Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 30 (26.7.1871)
- Date
- 1871-07-26
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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576 bient auch Hr. Rabb. Bloch als der Würdigste und Passendste unter allen Concurrenten. nach feinen Antecedentten, diese Stelle zu bekleiden und verspricht sein begründeter guter Ruf, daß er in seinem neuen umfangreicheren Wirkungskreise ferner noch viel Gutes und Segensreiches fürs Judenthum zu Tage fördern wird. Als Enkel des thti ny» gesegneten Andenkens glaubte er in seinem Geiste nicht besser nnd würdiger handeln zu können, als durch Verbreitung der nmpn min, und fein Streben ging vorzüglich dahin ‘'212 min pmnP unter seinen Schülern als osin den echten und rechten Sinn fürs Judenthum und dessen Lehre zu wecken' auch bat er 'ich in seiner Tyätigkeit als Schulmann und bewährter Pädagog um die indischen Volksschulen viele Verdienste erworben. Beweis dessen , das allgemeine Lob und die Anerkennung von Seilen der Gemeinde, in der er fungirt, wo er sich einer besondern Beliebtheit erfreut. Nachdem Herr vr. Z. Frankl nicht gewillt ist, das Directorat am Breslauer Seminar aufzugeben, ferner der würdige Herr Aron Kornfeld aus Jeuikau auch nicht nach Prag gehen will — die Übrigen Bewerber — Herr Lector Weiß aus Wien mitgerechnet, der schon in der festen Einbildnng lebte, sicher als Prager Rabbiner titulirt zu werden, da er auf die Protection feines in Prag bekannten und einflußreichen Gönners Herr vr. Jelliuek pochte, — sind, wie ich glaube, kaum im Stande, Herr Rabb. Bloch aus dem Felde zu schlagen — wäre also, wie gesagt im Interesse der guten Sache von Herzen zu wünschen, daß endlich die Prager Repräsentanz aus ihrer Lethargie erwache, damit die schönen Cultuseinrichtungen und andere nützlichen Institutionen dieser matten jüdischen Gemeinde dem Gedeihen und der vollkommenen Entwicklung näher gebracht werden. E rr g l a n b. London Der Kaiser von Brasilien, der sich vekanntlich gegenwärtig in London aufhätt, amüsirt sich daselbst auf seine Weise. Zu einer Zeit, wo selbst die Arbeiterklassen noch im Bette liegen, macht er seine Morgenspaziergänge, kehrt dann zum Frühstück nach seinem Hotel zurück und macht darauf von seiner Gemahlin oder auch nur von seinem Kammerherrn begleitet, die Runde, um alle Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt und Umgegend in Augenschein zu nehmen. Sein letzter Bestich galt einer der hiesigen Synagogen, und zwar wohnte er dem Gottesdienste bei, welcher wegen der Anwesenheit eines so hohen Gastes eine besondere Gestaltung annahm. Die Hosnachrichten besagen gelegentlich dieses Besuches, es sei das erste Mal, daß ein gekröntes Haupt in England einem israelitischen Gottesdienste beigewohnt habe, und der Kaiser habe an den heiligen Handlungen um so innigeren Antheil genommen, als er im Hebräischen vollständig bewandert sei. So meldet das Jew. Ehr., daß er ganz gelänftg aus einem Pentateuch, dm man ihm überreicht, übersetzt hat. Rußland. Odessa. Immer noch, schreibt man dem „Magid", ist die Noch und das Elend unserer Glaubensgenosfen in Odessa groß und viele Tausende wären Hungers gestorben, hätten nicht die Herren Rapollowitz, Brodsky, Cohn, Horwitz und Andere sich ihrer thatkraftig angenommen. die nach und nach 100,090 Rubel spendeten, um io dem Nothstand zu steuern! Sechs Synagogen und O'Bmo '7Q sind bei dem Aufstande niedergerissen , die niiin 'isv zertreten und zerschnitten, worden; manche tauchten die Plünderer sogar in Pech und Schwefel und steckten sie dann an; 85 nnm n»o wurden so ein Raub der Flammen, ohne diejenigen zu rechnen. die bei Privaten verbrannt wurden. P a l ä st i n a. Jerusalem. Es har sich das Gerücht verbreitet, daß im heiligen Lande altjüdische Gräber geschändet und zerstört worden seien. Der Verein für palästinewfische Angelegeuheiteu in Berlin hat in Folge besten einen Ausruf zur Umfriedung der Gräber erlassen, welche Maßregel jedoch, wie uns von zuverlässiger Seite mitgetheilt wird, unnöthig ist. „Die Schädigung der Gräber," schreibt man uns, „geschah nicht aus rohem Vandalismus und wurde nicht von Dieben und Räubern unternommen. Es wurde keineswegs beabsichtigt, die Ruhestätte der Sanhedrin zu Heerde-Plätzen zu machen und ist solches in Wirklichst auch nicht geschehen. Der Pascha hat dem ehrwürdigen Herrn Chacham Baschi persönlich Ausschluß darüber ertheilt und betheuert, daß er selbst es war, der in reiner Unschuld das Aufgraben angeordnet hatte und zwar aus Veranlassung des Vezirs in Conftantinopel. welcher es auch nicht in böser Absicht darauf angelegt, die israelitischen Gräber zu schänden, sondern nur allein den englischen und französischen Alterthumsforschern sich gefällig zeigen wollte, welche fortwährend bei der Regierung um Erlaubniß anbatten, den Boden untersuchen zu dürfen. Zu diesem Zwecke wurden fünf Gräber geöffnet, welche aber bald wieder zugeworfen wurden, und ferner wurde eine Oestnung in die eine Wand des Denkmals des Propheten Zecharias gemacht , um solches durch Pulver' zu sprengen, was jedoch nicht zur Ausführung kam; den« sobald der Pascha vom Chacham Baschi ernchr, welchen Werry die Israeliten auf ihre Gräber legen und wie tief unsere Glauvensgenosten durch den Bericht von! Schändung der Ruhestätten ihrer Tobten ergriffen wor-I den sind, hat er nicht allein sofort den Arbeitern das! Weitergraben untersagt, sondern auch aus das Kräftigste! versprochen, daß ebenso wie. solches bisher nie geschetreiil