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Der Israelit · 1871-08-02 · Heft 31 (2.8.1871) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 31 (2.8.1871)
Date
1871-08-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
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5S9 Algerien. Vonstantine. Der Iltdöpe»cdant von Constanrine veröffentlicht einen Brief von llassea Len ^.li I. glis ko) , Sohn des früheren Bervs zu Conftantine, in lvelchem dieser hervorhebt. daß die E r h e b u n g der Ara b e r nicht in Folge der Naturalisation der eingebornen Israeliten geschehen sei. Die Araber, schreibt er, glaubten Frankreich ganz geschwächt nrrd den richtigen Zeitpunkt zur Lostrennung von Frankreich gekommen, außerdem wollen die Araber die Militärautorität und keine bürgerliche Administration und endlich wollten die einzelnen Stämme sich selbst aufreiben, unfc glaubten, das geschwächte Frankreich würde nicht interveniren können. (Rev. Isr.» P e r s i e u. Dchiraz. Politische Blätter brachten schon vor einiger Zeit die Nachricht, daß in Persien große Hungersnot!) ausgebrochen. Wie nun das „Jew. Ehr." mittheilt, sollen besonders die Juden in Schiraz darunter leiden, an UOO Familien hungern und darben. Auf Veranlassung von Sir Moses Montesiore hat das Board of Delegates ein (Soiuite gebildet, welches für die unglücklichen Glartbensgenosßnt in Schiraz eine Getdsammtnng veranstalten wird Feuilleton. Iur rechten Zeit. xxi. Die Beraub»,rg. Das jüngere, seut lebende. Geschlecht hat keine Ahnung davon. wie lange mail vor l.ko Jahren mit der Poit von Frankfurt a. M. nach Prag reiste. (Line Strecke. ,m deren Zurncklegung uuiit heut'gltage kaum einen Tag braucht, erforderte damals Wochen und Monate. Nur lanPanc schleppte sich der Postwagen, oft ani ungebahntem Wege. fort: bald stürzte ein Pferd, und die Reisenden mußte halbe Tage lang am freiem Felde liegen bleiben. bis ein anderes von der nächsten Poststation herbeigeholt werden konnte, oder es brach ein Rad oder der Wagen stürzte in einen Graben, was dann noch längeren Aufenthalt verursachte. Nur wenige Wochen, nachdem Menascheh Frankfurt verlasselt hatte, brach der Krieg aus, der unter dem Namen des österreichischen Erbfolgekrieges m der -Geschichte bekanrtt ist. Die Königin von Ungarn, Maria Theresia, und der junge Preußenkönig Friedrich II., nachmals „der Große" genannt, bekämpften sich mit dem Allfgebvt aller ihrer Kräfte. Friedrich machte Altsprüche auf einen Theil der Staaten, die Kaiser Karl VI., der ohne männliche Leibeserbeu verstorben war, beherrscht hatte. Der König von Preußen batte es durchgesetzt, daß die deutsche Kaiserkrone, die länger als dreihundert Jahre ununterbrochen vom Hause Oesterreich war behauptet ivorden, deni Kurfürsten von Bauern. Carl VII., übertragen ivurde. So ward Bauern mit in den Krieg verwickelt und vori den O esterreichern unter dem Grafen Khevenhiller überschwemmt. Unter den österreichischen Schaaren befand sich eine Rotte, tvelche die ganze' Wett mit Entsetzen erfüllte. Oberst Freiherr Franr von Trenk rlnd seine Panduren brachten Raub, Mord, Plünderung, Brand, Verwüstung überall hin, wo sie erschienen. Sie waren die Geißel der Welt rmd beraubten und verwüsteten Feindesland wie das eigene Paterland. Freiherr Franz von Trenk war ein eingefleischter Teufel: milchig und unerschrocken hatte er unzählige Male dem Tod in's Antlitz geschaut: in russischen Kriegsdiensten oftmals zum Tode verurkbeilt, war er wiederholt wie durch ein Wunder entkommen. Fn seiner Heimatb. der Militärgreuzc. batte er dann auf eigene Fällst gegen die berüchtigten Grenzräuber, die viel tausend Köpfe stark eine lvohlorganisirte. amämge Bande bildeten, den Vernichtungskrieg begonnen. Unzählige Mal dem sichern Tode verfallen, batten seine beispiellose Unerschrockenbeit, Kaltblütigkeit, verbunden mit List und Treulosigkeit, hm stets errettet. Nachdem es ihm gelungen, die Räuber rast zu vernichten, bildete er beim Ausbruche des Krieges ans den Ueberresten derselben mld den Unterthancn seines Barers ein Regiment, das er seiner Königin zu rührte und dessen Oberst er ward. Die wunderbarsten Kriegsthaten vollbrachte er: in tausend Verkleidungen überraschte er den Gegner, schlug oftmals den zehnfach überlegenen Feind, eroberte Festungen mld teste Schlösser durch Lift und Gewalt und leistete rast das Unmögliche: dagegen rvaren sowohl er lvie 'eine Bande von den grauenhaftesten Lastern und Ausschweifungen befleckt. unersättliche Habsucht, Neid, Mißgunst, Roheit, unmenschliche Barbarei. Völlerei — das waren die gräßlichen Charakterzüge Trent s und seiner Soldaten, die den er Räuber genannt werden sollten. Wobin die Panduren kamen. wurden die Männer ermordet oder verstünunelt, die Weiber und Mädchen geschändet, alle werthvollen Dinge geraubt und die ausberaubten Häuser in Brand gesteckt: in Vergleich mit lhnen waren die wilden, unmenschlichen Kroaten, die später im siebenjährigen Kriege sich einen so schrecklichen Ruf erwarben, Engel an Milde und Menschlichkeit. Fn dies wilde Kriegsgetümmel gerieth Menascheh^ umzukehren war ebenso gefährlichwie vorwärts zu rcth'n: RU-na sch eb rväblte das Untere: da die Kriegsnirie

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