Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1871-07-05 · Heft 27 (5.7.1871) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 27 (5.7.1871)
Date
1871-07-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2447499-2447526--09504-2465228
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

516 DZ» einem-Aysffuge nach Wien in wichtiger Angelegen- Uheit benutzte, mit den Lectoren des Jellinek'schen Beth- Hamidrasch, Herrn Weiß und Friedmann, behufs deren ^eventueller Engagirung nach Preußen zu erzählen. Was m der Sache Wahres ist, bleibe dahingestellt. Man Gest die Absicht zwischen den Zeilen heraus, daß man in Oesterreich den hohen Werth dieser Gelehrten par excellence gehörig zu würdigen lerne nnd braucht daher ob des drohenden schrecklichen Verlustes nicht verstimmt zu werden. Da hat sich wieder einmal das alte Sprichwort bewährt: nemo propheta in patria , wir Mußten ja gar nicht, welche kostbare Schätze nur in diesen zwei großen Männern besitzen nnd da kommt dieser Möse Lazarus nnd schnappt uns unsere kostbaren Kleinode l Do kaltblütig weg; nun erst werden wir einiehen, was l Mr in ihnen verloren. Es erinnert uns lebhaft dieser ^iPorfall an jenen poln. Rabbi, der, als man ihn fragte, i Welchen Posten er begleite, zur Antwort gab, daß sich l |»ei achtbare Gemeinden um seinen Besitz streiten, i Wirnlich Brody wünscht, daß er in Tarnow angeftellt Merde und umgekehrt. Doch das Gleichniß hinkt etwas, n diese Herren haben ja schon einen respectablen itel und eine Anstellung mit kleinen Mitteln.- zudem freuen sich ihre Vorträge eines so zahlreichen Besuches, Daß Lehrer und Hörer zusammen ein Collegium bilden, zwar der Dritte abwechselnd wegbleivt, man tonnte o ungefähr netto dritthalb Schüler annehmen. Doch erz K‘ SÄte, nw no. Was kümmert ' : ,_jiu ituu, was geht nns Herr Lazarus mit feim Auserkorenen an, nach denen er in die Ferne weift während er das Bessere in der Nähe übersieht; tan, wir gönnen ihnen beiderseits die vollste Freude, lnser Oesterreich ist sehr productiv und kann diesen Ästigen Export nach Deutschland leicht verschmerzen nnd ald ersetzen. -t. Pestst. Wir geben den Erlaß des Kultusnünilerinms betreffs Auffassung der sogenannten Congreß- Commission, da mit demselben neologerseits arger Miß- Much getrieben wurde. So haben sie denselben in ihm eigenen Organe, wie nicht minder im „Pesther Lloyd" $ ihrer Form erscheinen lassen, als bilde die Congreßrnzlei nunmehr das Organ zwischen der Regierung und irr aesammten Judenheit des Landes, was, wie sie. Leser sehen werden, durchaus nicht der Fall ist. Der äoähnte Erlaß lautet: Mit dem Fortschreiten der Organisations-Arbeiten Sinne der Statuten des ungarisch-jüdischen Congreserachte ich es umsoweniger für nöthig, den Bestreben eines beträchtlichen Theiles der jüdischen Bürger lchüich des Abschlusses der diesbezüglichen Organisaj.entgegenzutreten, — indem durch, die Förde- %. dieser Bestrebungen snrDiejenigen, welche die spnahme dieserStatutenverweigern, keine Zimmer gearteten nachtheiligen Consequenijen erfolgen können. In Folge einer Eingabe des Präsidenten der Congreß-Commission habe ich mittelst Erlasses vom 3. Marz l. I., Z. 4050, den Präsidenten des VI. GemeiudebezipkeS, Martin Schweigerdamit betraut, die Präsidenlen der bisher constikuirten Gemeindebezirke behufs Durchführung des tz. W der „ UebergangSverfügungen" im Sinne des. H. 1 für einem demnächst zu bestimmenden Tag einzuberust.. In Folge des Erlasses wurde eine Versammlung der Gemeindebezirks-Präsidenten am 22., 23 und 24. März abgehalten, die jüdische Landeskanzlei errichtet und zum Präsidenten derselben Martin Schweiger gewählt. Nachdem nun im Sinne des §. 71 der Congreßftatutcn die Regierung — unter Beachtung der Reichstags-Beschlüsse vom 18. März 1870 und 30. März 1871 — zwischen der Regierung und jenen Israeliten, welche die Congreßstatuten angenommen, die erwähnte Landeskanzlei das einzige berechtigte Organ ist, ist die Wirksamkeit der Congreß-Comnnssion als' abgeschlossen zu betrachten. Hievon wollte ich die Comitatsbehörden behufs Notiznahme nnd Darnachachtung hiemit verständigen." Aus diesem Erlasse sind zwei Momente ersichtlich erstens, daß derselbe in erster und letzter Reihe die Comitatsbehörden bloß von der erfolgten Auflösung der Congreß-Commission verständigen will; zweitens, datz der Beschluß vom 18. März in seiner vollen Integrität aufrecht erhalten wird und die Congreßkanzlei eben nur für Jene eine Bedeutung hat, welche die Congreßstatuten angenonnnen. (Trad. Judenth.) Amerika. New-Uvrk. Mit deni Schiffe „Lord Palmerston" sind 50 arme Glaubensgenossen aus West-Rußland am 19. Mai von Hamburg nach Amerika abgereist. Vorbereitungen für ihre Ankunft nnd baldmöglichste Placirung sind getroffen. (Jew. Mess.) Jy e n t l l et p n. Zur rechte« Zeit. XVII. Borgebttche Nachforschungen. Während die erzählten Begebenheiten sich in Hohenburg ereigneten, lebten Nathan, der sich jetzt Samuel nannte, und sein Weib in stiller Zurückgezogenheit in l&mtSSbikl.;-.'

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.