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Der Israelit · 1871-07-05 · Heft 27 (5.7.1871) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 27 (5.7.1871)
Date
1871-07-05
Page
– (sequence 18)
Language
German
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528 £ etwas disharmoniren sollte. „Wo Alles liebt kann k Karl allein nicht hassen." Wer zudem aus Frankreich I zurückkehrt, dort die jüdischen Verhältnisse studirt und | geschildert hat, der ist ohnedies auf die jüdischen Anget" legenheiten in Deutschland etwas besser zu sprechen, weil f es da Gottlob doch un Großen Ganzen nicht so schlimm |r.. bestellt ist, als dort. Nicht als ob hier wenig oder gar §■ Nichts mehr zu wünschen übrig bliebe, als ob sich frant zösische Anschauungen so fest bei mir eingenistet hätten, daß ich den alten Schlendrian nicht sähe, der hier nach £ wie vor fortwuchert und sich durch Nichts in seinem l Phlegma stören läßt, als ob wahrend meiner Abwesent heit die „Neuen" älter und die „Alten" jünger, d. h. t chatkräftiger geworden wären — Alles, Alles ist im x Status quo. Unsere Alten sind keine großen d'tdh, unsere Neuen keine kleinen D’ytens, unser Theater ist zwar geschlossen, aber die Orgelsynagoge gibt allsabbatlich zwei Vorstellungen, unser Herr Rabbiner traut noch immer Leute, die chm nicht ttauen und predigt alle 14 Tage vor einem Publikum, deffen große Majorität nach der Predigt — handelt. Sonst that mrr das immer sehr wehe, heute aber drängt die Freude des Wiedersehens dies Alles io schonungsws in den Hintergrund, daß ich mich nicht einmal darüber lustig machen kann. Heute will ich daher Niemanden und Nichts loben oder tadeln, weil ich diese Zeilen nur niederschreibe, um der Freude des heutigen Tages, wovon mrr das Herz so voll ist, einen Ausdruck zu geben. Ich schließe daher diese Zeilen, und da jetzt meine militärische Carriere im Felde abgeschlossen ist, so schließe ich auch meine militärischen Briefe. Doch werde ich 7»"'« Einiges „Aus meinem Tagebuche," das ich in Frankreich geführt, veröffentlichen, um so mit den geschätzten Lesern des „Israelit" noch einmal alles das im Gerste Revue passiren zu lassen, was ich in Wirllichkeit während des Feldzuges Interessantes erlebte. ANZEIGEN. fr- «0^ Die zum 1. Juli neueingetretenen Abonnenten erhalten die 16 Nummern, welche die Anfänge der Erzählung „Zur rechten Zeit" enthalten, gegen Franco-Einsendung von 15 Sgr. franco nachgeliefert. Die Expedition des „Israelit". MMb Wegen der Verkehrshemmung zwischen Paris und Mainz konnten die Presse und die hebräischen Typen nicht rechtzeitig eintreffen. Es wird daher die erste Nummer der hebräischen Ausgabe des „Israelit" wahrscheinlich erst im Laufe des Monats Juli ausgegeben werden. Die Expedition des „Israelit". Dem Unterzeichneten ist schon mehrfach zu Ohren gekommen, daß sich ein ihm unbekanntes Individuum, welches sich als Schwiegersohn oder sonstigen Verwandten meines verstorbenen Vaters des Rabbi Seckel Löb von Michelstadt, ausgibt, in dieser Eigenschaft Geld von Glaubensgenossen beansprucht und auch erhält, Dieser Thatsache gegenüber bemerke ich zur Steuer der Wahrheit Folgendes: Es existirt überhaupt kein Schwiegersohn meines Vaters aber es existirt auch außerdem Niemand, der ein Recht hat, in dem Namen meines verstorbenen Vaters Gaben zu beanspruchen. Allerdings wurde bei seinen Lebzeiten ein Bote zu diesem Zwecke ausgesandt, aber dies hat schon seit einer langen Reihe von Jahren aufgehört. Vor seinem Tode sprach mein unvergeßlicher Vater buxi den Wunsch aus, daß der Thauroh, welcher er durch eine sehr zahlreich besuchte iv'io' hier eine Stätte gründete, auch ihre Zukunft durch einen seiner Söhne eine solche gesichert sei. Während nun der eine meiner drei Brüder sich dem Geschäfte widmete, die beiden andern aber in der weiten Welt ihr Glück suchten, so blieb ich allein hier zurück und weihte mein ganzes Leben der Erfüllung dieses väterlichen Wunsches. Durch Uebernahme dieser Kindespflichr, die mich von jedem praktischen Lebensberufe abzog und mich nur auf die Thauroh und ihr Studium verwies, bin ich lediglich auf das Wohlwollen und die Verehrung angewiesen, welche die Freunde und Gönner meines Vaters diesem noch über das Grab hinaus bewahren. Ich mache daher die edlen Geber, sowie alle Diejenigen, welche meinen verklärten Vater mit dem Lernen von onw betrauten und dieselbe von mir fortgesetzt wünschen, auf die unten angegebene Adresse aufmerksam, uin so gegen jede Täuschung sicher sein zu können. ,710^ □mDtfi'Q 'moi Dtys Obl0' '71 bjb 0”n -jnnni imia» t0Dt0n nxjo i'3,ii6« arpty p» y'sr Ww« cvdi .mdta >jro 03 nieo Michelsladt, den 11. Thamus 5631. Wolf Wormser, Sohn des verst. Rabbiners Seckel Löb.

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