Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 28 (12.7.1871)
- Date
- 1871-07-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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532 Herr Dp. Aub hat noch einen andern Antrag gestellt 'enpo onioo mmrfc na. Durch die gerichtliche Todeserklärung soll eine nccw die Erlaubnis erhalten zur Wiederverheirathung!!! „Der nach der Todeserklärung rückkehrende Gatte wird in alle seine Rechte wiedereingesetzt und kann binnen sechs Monaten nach seiner Rückkehr die Wiederauflösung der inzwischen von der Zurückgebliebenen eingegangenen zwecken Ehe beantragen." Und die inzwischen geschehenen todeswürdigen Verbrechen, und die in Ehebruch erzeugten Kinder s Oder gar, wenn der Zurückgekehrte keinen solchen Antrag stellte Dann bleibt der Ehebruch sanctionirt. Grauenhaft! Solche Menschen nennen sich Rabbinen und wollen das Judenthum in erneuter, verschlechterter und verminderter Auflage erscheinen lassen! Daß die Herren Dp. Geiger und Aub mit der Chalizah tabula rasa machen, bedarf wohl kaum der Erwähnung; kaum besser kömmt das Heirathsverbot einer ihr kleines Kind aus erster Ehe nährenden Wittwe weg. Am Interessantesten find jedenfalls die Anträge des Herrn Advocaten L. selbst: die Synode soll erklären, daß Ehen zwischen Juden und Christen ein Bedenken nicht entgegenstehe, daß die Civilttauung ohne die religiöse Trauung genüge, daß Ehescheidungen lediglich von den mchtjüdifchen Gerichten zu vollziehen seien, daß die Beschneidung als ein ehemaliges nationales Institut abzuschäffen sei und was derlei schöne Sächelchen mehr sind. Es würde uns gar nicht Wunder nehmen, wenn em Mitglied der Synode einmal den Antrag stellen sollte, daß nach dem demokratischen Principe der Majo- ,rttätsentscheidungen alle Mitglieder und alle Anhänger der Synode die Pflicht hätten, sich auch in Glaubenssachen der Majorität zu fügen, das heißt, sich taufen zu lassen. Um aber doch gegen all diese Abschaffungen, Streichungen, Aufhebungen ein Aequivalent zu bieten, will man den Frauen gleiche Rechte und Pflichten wie den Männern auslegen, das heißt, sie sollen Zizioth tragen, Tephiüin legen, Schofar blasen, zur Thora gerufen werden, als Vorsängerinnen fungiren, aus der Thora vorlesen, zu Minjan zählen, Kaddisch sagen, predigen, schachten u. s. w. Nun, wir haben nichts dagegen, wenn sich die Synode so lächerlich als möglich macht und aller Welt klar darlegt, daß die Mitglieder derselben den Verstand verloren haben. _ „ Schließen wir mit etwas recht Heilerem: In einem Dchweizerstadtchen wurde neulich ein Moor arretirt. Der Polizeidiener wollte behaupten , der Mann sei gar kern Moor. Der hdchweife Bürgermeister befahl, Schwamm, Seife und. Bürste zu bringen. Im Beisein des Magiftpgts würde cher Gefangene entkleidet, eingeseift, gewaschen — aber er blreb schwarz, glänzend schwatz, my 'po iisrrn % An diese unlängst in den ZeituNgen rrrckgetheilte Geschichte mußten wir unwillkürlich denken, als wir den Antrag M Pr. Adler von Cassel lasen: die Synode soll dem Rabbiner in Verbindung mit dem Geckeindevorstande das Recht einräumen, das Priesterthum der Kohanim aufzuheben. Ein Rabbiner und ein Vorstand sollen einem Menschen nehmen können, was Gott ihm hat angeboren werden lassen! Irrenärzte würden gut daran thun, die Synode zu besuchen; sie würden dort Studien machen können. Zeitungsnachrichten und Gorrefpondenzen. Deutschland. Mainz , 23. Juni. (Durch Zufall verspätet.) Wir haben wiederum 1500 fl für die Armen, Nochleidenden rc. in Palästina nach Amsterdam an das dortige Centralcomitö geschickt. Die Summe der in diesem Jahre für obigen Zweck von uns gesammelten und übermittelten Spenden bettägt nunmehr 17,342 fl. 46 kr. Mainz, 7. Juli. Herr Hermann Rein ach von hier wurde zunl 2. Bürgermeisterei - Adjuncten ernannt. Es ist das erste Mal, daß in hiesiger Stadt ein Glaubensgenosse mit einem städtischen Amte betraut wurde. f Wtaint. Auf unsere Redactionsbemerkung gelegentlich des Berichtes über die Prüfung der von der „All. Jsr." in Bagdad gegründeten Schule, daß auffallenderweise von der Prüfung Im Hebräischen gar nicht die Rede war, schreibt die „Rev. Jsr/( daß dies wahrscheinlich auf Anordnung des Gouverneurs geschehen ist, daß übrigens für den Unterricht im Hebräischen vollständig gesorgt ist, der in dieser wie in allen von der „Alliance" gegründeten Schulen von dem jeweiligen Orts- Rabbiner in ausgedehnter Weise gegeben wird. Wir nehmen hiervon um so mehr Notiz , als einer der Redacteure der „Rev. Jsr.", Herr Löb, zugleich Secretär- Adjunkt der „Alliance" ist und darum in dieser Angelegenheit Aufschluß zu geben Vermag. (S. Art. Wallerftein.) Mainz, am 17. Thamus. Wir lasen vor einiger , Zeit in amerikanischen Zeitungen von einer schönen Abschiepsfeier, welche in Philadelphia dem Cantor Herrn Isidor Frankel von seiner Gemeinde und seinen Freunden gelegentlich einer Reise nach Deü'tschländ veranstaltet wurde. Hiese Ovation ehrt ebensowohl die Veranstalter wie den Gefeierten, und wir ergreifen gerne diese GdleMheit, bei Hnrn Isidor Fränkel ein wenig zu verwöilen. Herr Jfwor Fränkel, Welcherseck -einigen