Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 27 (5.7.1871)
- Date
- 1871-07-05
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XIL Jahrgang. '^S W fl**- » MX V Qeitmt$$n€id*xitfyhen tmb (Soxtefp&n* denzEV. Deutschland. Johannisburg Am 19. Sivan starb dahier Herr Jsak Löb Eger, Sohn des berühmten Rabbiners Akiba Eger. Der Verstorbene war in den Wegen seiner berühmten Vorfahren gewandelt, er liebte die Thora und ehrte ihre Kenner; seinen Reichthum wußte er auf edle Weise 'anzuwenden. Er edirte in einem schönen Drucke eine neue Auflage des my \rbv mit Öen Dnerm seines Vaters. Er erreichte ein Alter von 55 Jahren. England London Die verstorbene Deborah Ballin von Brighton hat dem israelitischen Blindeninstitut 7800 fl., dem isr. Waisenhaus 6000 st., dem isr. Asyl 6000 st., der Hambro-Synagoge 3000 fl. und der Synagoge von Brighton 3000 fl. vermacht. (N. I. W.) Feuilleton. ZMkrtLrrfche Arrest von einem jüdische« Freiwillige«. VI. Darmftadt, 21. Juni. lsnpio vi'N 7n. Endlich ist er da der heißersehnte Tag, der das Herz der Eltern wieder zu den Kindern und das der Kinder zu den Eltern führt. Friede, Friede! so jubelt's durch die Lande hin und bannt die Sorge aus dem beengten Herzen der greisen Eltern, gibt der Schwester den Bruder, der Gattin den Gatten und den unmündigen Kleinen den schon todt geglaubten Vater wieder; — o wie ist er so schön der Friede, der herrliche Friede! Voll aber wird erst das Glück des Friedens, wenn die Füße der Friedensboten selber uns die Botschaft bringen, daß der Friede, um den sie so. heiß und so lange gekämpft, durch ihren Einzug besiegelt sei. Als Vater Jacob die Kunde von seinem noch lebenden Sohne bekam, da schlug ihm nur das Herz hoch ans, aber die Botschaft glaubte er nicht bis er Jofeph's> Wagen sah. Ganz so glättet die Friedensbotschaft vielleicht die gramgesurchte Stirn der Eltern, trocknet die Thränen der zärtlichen Schwestern und Bräute, aber die Freude und Seligkeit des Friedens zieht erst mit' dem Friedens boten selber ein, deshalb sind auch die Tritte der Friedensboten so schön, weil sie den Frieden ohne alle Zweifel künden. Nach diesen Voraussetzungen wird man die Freude und den Jubel begreifen, welche hier heute jede Brust erfüllen und sich auf jedem Antlitz abspiegeln. Heute hielten unsere braven Truppen, die Helden von Gravelotte, von Mars la - Tour, Drteansrmd wiedwOrto alle heißen, wo hessisches Blut gallischen Boden getränkt, ihren Einzug in die festlich geschmückte Residenz. O schöner Tag, wenn endlich der Soldat Ins Leben heimkehrt, in die Menschlichkeit, Zum frohen Zug die Fahnen sich entfalten, Und heimwärts schlägt der sanfte Friedensmarsch, Wenn alle Hüte sich und Helme schmücken Mit grünem Mai'n dem letzten Raub der Felder! Der Städte Thore gehen auf von selbst. Nicht die Petarde braucht sie mehr zu sprengen; Von Menschen sind die Wälle rings erfüllt, Von friedlichen, die in die Lüfte grüßen; Hell klingt von allen Thürmen das Geläut, Des blut'gen Tages frohe Vesper schlagend. Aus Dörfern und aus Städten wimmünd strömt Ein jauchzend Volk mit liebend emsiger Zudringlichkeit des Heeres Fortzug hindernd. Da schüttelt ftoh des noch erlebten Tages Dem heimgekehrten Sohn der Greis die Hände. Schiller (die Piccolomini). Jedoch nicht von den Entpsangsfestlichkeiten, Ehrenpforten, Guirlanden und anderen Decorationen möchte ich heute sprechen, die alle haben mich nicht so gefteut und nicht so gerührt, wie die flüssigen Diamanten, die den Allgen unserer wettergevräunten und pulververbrannten Tapferen im Hochgefühl der Freude des Wiedersehens entströmtell. Solche Dolmetscher eines fühlenden Herwns — das sind ja Thränen — zeugen laut und unwillkürlich von dem Göttlichen, das doch in jeder Menschenbruft wohnt, documentiren die überwältigende Macht des Edlen und Schönen, die in einem reinen gehobenen Moment des Selbstbewußtseins aus diese Weise zu Tage tritt, und wandeln den rauhen Kriegsmann in einen Friedensengel um. Auch ich schlage heute unwillkürlich einen friedlicheren Ton an, wenn er auch mit meinen beiden ersten Briefen aus Dannstadt