Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 30 (26.7.1871)
- Date
- 1871-07-26
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XII. Jahrgang. Beilage zu Rr. 30 des Israelit £}tfUttttfl*ttadmchteit »nd Corresponr denzen. I Deutschland. Augsburg, 18. Juli. Die isr. Synode har ftern geendet, nachdem sie sich am Freitag den 14. eilt hatte, vor Eingang des Sabbat noch den “»jvn lszusprechen, „daß es gestattet sei zum Behufe des ynagogenbesuches, zu wohlthätigen Zwecken oder auch - zur Erholung in gemieteten Equipagen und auf r Eisenbahn zu fahren, doch nicht zu geschäftlichen wecken!" Der Antrag „in eigener Equipage" kam cht zur Abstimmung, denn Herr Di*. Aub meint „man ache sich dadurch nur lächerlich"!! In der That war auch überflüssig diesen Antrag zum „lächerlich machen" azubrinaen, denn d i es e r Aufgabe war schon genügend tsprocheu. — Wir mir von glaubwürdiger Seite hechtet wird, haben drei der Herren Synodal-Rabbiner n anp roL' in Cafe Bosch zu Augsburg öffentlich igarren geraucht! Sobald ich die Namen derselben mit bidenz erfahre, werde ich solche veröffentlichen. Nachm übrigens die Leutchen die Göttlichkeit der Thora durch e Streichung von niso rc. k. öffentlich abge- Ltgitct, warum sollte ihnen der noch heilig sein! ind es doch wohl diese ehrenwerthen Herren Rabbiner r Synode, die sich ihrer Beschlüsse freuen können, daß! nunmehr ungenirt am nute/ in Droschken rc. fahren irfen, denn sie haben sich's gestattet! warum sollten! nicht auch die weitern Consequenzen sofort bethätigcn? öret es aber, ihr Kurzsichtigen, auf was die Bestremgen der Neologen und Reformer ausgehen. Diese ynode hat es gezeigt, wenn es eines Beweises bedurft itte, daß deren Ziel lediglich ist, die Vernichtung des udenthums herbeizuführen, nicht aber dessen Conservirung, ie sie Lächelnd vorgeben. Ein Läuterungsprozeß »eint sich innerhalb des Judeuthum's vollziehen zu Ren, aus welchem die Glaubenstreuen vollkommen und kräftigt hervorgehen, die Abtrünnigen hingegen an den and der Verderbtheit angekommen sein werden, doch )as Gras verdorret, die Blume welket, Gottes Wort »er bestehet ewiglich." (Jes. 40.) Berlin, 15. Juli. Dem Vernehmen nach ist in achen des Unteroffiziers Gottfried Hirsch vom 7. mdwehr - Regiment contra Abtheilungscommandeur v. ebschitz eine militärische Untersuchung eingeleitet worn. Debschitz hatte bekanntlich dem Hirsch, obwohl er n seinem Hauptmann und Major empfohlen war, die Bestätigung als Offizierdienst thuender Feldwebel ver sagt, weil er ein Jude sei. So! rrgcn, 12. Juli. Am 5. d. M. feierten die in hiesiger Stadt und weit darüber hinaus »sehr geachteten Eheleute, Herr Alexander Coppel und seine Gemahlin, Frau Coppel, geb. Schubach unter zahlreicher Betheiligung unserer Gemeinde, das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Vom rsr. Frauenverein, dessen Angelegenheiten von der Jubelbraut während eines Zeitraumes von 25 Jahren mit wahrer Umsicht und lobenswerther Opferfreudigkeit geleitet wurden — wurde derselben als Anerkennung für ihre hohen Verdienste um den genannten Verein eirr prachtvoller silberner Aufsatz mit paffender Inschrift überreicht. Die allgemeine Festesfreude erreichte jedoch ihren Höhepunft, als der Königl. Landrath Herr Melbek eintrat und unter einer ergreifenden Ansprache, welche die rege Theilnahme des Jubilars an der Förderung hiesiger Industrie betonte, demselben im Namen Seiner Majestät des Kaisers und Königs den Kronenorden 4. Klasse an die, für allgemeines Menschenwohl so treu schlagende Brust heftete. Hierauf übergab der Unterzeichnete unter Anknüpfung an I. Buch Samuel 7, 12 die, von Ihrer Majestät der Königin Elisabeth gewidmete Bibel „in hebräischer Sprache." Schließlich fei hier noch bemerkt, daß das Jubelpaar auch selbst dazu beigetragen, seinem goldenen Hochzeitstefte ein ehrendes Andenken zn bewahren, dadurch, daß von ihm eine Ehrengabe von 1000 Thalern für hiesige Stadt bestimmt ward, und auch unsere Gemeinde den Bau ihrer Synagoge, mit dem der aufopfeningsfähige Sinn derJubilare unzertrennlich verbunden, durch ein neues Opfer unterstützt sah. H. Laubheim, Religionslehrer und Cantor. Oesterreichisch-Uiiyarnisch■* Monarchie. Prag. Wie wir vernehmen, soll endlich der so lange verwaiste Rabbinatssitz der Prager Cultusgemeinde besetzt werden, und zwar dürfte H. L. M. Bloch, Rabbiner zu Leipnick ftüher in Hermanmieftitz und Wollitz (Böhmen) die meisten Chancen zur Aufnahme haben, da er einerseits durch sein hervorragendes Wissen im Talmnd und in profanen Fächern, wie auch durch seine religiöse Charakterfestigkeit und seine Kenntnih der böhm. Verhältnisse den meist berechtigten Anspruch auf diesen Ehrenposten hat und am Ende wird man wohl einsehen, daß eine so große Mustergemeinde ein leitendes Haupt nicht lange entbehren könne. In der That ver»