzten Ruhestätte trug, gaben ein glänzenderes Zeugniß seines hohen Werthes, als es die schwungvollste Rede hätte thun können. So möge er denn in Frieden ruhen, und wenn auch sein Auge brach, umnachtet von dem Schatten des Wahnsinns, so wird es um so Heller leuchten, an dem Tag, wo er den Lohn empfangen wird, für sein edles, tadelloses, reines Leben, voll Liebe gegen Gott und die Menschen! l^ie hiesige Gemeinde wünscht ihre erledigte Lehrer- und Cantorstelle wieder zu besetzen. Fixer Gehalt neben freier Wohnung und Heitzung 200 bis 220 Thlr. Lusttragende Bewerber belieben sich baldmöglichst unter Einsendung ihrer Zeugnisse bei dem Unterzeichneten Vorstand zu melden. Breidenbach, Regierungsbezirk Wiesbaden. <7. Stern. Israelitisches Hnaßm -Vmsionat. Am 1. October eröffne ich in Berlin, Rofenthalerstraße Nr. 55, ein Pensionat für israelitische Knaben. Neben religiöser Erziehung und leiblicher Pflege erhalten die Pensionäre Nachhilfe bei Anfertigung der Schularbeiten und auf Wunsch auch Clavier-Unterricht im Hause. Eltern, deren Kinder die Schule in Berlin besuchen oder ein Geschäft daselbst erlernen, wollen dieselbe meiner Obhut anvertrauen und sich wegen des Näheren in Berlin an i>ie Herren Dr. Poppelaüer, Neue Friedrichstraße 61, und Kaufmann H. Kreh, Rosenthalerstraße 54, und bis zum 15. September c. an meine Adresse in Lötzen gütigst wenden. A. €ron, _ _ Lehrer._ Reelle Heiraths - Offerte. Ein junger, gebildeter Mann in Zürich (Schweiz), mit Universitätsbildung , israel. Confession und angenehmem Aeußern und Besitzer eines Geschäftes in einem der größten und schönsten Orte der Schweiz, wünscht sich mit einem gebildeten jungen Mädchen, liebevollen Charatters, aus achtbarer Familie, mit Vermögen, zu verehelichen. Sttengfte Discretion selbstverständlich. Eigenhändig geschriebene Offerten werden unter A. L. Nr. 1150 an die Erp. d. Bl. erbeten. Geschästseröffnung & Empfehlung. Unterzeichneter beehrt sich ergebenst anzuzeigen, daß er eine Konditorei und Ieinöäckerei in Würzburg, Augustinerftraße Nr. 18, errichtete, und wird alle geehrten Aufträge prompt und billigst besorgen. Besonders empfehle ich Chocolade und jjnww nvs. J. Ii. Rosenbaam aus Zell.' /Line tüchtige Haushälterin, eine jüdische Köchin und ein braves Kindermädchen zum sofortigen Eintritt gesucht. Gefällige Franco-Offetten sud A. B. Nr. 1155 befördert die Exp. d. Bl. ffiiti junger Mann sucht Stelle in einem Manufacturw waaren - Geschäfte, welches Samstag und Feiertage geschlossen, als Verkäufer. Offerten unter L. 1074 befördert die Exped. d. Bl. Briefkasten der Expedition. Herrn N. Elz. und S. in B.: Jnseratgebühren für }5p 2 Thlr. 12 Sgr.