Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 31 (2.8.1871)
- Date
- 1871-08-02
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Ausbeute; C* jinö nur zwei Darunter, Die einen Namen haben: Geiger aus Ä?rlin und Löw aus Szegedin, beide zu befemut, als ixi| W|v erst nöthig hatten, sie zu charakterisiren. Die Anb, Wrst, SetigsLrg, Wltzimann, Hirschfeld, Vogelftein :c. fattit man wohl nicht nennen, ohne zu lächeln. Welche Pygmäen, welche Reformatoren! Und nun müssen wir uns auch den Trost ein wenig aniehen, die Laienmitglieder der Synode. Welche Namen! Welche bedeutende Männer! Gumplowitz. Klingenstein, Krämer, der noch immer grüne, 81 jährige, pensionirte Lehrer Tannenbauin n. s. w . lauter Männer von Wissenschatt, Autorität. Frömmigkeit und weltenweiter Gelehrsamkeit. Wer kennt nicht Bektmanu airs Nürnberg, Feist aus Augsburg, Flcsch aus Dettingens Du kennst sie nicht, lieber Leser, Du kennst sie wirklich nichts Nun. wir kennen sie auch nicht: das thut aber w.ohl ihrem reformatorischem Beruf deinen Eintrag. Aber schändlich ist es, dast solche Menschen ohne Namen, ohne Ruf, ohne Bedeutung, ohne Mandat sich den stolzen Namen einer isr. Snnode beilegen, es wagen, unter diesem usurpirten Namen an den Köllig von Bauern zu telcgraphirell und in so unverantwortlicher Weise den edelmüthigen Souverän eines großen Landes zu täuschen! Unter den Laien der sogen. Snnode ist nur Eiiler. der Geist uild Kenntlüsse besitzt: Protenor Lazarus aus Berlin , uub dieser benutzt den 8tnltum vulgus, der: blöden Haufen der Svnodler, um ans ihnen ein Piedestat für seine Größe zu machen. Professor L., ein geistreicher Manu und gewandter Redner, in den Künsten der Sophiftik wohlerfahren, lveist ans Allem Alles zu machen. Cr ist'S, der detn Ganzen noch einen kleinen Anstrich, ein bischen Glanz verleibt. „Was wir ohne ihn wären, wir wissen es nicht!" sagten die Slmodler Eiiler zum Andern. Er ist der Abimelech der Männer von Schechem-Augsburg. Die Cederil und Roiellbüsche von Schechem - Augsburg haben den Dornbusch Lazarus zu ihrem ewigen Präsidenten ernannt. aber die Männer der Snnode silld am Ende nur ulldantbares Volk: ne werden Lazarus bei Seite schieben wie sie Pbilippson bei Seite geschoben: dann wird Feuer ausgeben vom Berliner Dornbusch lind lvird verzehren die Eedern von Augsburg. und Feuer lvird ausgehen von deil Rosenbüschen uiid arlderen Bälliirell «Grnnebaum. Tanitenbanttr) und rvird verzehren deil Dvrilbusch Lazarus. Das lvird das Ende der Reform - Snnoden sein. In der Eröünungsrede des Herrn Pros. LazarnS klailg schon die Ahnung des znlnnttigen Endes hinbmdi: hören wir ihn selbst: „Ein Genihl tiefer Wehmnth," sagte Herr LazaruS zu feinett Mit - Srmodlern, „beschleicht mich, wenn ich aut Sie blicke. Die Zahl der zur Svnode Versammelten ist kleiner geworden. Wir batten irr Leipzig gehont, die Zahl utitfje beträchtlich steigen — sie ist nicht gestiegell. Wir hatreu geglaubt, Da braunen würden Alle darauf harren. welche Töne herauSktingeil werden aus dem paradicsih^stt Leipzig. Wik find aus diesem Paradiese vertrieben. Mi r haben g c s e h e lt, daß die Gemeinden nichck'zu dem jauchzen, was wir efagt habeil, nicht auf das harren, was wir ageil werden; ma u hört nicht nach uns, m a u sieht nicht nach uns." Wahrlich, diese Ueberzeugung, vom Präsidenten der Versammlung allsgesprochell. ohne daß sie irgendwo Widerspruch gefunden — das ist der Anfang voin Ende. Dieser Ueberzengttng genläst hätten die Herren die Versammlung sofort schließen und ruhig nach Hause geheu sollen. Dast sie es nicht gethan, ist sicherlich ein bcbeuteitbev, unverantwortlicher Fehler. eine nicht genllg zu rügende Inconscqucnz. Ihr wißt es selbst nnb sprecht es aus, daß Niemand etwas von Euch und Eureit Resorinen wiffen will, daß man das nicht beachtet, rvas Ihr beschlossen habt, und aut das nicht achtet, rvas Ihr beschließen werdet — und dellnoch verhandelt llnd beschließt Ihr, zerstört ilild vernichtet, verhöhnt und verletzet Gottes heilige Gebote. ohne Alllaß, ohne Bedürsniß. ohne Mandat! Seid Ihr nicht Starren und eingebildete Thoren selbst von Eurem eigenen Stalldpuilkte aus? Als vor 25 Jahren die sogenannten Rabbinerversammlungen tagten, da glaubten doch jene Männer selbst daran, daß ein BedürNliß vorläge. Ihr aber, Ihr wißt, Euer Thun ist Thorheit, Eure Ziele siild nichtig, Eure Mittel sind gleich Null. Eure-Beschlüsse sind ohne Bedeutung und ohne Folgen — und dennoch begeht Ihr die - unendliche Lächerlichkeit. Snnode zu spielen d Welchen Zweck, welches Ziel könnt Ihr bei allem Denr haben l Doch feinen andern als den: Gottes heiliges Gesetz öffentlich zu ver Holmen und Seinen heiligen Flamen ösfeiltlich zu entrveihen! D. schämt Euch, schäint Euch! Ueber die Anträge. Beschlüsse und Discussioncn haben rvir bereits ausführlich berichtet, Nachzutrager haben wir noch, dast Rabbiner Wassermann ans Müh-' rillgen einen Antrag aut Revision des Schnlchan Arnch gestellt batte. Dagegen sprach Szanto, der Redacteur der „Neuzeit", ans Wien. „Was." sagte er, „Ihr wollt den Schnlchan Arnch revidiren. wollt statt dedickleibigen (sie > einen dünnen Schnlchan Arnch einfühven> Wir aber, wir wollen gar keinen Schnlchan Arnch haben, keinen dickleibigen und keinen dütlilen.'" Diese Worte erfienten sich derart der allgemeinen Zustirrnnung und batten selbst für den Antragsteller eine i solche überzeugende Kratt. dast dieser beschämt seinen Antrag zurückzog. Wir haben nun noch über die Resolutionen zu be richten. welche die Herreit Augsburger im Namen des Indenklmms faßten. Sie gipfeln" in dein Nachfolgenden:! .'.Die religiösen Formen sollen Ausdruck des religiös