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Der Israelit · 1871-08-02 · Heft 31 (2.8.1871) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 31 (2.8.1871)
Date
1871-08-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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58 5 sittlichen Gedankens fein und in allen Beziehungen der Bildungsstufe unserer Zeit entsprDen." Aus dern Eynvdlichen in's Deutsche übersetzt, bedeutet das nichts Anderes als die Aufhebung sämmtlicher spezifisch jüdischer Religionsgesetze. Die von uns benützte Quelle gibt jedoch die wirklich gefaßten Resolutionen nicht an; sie erzählt nur. daß die Versammlung bei Verlesung derselben in schallenden Applaus ausgebrochen, daß jedoch die anwesenden Rabbinen sich gefürchtet und zum Rüchug geblasen hatten. Das war die Synode von Augsburg. nikv’ p 'n 53! £}etttm$6ti<Kfmd>tett rrnd GoerefpV«- denze». Deutschland. Mai»), 23. Juli. Es freut uns zu erfahren, daß unsere in Nr. 24 d. Bl. veröffentlichte Ansprache an die Pariser einen tiefen Eindruck gemacht hat. In Nr. 34 der Rev. JSr. ist man darob sehr ungehalten auf uns; es heißt dort: „Die Israeliten von Paris haben ohne Zweifel recht viele Fchler, und Herr Lehmann hat nicht in Allem Unrecht. Wir verdienen, daß man uns eine Strafrede hält; allein, wer hat das Recht, uns eine solche zu haltend Ist man etwa in Deutschland ftöm- Mer als in Paris d" Ja, ja, das ist die Bestätigung der Worte unserer Weisen ’Jn non. — Sollte wohl Jemand sich ermahnen lassen in unserer Zeit? Spricht man: „nimm den Splitter ans Deinen Angenso antwortet man: „nimm den Balken ans Deinen Augen!" — In derselben Nummer werden uns bittere Vorwürfe darüber genracht, daß wir zu glauben scheinen, Herr Netter in Jaffa habe geheime Verbindungen mit den Missionären. Wir haben nirgendwo behauptet, daß wir diesen gegen Herrn Netter erhobenen Beschuldigungen Glauben geschenkt: unser Brief in Nr. 26 d. Bl. scheint von der Rev. Jsr. in dieser Beziehung mißverstanden zu sein. — Stuttgart 6. Juli. Die israel. Centralkirchen- Caffe hatte nach einer Bekanntmachung der israelitischen Oberkirchen - Behörde im Rechnungsjahre 1869— 70, einschließlich eines Zuschusses von '9600 fl. aus der Staatshauptcafie, eine laufende Einnahme von 22,390 fl., - hierunter 3281 fl. 2 kr. Zinsen, 5812 fl. 28 kr. Personalfteuer und 3696 fl. 30 kr. Rabbiuatsbesoldungs- Beiträge: dagegen betrugen die Ausgaben 19.731 ft. 6 kr., hierunter 10,470 fl. Rabbinatsbesoldrmgen: 3076 fl. 11 kr. Gehaltsaufbesserungen für Lehrer und Vor-, sänger, 470 fl. Unterstützungen für Rabbinats- und Schulamtszöglinge, 318 fl. Unterstützungen an Gewerbslehrliuge und 3196 fl. 10 fr. Anffichts - und Verlöültungskoften. Das Vermögen der Easse belief sich beim Rechmmgsabschtntz ans 79,638 ft. 12 kr., wovon 76,795 fl. 41 fr. verzinslich angelegt find. Stuttgart. Den israel. Delegirten, welche Schritte bei dem Minister des Kirchen - und Schulwesens zu thun die Absicht haben, ist zu wissen nöthig, daß dieser Minister vom 17. Juli bis 7. August von Stuttgart abwesend sein wird. Heitbronn a. 9t. In ^dieser Woche wlwde eüt hiesiger Kaufinann, Herr Js. «teru, in den städtischen Bürgerausfchuß gewählt. Es ist das erstemal, daß hier ein Jude zu einem solchen Ehrenamte berufen wird, da die vorjährige Erwählung des Herrn Rechtsanwalts Dr. Schloß mehr die Wahl eines Advocaten als die eines Juden zu bedeuten hatte. Aüih hat Herr Stern seine Wahl fast ausnahmslos christlichen Stinimen zu verdanken. Möge hier und allerwärts das Vorurtheil gegen die Juden immer mehr schwinden und diese sich des öffentlichen Vertrauens würdig zeigen Oefterreichisch-Urigarrnsche Monarchie. Wien. Eine der hervorragendsten Eigenschaften de§ Herrn Dr. Jettmek ist dessen originelle Eitelkeit in jeder Beziehung. So besitzt er die Sucht, den eleganten Galanchomme, vntgo Stutzer zu spielen; nebstdem hatte er in frühem Jahren den verzeihlichen Ehrgeiz, durch sein politisches Talent den Staat retten zu helfen und bewarb er sich öfters um einen Sitz im Abgeordnetenhanse. Da seine Mühe, als Landtagsdepntirter durch sein Genie zu glänzen, ihm durchaus nidjt gelang, indem sich die Wähler dachten, jeder Schuster möge bei seinem Leisten bleiben (ähnlich erging es Herr Dr. I. bei seiner Borlesulkg für das Schftlerdenkmat „über die Psychologie des Weibes, die nur den Weibern, nicht aber den sachverständigen Kunst-Richtern zusagte), seitdem sucht er sich durch politische Anspielungen in feinen Reden schadlos zu halten und seinen Hang zur Staatsweisheit zu befriedigen. Am Ende muß ihm der gebildete Zuhörer für diese rveitlänfigen Ercursionen und Streifzüge in fremdes Gebiet noch Dank wissen, da der zeitgemäße Gegenstand wenigstens etwas Interesse hat, und die Rede sonst gar zu leer und zum Einschlafen langweilig wäre. Herr Dr. I. handelt von seinem Standpunkte recht, denn er saßt das "9’y »-non rP ntpyan rpu in seinem Sinne gewiß anders aus. Wozu denn schwierige Textstellen durch Midrasch erfidveu und das Volk belehren, die Hauptsache ist ihm, ein nvyc

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